Sonntag, 24. März 2013

Das Söldnerimperium Kapitel 15

  
                                                                          Kapitel 15

Morrigan, Bluschnok und Flickblix hatten den Jugner-Wald hinter sich gelassen und wanderten durch die Battalia-Tiefen. „Wo ist die Burg zu der wir hin wollen?" fragte der Ork. Morrigan zeichnete eine unsichtbare Karte in die Luft. „Wir müssen erst in die Rolanbeeren-Felder, dann durchqueren wir die Sauromungne-Ebene bis wir die Merepotaud-Berge erreichen. Dort halten wir uns dicht bei den Felsen bis wir Tu'lia betreten. Dann ist es nicht mehr weit. Cissie muss gewarnt werden damit der Angriff abgewehrt werden kann."

Bluschnok atmete laut aus und schüttelte den Kopf. „Wie soll das gehen? Was ist, wenn nicht genug Krieger in der Burg sind? Oder wir zu spät kommen?" Morrigan winkte ab. „Darüber denken wir dann nach wenn wir da sind." Sie zeigte auf den Goblin, der beim Laufen durch die bunten Glasscherben schaute. „Schau dir Flickblix an, der ist nicht so negativ." Der Ork schlug die Hände über dem Kopf zusammen. „Dann weiß er sicher auch wo wir etwas zu Essen her bekommen!"

Gegen Abend schlugen sie neben einem Felsen ein Lager auf. Bluschnok versuchte Zutaten für eine Suppe aus seiner Tasche zu suchen, doch der Goblin schaffte es zwei Hasen zu erlegen und alle drei wurden satt. Das Trio lief den folgenden Tag durch. Auch als es begann zu regnen stoppten sie nicht. Flickblix hatte Spaß, er sprang von einer Pfütze in die andere. Morrigan sang ein Lied über den Regen. Nur Bluschnok grummelte schlechtgelaunt vor sich hin.

In den Rolanbeeren-Feldern ging es ihnen besser. Es gab genug Wild und Waldfrüchte. Selbst Bluschnok hatte bessere Laune. Nur  zweimal mussten sie sich vor Beastman verstecken. Morrigan hatte dabei den Ork beobachtet. Am liebsten wäre er zu den Quadav gelaufen und sie davon überzeugt die Waffen weg zu werfen. Doch wusste er, dass es keinen Sinn gehabt hätte.

Bevor die Sauromungne-Ebene erreichten machten sie früh rast. Flickblix sorgte wie immer für frisches Fleisch, dann setzte er sich ans Feuer und holte seine Glasscherben heraus. „Was findet er nur an diesen wertlosen Scherben?" fragte Morrigan den Ork. Bluschnok nahm einem Schluck Tee und sagte: „Er schaut gern hindurch weil dann alles gleich aussieht. Alles ist blau oder grün. Die Tarutaru, Elvaan, Menschen, Mithras und Galka sind gleich. Selbst die Beastman." Er trank noch einen Schluck. „Das ist was der Kleine sich wünscht: eine Welt ohne Unterschiede, eine Welt wo alles blau oder grün ist und man ihn nicht nach seiner Rasse beurteilt" Der Ork holte seine Harfe aus der Tasche und spielte eine langsame Melodie. Morrigan musste den ganzen Abend über Bluschnoks Worte nachdenken. Wäre es wirklich einfacher wenn alle gleich wären? Oder liegt es in der Natur eines jeden einzelnen alles zu bekämpfen das anderes ist als er selbst? Ob es darauf je eine Antwort geben würde? 

Am folgenden Tag betraten sie die karge Landschafft der Sauromungne-Ebene. Hier gab es nicht viel, nur karge Hügel und zerklüftete Felsen. Die drei blieben nie zu lange auf offenem Gelände damit sie nicht entdeckt wurden, denn auch hier gab es Beastman. Doch bald fanden sie Zeichen von Zivilisation, Spuren von Chokobos und Karren führten in eine Schlucht. „Da gehen wir auf keinen Fall hin!" sagte Bluschnok mürrisch. „Wir brauchen frisches Wasser und Nahrung. Uns wird schon etwas einfallen um nicht auf zu fallen." gab Morrigan zurück und ging in die Schlucht, Flickblix folgte ihr ohne Widerspruch.
Vor der Siedlung stahl Morrigan einige Kleider von einer Wäscheleine und warf sie ihren Begleitern über. Der Goblin war begeistert doch der Ork empfand es als erniedrigend ein geblümtes Kleid und einen Schleier zu tragen. 

In der Siedlung herrschte emsiges Treiben, vorwiegend schien sie von Banditen und Flüchtlingen bevölkert zu sein. Die Dreiergruppe marschierte geradewegs auf eine Hütte aus der lauter Gesang zu hören war. Morrigan dachte sich, das dort die Taverne war und hoffte dort Proviant kaufen zu können. In der Schenke war die Luft stickig und verraucht, es roch nach Schweiß und schalem Bier. Gefolgt von Bluschnok und Flickblix ging Morrigan zu der Theke und rief den Wirt. Ein Galka mit verfilztem Fell erschien. „Was wollt ihr? Bettler haben hier keinen Zutritt!" Morrigan legte die Hände an die Hüften. „Wir sind keine Bettler! Wir brauchen Wasser und Essen!" Mit diesen Worten warf sie einige Silbergil auf den Tresen. „Oh vergebt mir edle Tarutaru, ich werde alles von meinem Burschen holen lassen." sagte der Wirt mit geheuchelter Freundlichkeit und verschwand.

„Wenn du so reich bist kannst einem einfachen Mann ein Bier spendieren!" Erschrocken schaute sich Morrigan um woher die Stimme kam. Ein schmutzig aussehender Mann stand neben ihr und starrte mit finsterer Miene zu ihr hinunter. An seinem Gürtel hingen eiserne Schlagringe, die er sicher einem Mönch gestohlen hatte. Ohne den Mann an zu sehen sagte Morrigan: „Ich trinke kein Bier und beabsichtige auch nicht für andere etwas zu bestellen." „Ich will aber etwas Trinken, also wird's bald!!" schrie der Mann und schlug auf den Tresen. Morrigan ließ sich nicht einschüchtern und machte sich größer. „Ich werde nichts bestellen, nun las mich in Ruhe sonst…" „Sonst was?!" unterbrach der Mann Morrigan und packte sie am Kragen. „Wirst du dann schlagen?" Morrigan zeigte gelassen über die Schulter des Mannes. „Ich nicht, aber der da." Der Raufbold schaute sich um und erblickte ein riesige Gestalt in einem geblümtem Kleid.
Bluschnok packte den Streithahn und schleuderte in quer durch die Schenke. Ein Tisch zerbarst, Humpen und Gäste wurden auf dem Boden verteilt. Im Nu brach eine Schlägerei aus. Der Ork teilte schwere Hiebe aus und der Goblin kroch auf allen vieren von einem Bewusstlosen zum anderen und leerte ihnen die Taschen. Morrigan war hinter die Theke gelaufen und raffte zusammen was sie an Wasserschläuchen und Essen tragen konnte.

„Los wir müssen weg hier!!" rief die Tarutaru. Bluschnok verpasste einem Galka einen Schwinger das dieser sich überschlug, dann fasste er den Goblin am Bein und schleifte ihn hinter sich her. Auf dem Weg zur Tür klemmte er sich Morrigan mit samt dem Proviant unter den Arm und stürmte aus der Taverne, durch die Siedlung und aus der Schlucht hinaus. Doch ihre Flucht blieb nicht unentdeckt, einige der Banditen verfolgten sie.

Als Bluschnok die Schlucht verlassen hatte, versteckte er Morrigan in einer Felsnische, dann riss er Flickblix die Lumpen herunter und warf sein Kleid weg. Als die Banditen einen Ork sahen und einen Goblin der zwei Messer in den Klauen hielt machen sie schnell wieder kehrt. Der Ork holte seine Freundin aus ihrem Versteck und zusammen machten sie sich schnell davon. Als sie sicher waren das keine Verfolger mehr kamen, machten sie ein Lager für die Nacht und genossen ein üppiges Mahl. „Morgen erreichen wir die Merepotaud-Berge und dann sind wir bald bei Cissie." erklärte Morrigan. Als sie sah wie Flickblix seine Beute bewunderte, ermahnte sie dass man nicht stehlen darf. Der Goblin fiepte eine kurze Antwort und wühlte weiter in seinen Münzen. „Er sagt: die anderen haben es auch nicht auf der Straße gefunden." übersetzte Bluschnok. Weil Morrigan darauf kein Gegenargument hatte, legte sie sich schlafen und freute sich auf das Wiedersehen mit Cissie.
Raziael/Überarbeitung: Rina Smaragdauge

Samstag, 23. Februar 2013

Das Söldnerimperium

Wegen wichtien Angelegenheiten wird es dieses Wochenende kein Kapitel geben.
Gruss Raziael und Rina Smaragdauge

Sonntag, 17. Februar 2013

Das Söldnerimperium Kapitel 14

                                                                                    Kapitel 14

In den folgenden Tagen versuchte die Gruppe mehr Informationen  über den alten Leuchtturm zu bekommen. Obwohl Itaban hier zu Hause war wusste er nur wenig darüber. Einige sagten, dass es dort Spuken würde. Andere meinten dass er ein Überbleibsel aus einer alten Zeit sei. Berichte von Expeditionen, die Cevh in einer Bibliothek fand, sagten nur wenig aus. Es wurden unterirdische Tunnel entdeckt, die tief ins Erdreich führten. Die Ausschalungen um die Eingänge zu stützen waren aus einer unbekannten Legierung und  Proben ließen sich von einfacher Schmiedehand nicht bearbeiten. Erkundungstrupps die in die Gänge vordrangen kehrten nicht zurück, deshalb wurde die Untersuchung eingestellt.

Itaban hatte alle in die Taverne bestellt um alle Informationen miteinander zu verbinden, doch viel kam nicht dabei heraus. Sie waren genauso weit wie am Anfang. Lodrik schlug die Faust auf den Tisch, seine Sorge um Nette war nun  grenzenlos und stand kurz vor einem Wutausbruch. Saxon schaffte es mit seiner entspannten Art ihn wieder zu beruhigen. „Ich vermisse sie so sehr und ich will zu meiner Tochter." schluchzte er. Saxon nahm den Krieger mit in eine Ruhige Ecke der Taverne, wo Lodrik seinen Sorgen und Trauer Luft machen konnte. 

Shir, der den Krieger nur allzu gut verstand, ging sich noch ein Bier holen. Er hatte geglaubt den Verlust seiner geliebten Liliane verarbeitet zu haben, zumindest hatte er sich das eingeredet. Doch dem war nicht so. Immer noch ruhte in seinem Herzen der Kummer und der Hass auf die Beastman. Manchmal sogar die Wut auf diejenigen, die ihr Glück gefunden hatten und es genießen konnten. Shir hatte gehofft wieder der zu werden der er einmal gewesen war, doch das war nur ein Wunschtraum. Der naive Junge der ein Held sein wollte ist in Windurst zusammen mit Liliane in die Hallen von Altana gereist. Doch nicht einmal die Gunst neben ihr an der göttlichen Tafel zu sitzen war ihm vergönnt. Oft schon hatte er sich versucht gefühlt seinem Leben ein Ende zu setzen. Aber das wäre ein Frevel gewesen. Das hätte ihn nicht an die Tafel der Ruhmreichen gebracht, Selbstmörder waren dazu verdammt für die Helden das Essen zu Kochen und den Schmutz den sie hinterlassen auf zu räumen.

„Was kriecht hier wieder für Unrat und Fußvolk herum. Ich will mein Bier trinken und nicht von Bettlern belästigt werden!" Shir wurde aus seinen Gedanken gerissen, diese Stimme kam ihm bekannt vor. Er versuchte sich zu erinnern wo er sie gehört hatte, doch es gelang ihm nicht. Shir drängte sich unauffällig an den Sprecher heran  bis er ihn sehen konnte. Es war der Bettler den er und Cevh auf dem Schwarzmarkt gesehen hatten. Er hatte ihnen geraten in das Gebiet der Lamia zu gehen. Doch nun trug er eine Uniform mit dem Wappen des Palastes.

Der Dunkelritter ging zu Itaban und berichtete was er gesehen hatte. Der Samurai dachte einen Moment nach, dann rief er Saxon und Lodrik zu sich und unterbreitete allen seinen Plan. Er zeigte auf Lodrik, Bullwey und Shir. „Wenn ich die Taverne verlassen habe, wartet ihr fünfzehn Atemzüge, dann fangt eine Schlägerei an." Er schaute zu Saxon und Cevh. „Wenn ich mit meinen Leuten reinkomme, nutzt ihr das durcheinander und schnappt euch den Kerl. Bringt ihn zur Westseite des Hafens, dort findet ihr ein verlassenes Lagerhaus, da treffen wir uns." 

Als Itaban die Taverne verlassen hatte, warteten sie wie ihnen gesagt wurde, dann erhob sich Bullwey und packte Lodrik am Kragen. „Kellerassel von einem Menschen, du wagst es mich einen Sklaven zu nennen?" brüllte er und schleuderte den Krieger von sich. „Spitzohriger Menschenfreund!" schrie er Shir an und verpasste ihm einen Schwinger. Sofort erhoben sich die Raufbolde in der Schenke und mischten mit. Zwei Atemzüge später stürmte Itaban mit einigen Wachen die Taverne.

Nun waren Cevh und Saxon an der Reihe. Sie drängten sich durch das Gewirr von Fäusten und fanden was sie suchten. Der Soldat stand lachend am Rand des Geschehens mit einen Humpen Bier in der Hand. Saxon stellte sich neben ihn und feuerte die Schlägerei an. Ganz unauffällig murmelte der Schwarzmagier einen Schlafzauber. Der Mann ließ den Humpen fallen und fiel in die Arme von Cevh, der ihn wie einen Betrunkenen mitschleifte. Saxon stellte sich auf den Platz des Soldaten und tat so als sei nichts geschehen.

Als Itaban mit den drei anderen das Lagerhaus betrat in dem Saxon und Cevh auf sie warteten, war der Soldat immer noch vom Schlafzauber befallen. „Ich mache das." sagte Lodrik. Er verpasste dem Mann einige harte Ohrfeigen bis er die Augen öffnete. „Wo sind die Gefangenen der Trolle?" Doch als Antwort spuckte der Mann dem Krieger ins Gesicht. Lodrik schleuderte ihn zu Boden, faste den Arm und drehte ihn bis die Knochen knackten. „Rede oder ich schraube dich auseinander wie eine wertlose Puppe!" schrie Lodrik, doch der Gefangene blieb standhaft. Lodrik fasste ihn bei den Haaren und schlug das Gesicht immer wieder auf den Boden bis Blut floss, doch wieder ohne Ergebnis. 

Shir zog den Krieger von dem Mann weg und setzte sich zu dem Gefangenen auf den Boden. Während die anderen Lodrik zu beruhigen versuchten, sprach er mit dem Gefangenen. „Warum tust du dir das an? Sag uns einfach wo sie fest gehalten werden und du hast es hinter dir." Der Mann wischte sich lachend das Blut aus dem Gesicht. „Das ist nichts im Vergleich was andere mit mir tun würden." Shir lächelte auf eine Weise, die den Mann anscheint beunruhigte. „Und was hast du nun vor?" fragte er. Shir holte aus seiner Tasche eine kleine Ampulle, deren Inhalt zu leuchten schien. „Was ist das?" fragte der Soldat. Shir lächelte weiter und sprach in einem Ton als wolle er einen guten Witz erzählen: „Das ist das Gift einer gelben Schlange. Es tötet nicht schnell, denn es ist eher wie Säure." Der Mann schluckte trocken. "Es verbreitet sich in deinem Körper und zersetzt das Knochenfell, alle Sehnen und Muskelfasern lösen sich auf. Dir fallen die Augen aus den Höhlen und dein Gehirn verwandelt sich langsam zu Matsch. Und das alles geschieht während du deine Eingeweide auskotzt." Shir zwinkerte dem Mann zu. „Ist Alchemie nicht eine faszinierende Wissenschaft?"

Ohne Vorwarnung warf Shir sich auf den Mann und drückte ihm die Kiefer auseinander. Mit den Zähnen entkorkte er die Ampulle und hielt sie schräg über den geöffneten Mund. „Aydeewa, Aydeewa. Sie sind im Untergrund!" schrie der Gefangene. „das sind die unerforschten Tunnel." sagte Itaban. Der Dunkelritter lockerte seinen Griff. „Ist die Weißmagierin auch dort?" Der Mann nickte aufgeregt. „Wer ist noch dort und zu welchem Zweck?" Wieder schwieg der Mann. Shir presste die Kiefer erneut auseinander. „Verschleppte von dem Kontinent Kwon. So ein Verrückter zerlegt sie und presst sie aus. Was dabei rauskommt trocknet er zu Kristallen und nennt es die Macht der Götter. Die Magierin ist zum Verhör dort, der Kanzler will an die Macht. Mehr weiß ich nicht. Bitte!" wimmerte der Mann.

 Shir ließ von ihm ab und ging zu den anderen.
Itaban machte ein besorgtes Gesicht. „Wenn wir uns dem Kanzler widmen, ist Nette schneller tot als wir aus dem Palast sind. Wir brauchen Hilfe." Dann schaute er zu Lodrik. „Mach es leise und lasse dir nicht zu viel Zeit." Während sie das Lagerhaus verließen und die Tür hinter sich schlossen, sahen sie wie Lodrik einen Dolch zog und langsam zu dem Gefangenen ging. Alle wussten das nur der Krieger dieses Lagerhaus verlassen würde. 
Raziael/Überarbeitung: Rina Smaragdauge   

Sonntag, 10. Februar 2013

Das Söldnerimperium Kapitel 13


  
                                                                   Kapitel 13

Zurück im Palast berichteten Cevh und Shir was sie erfahren hatten. Bullwey und Saxon hatten ähnliches gehört und in beiden Fällen waren es Menschen, die ihnen das Gerücht zugespielt hatten. Itaban ging schweigend auf und ab, dabei schien er angestrengt nach zu denken. Nach einer Weile sagte er:  „Es ist eine Falle und wir sollen hineintreten." Er ging zu einem Schrank und holte eine Karte hervor. Er breitete das Papier auf dem Tisch aus und winkte alle zu sich. „Dort sind die Pferdehufe. Lodrik, Bullwey und ich werden die Vorhut bilden." Er zeigte auf Shir und die beiden Magier. „Ihr drei werdet euch im Hintergrund halten und uns mit eurer Magie Rückendeckung geben. Ich wünschte Kafahlors wäre hier, seinen Drachen könnten wir nun gut gebrauchen." Er nahm sein Schwert und ging zur Tür. „Ich werde alles vorbereiten damit wir schnell aufbrechen können. Ihr werdet euch die Karte einprägen für den Fall, dass wir getrennt werden."

Am Nachmittag war alles organisiert. Itaban hatte für alles gesorgt. Chokobos, Öl der Stille um lautlos laufen zu können und Prismapulver das einen vor den Augen der Gegner verbirgt. Sie verließen die Stadt und betraten den Dschungel. Zu Beginn schien es einfach zu werden, doch schon bald begegneten sie den ersten Bestien. Riesige Spinnen, die in der Abendsonne golden schimmerten und schweineähnliche Wesen, die in den Tümpeln lebten und ihre Beute mit einer langen Zunge töteten. Bald gab Itaban das Zeichen das die Magier und der Dunkelritter Abstand halten sollten.

Die Krieger und der Mönch stiegen von den Reitvögeln ab, sie gossen Öl der Stille über ihre Stiefel und setzten den Rest des Weges zu Fuß fort. Itaban hob die Hand und alle blieben stehen. Zwischen den Bäumen kroch ein Wesen an ihnen vorbei. Der Unterleib glich dem einer Schlange, der Oberkörper dem einer barbusigen Frau. Die roten Augen funkelten, doch schien sie nicht gut damit zu sehen. Die Lamia, so wie Itaban es nannte, bewegte den Kopf hin und her als wolle es Geräusche einfangen. Plötzlich hielt das Wesen inne, die Augen schienen zu leuchten und es flüsterte in einer unbekannten Sprache. Eine Raubkatze kam aus dem Gebüsch auf die Lamia zu gelaufen. Doch nicht etwa aggressiv, eher wie eine Hauskatze die gestreichelt werden will. Das Wesen strich der Katze durch das Fell, dann ging alles rasend schnell. Die Lamia schlug dem Raubtier ihre messerscharfen Zähne ihn das Fell und saugte ihm das Blut aus. Die Katze ließ es geschehen, als hätte sie sich mit ihrem Schicksal abgefunden. Als alles Leben aus dem Tier entschwunden war, wirkte die Lamia euphorisch und erregt. Sie stieß einen schrillen Schrei aus und verschwand. 

Itaban gab das Zeichen zum Weitergehen. Er hoffte dort irgendein Anzeichen der Gefangenen zu finden. Die drei Krieger schlichen durch den Wald, in vier Schritt Abstand folgten der Dunkelritter und die Magier. Die Luft war feucht und drückend. Sie fühlten sich von hundert Augen beobachtet und waren immer auf einen Angriff vorbereitet.

Plötzlich schien Lodrik erstarrt zu sein. Bullwey sprach ihn im Flüsterton an: „Hey Lodrik, was ist los?" Doch der Krieger reagierte nicht. Seine Augen schienen ins Leere zu schauen, dann ohne Warnung zog er seine Axt und griff den Galka an.

Bullwey war nicht darauf gefasst und sah die Schneide der Axt auf sich zu kommen. Doch der Schlag wurde geblockt. Itaban hatte schnell reagiert und den Angriff mit seinem Schwert verhindert. Lodrik ging auf die beiden los wie ein wütender Ork. „Sucht die Lamia!!" rief Itaban den Magiern zu.
Shir griff zu seiner Sense. „ Cevh mach dich bereit zu Heilen, Saxon du gibst mir Rückendeckung!" Die Magier rannten durch das Gebüsch, während Bullwey und Itaban versuchten Lodrik im Zaum zu halten, was sehr schwer war ohne ihn zu verletzen. Denn auch wenn er unter einem Bann stand war er ein passabler und tödlicher Kämpfer. 

Cevh hörte ein Wispern und gab den anderen ein Zeichen. Hinter einem Baum sahen sie das Schlangenwesen mit glühenden Augen und die Arme ausgestreckt. Shir wartete nicht und griff das Wesen an. Was ein Fehler war, denn das Wesen war nicht allein. Eine zweite Lamia kam aus dem Gebüsch gekrochen und stieg in den Kampf ein. Saxon bemerkte das die Zweite versuchte den Dunkelritter zu bannen versuchte. Er hob seinen Stock und sandte einen Blitz gegen sie. Gleich danach baute er einen Schutzzauber um sich herum auf. 

Shir attackierte seinen Gegner mit harten Schlägen, konnte dem Lamia aber keine großen Verletzungen zufügen. Diese Wesen schienen magischen Ursprungs zu sein und konnten sich gegen physische Angriffe schützen. Cevh hatte nicht die Möglichkeit in den Kampf einzugreifen. Er versorgte den Schwarzmagier mit einem Zauber der die Mana regenerierte und belegte den Dunkelritter mit Schutzzaubern. Zudem musste er dafür sorgen, dass die Verletzungen die beide erlitten sofort geheilt wurden. Als er merkte das beide Lamia von ihm abgelenkt waren, wagte er einen Austausch. Bei dieser angeborenen Fähigkeit, die nur Rotmagier besaßen, wurde die Lebensenergie in Mana umgewandelt, was für den Magier ein gefährliches Unterfangen war, denn für einen kurzen Augenblick war er tödlich geschwächt. Cevh wirkte einen starken Heilzauber auf sich selbst und fuhr fort sich um die anderen zu kümmern.

Shir hatte mit dem Gedanken gespielt seine Absorbmagie zu benutzen, war sich aber nicht sicher ob es klug war Kraft und Intelligenz von unbekannten Wesen auf sich zu übertragen. Doch nun sah er, dass er keine Wahl hatte. Saxons Magie wurde immer schwächer und Cevh hatte schon einen Austausch gewagt. Er machte einige harte Ausfälle und wirkte seine Zauber, das Leuchten der roten Augen wurde schwächer. Er wirkte den Zauber noch zweimal und der Blick der Kreatur wurde matt.

Ein lautes und Ohrenbetäubendes Kreischen war zu hören. Die Lamia mit der Saxon kämpfte sank verletzt zu Boden, Itaban hatte ihr sein Schwert in den Rücken gerammt. Bullwey kam Shir zu Hilfe, Lodrik torkelte benommen zu ihnen und schien nicht mehr unter dem Bann der Lamia zu stehen. Nun waren die Wesen schnell besiegt und lagen erschlagen auf der Erde. „Los weg, hier finden wir nur den Tod." keuchte Itaban. Sie bahnten sich einen Weg zurück zu den Chokobos und kehrten in die Stadt..

Itaban besorgte Zimmer in einer Schenke am Hafen, der Palast war ihm nicht mehr sicher genug. Tief in seinem Herzen wusste er nun, das er nur den Gefährten an seiner Seite vertrauen konnte. 
Raziael/Überarbeyung: Rina Smaragdauge

Sonntag, 3. Februar 2013

Das Söldnerimperium Kapitel 12


   
                                                                        Kapitel 12

Saxon und Bullwey hatten Al-Zahbi erreicht. Nachdem sie von den Soldaten in den Palast zu Itaban gebracht worden waren, hatten sich die Freunde in Gruppen aufgeteilt und versucht Informationen zu bekommen. Dies geschah nicht unauffällig, denn oft kam es zu Auseinandersetzungen mit Raufbolden die in Saxon ein leichtes Opfer sahen. Viel zu spät wurde ihnen bewusst dass sie es nicht nur mit einem mächtigen Magier zu tun hatten, sondern auch mit einem schlagkräftigen Galka. Itaban hatte alle Mühe die Abenteurer wieder aus dem Kerker zu bekommen, doch gelang es ihm denn jeder Stadtvogt wollte das Wohlwollen des Palastes für sich gewinnen. Im Palast selbst war man nicht so gut auf die Außenseiter zu sprechen.

Vanessa, die Zofe der Kaiserin, betrat zornig die Gemächer des Kanzlers. „Wie lange müssen wir diese Barbaren noch ertragen?  Sie benehmen sich wie die Schweine, rülpsen und essen mit den Fingern. Dieser Galka hat mich Magd genannt und mir auf mein Gesäß geschlagen!!" fauchte sie, dann ging sie rastlos im Zimmer auf und ab. „Seid unbesorgt meine Liebe. Ich werde sie auf eine falsche Fährte locken und dann werden sie den Trollen in die Hände fallen. Der Brutalität dieser Unholde sind selbst diese Abenteurer nicht gewachsen. Vanessa setzte ein hasserfülltes Lächeln auf. „Ich hoffe das Itaban Yomada sein Ende genießen wird."

Itaban, Cevh und Shir schlenderten durch das Hafenviertel um weitere Informationen zu bekommen. Lodrik war noch im Palast und erholte sich von der letzten Schlägerei. Saxon und Bullwey trieben sich im Marktviertel herum und versuchten ihrerseits Antworten zu finden. 

„Wo sollen wir anfangen?" fragte Cevh während sie den Hafenarbeitern beim Löschen eines Schiffes zu sahen. Itaban schaute sich kurz um. „Ihr beide geht in das Lagerhaus am Ende des Kais. Dort treffen sich Wilderer um ihre erlegte Beute zu verkaufen. Vielleicht haben sie etwas gesehen." Cevh zog die Brauen hoch. „Wilderer? Ist es etwas verboten in den Wäldern zu jagen?" Itaban nickte und sagte: „Ich weiß was ihr denkt, aber das ist nicht San'Doria oder Windurst. Wenn man diesen Leuten zu viele Freiheiten lässt reißen sie das Schwert das sie schützt an sich und es herrscht nur noch Chaos." 

Cevh schaute den Samurai verständnislos an. „ Aber warum sehe ich dann soviel Elend und Armut?" Itaban hob beschwichtigend seine Hände. „Hört zu. Dieser Kontinent und seine Länder sind noch sehr jung. Während man bei euch schon mit Schwertern aus Stahl gefochten hat, haben die Krieger hier noch mit Keulen aus Holz um sich geschlagen. Euer Kontinent wird hier das „Goldene Land" genannt. Was der Palast den Armen auch gibt, sie machen es zu Geld um sich nutzlosen Kram zu kaufen um sich den Reichen ebenbürtig zu fühlen." Shir musste an seine Kindheit denken, als er seiner Ziehmutter Geld gestohlen hatte um sich ein rostiges Messer zu kaufen, nur um von den Kindern der Krieger akzeptiert zu werden. Cevh nickte, auch wenn er es nicht verstand und gab Shir zu verstehen mit zu kommen.   
  
Der Rotmagier und der Dunkelritter kauften sich an einem Stand jeder einen Kapuzenumhang um unter den Jägern nicht auf zu fallen. In dem Lagerhaus war es muffig und es wurde nur im Flüsterton gehandelt. Jeder versuchte was er hatte zu Geld zu machen. Felle für die Lederverarbeitung, Fledermausflügel für die Alchemie und anderes was illegal beschafft worden war. Cevh besorgte eine Flasche Brandwein. Er besprenkelte seine Robe und die Rüstung von Shir mit dem Gebräu um nicht so vornehm zu wirken, dann begannen sie Fragen zu stellen.

Bald hatten sie Glück. Ein Mann, der in Lumpen gekleidet war und nach Wein stank, meinte er habe Trolle gesehen. „Ich habe sie gesehen: riesige Trolle." lallte er und trank aus seiner Flasche. „In dem Gebiet das wir Wajaom nennen. Weit im Osten gibt es große Vertiefungen die wie Hufabdrücke von Pferden aussehen. Dort haben sie ein Lager und ich bin mir sicher dass ich Gefangene gesehen habe." Der Mann rülpste übertrieben und spuckte auf den Boden. Cevh gab dem Mann als Belohnung einige Münzen und bedankte sich.

„Ihr gehört nicht hier her." sagte eine hohe Stimme. Shir schwang herum, die Hand am Griff seiner Sense. Vor den beiden Abenteurern stand ein junges Elvaanmädchen und musterte die beiden misstrauisch. Sie trug eine grüne Tunika aus Stoff, eine schwarze Lederhose und braune Stiefel, die bis zu den Knien reichten. Auf dem Rücken hatte sie einen Köcher mit schweren Pfeilen und einen Langbogen aus Eschenholz. Ihre blonden Haare waren zu einem Zopf geflochten der auf der Schulter ruhte.

„Und wie kommst du zu dieser Weisheit?" fragte Shir. Das Mädchen lachte. „Keiner hier würde so viel Gil für eine Information bezahlen, nicht einmal wenn sie wahr wäre." Cevh stutzte einen Moment. „Willst damit sagen, das er uns angelogen hat?" Das Mädchen nickte mitleidig. „Bei den Pferdehufen gibt es keine Trolle. Dort leben die Lamia. Kreaturen die anderen das Blut aussaugen. Wenn ihr Trolle wollt, dann begebt euch zum alten Buhaba Leuchtturm im Süden." Cevh musterte das Mädchen, die nach seiner Meinung allerhöchstens vierzehn Zyklen alt sein konnte. „Du scheinst mit den Bedrohungen des Waldes gut bekannt zu sein. Warum nimmst du das Risiko und jagst dort?" Die junge Frau schlug Shirs Umhang auf und strich über seine Rüstung aus Dunkelstahl. „Weil ich auch so was haben will. Ich spare jeden Gil, um mir eine Schiffspassage kaufen zu können. Man sagt in den Städten auf dem Kontinent Quon sind die Straßen aus Gold. Es gibt Essen im Überfluss weil sie es aus Kristallen machen und in allen Höhlen liegen Schatztruhen, die jeder behalten darf der sie findet." 

Während Cevh das Mädchen beobachtete das wie gebannt auf den reich verzierten Harnisch starrte, erinnerte er sich an das was Itaban ihm gesagt hatte und er verstand nun was der Samurai ihm deutlich machen wollte. Es war wie mit Shir der den fröhlichen Gesellen mimte, aber doch immer noch voller Trauer war über den Verlust den er mit Liliane erfahren hatte. Ein Wunschtraum der die Wirklichkeit verdrängen sollte. Der Rotmagier nahm die Hand der Jägerin und gab ihr einige Münzen. „Hier kaufe dir etwas zu Essen und lasse dir einen Rat geben. Zu Hause ist es immer noch am besten, in der Ferne kann es auch nicht besser werden." Shir und Cevh verließen die Lagerhalle um Itaban zu berichten was sie erfahren hatten. Shir schwieg den ganzen Weg über und Cevh wusste was der Grund war: das Mädchen hatte ihn an Liliane erinnert.  
Raziael/Überarbeitung: Rina Smaragdauge

Sonntag, 27. Januar 2013

Das Söldnerimperium Kapitel 11


                                                            Kapitel 11

Hades hatte die Minen wieder verlassen und machte sich auf zu der Siedlung in der sein Freund Kafahlors lebte. Clova das Tarutarumädchen hatte er in dem Minendorf zurück gelassen. Sie arbeitete nun in der Küche und half gegen eine Bezahlung das Essen für die Arbeiter zu kochen. 

Die Knappen die hinter Hades ritten kicherten leise, wurden aber von den Rittern zur Ordnung gemahnt. Hades konnte es ihnen nicht verübeln, denn Clova hatte auf seinen Schild ein großes Herz gemalt. Als Farbe hatte sie Echsenblut benutzt und das ließ sich nur schwer entfernen. Während seines Aufenthaltes in dem Dorf hatte das Mädchen ihm immer die größte Portion auf den Teller getan und ihm jedes Mal für ihre Rettung gedankt. Als er dann auf sein Schild schaute musste er selbst lachen. Die Sonne hatte ihren höchsten Stand erreicht als die Ritter und Knappen die Siedlung erreichten. Sofort kamen Jungen und Mädchen angerannt um die Ritter in ihren blank polierten Rüstungen zu bewundern.

Kafahlors stand an der Esse, statt seiner Rüstung trug er einfache Lederkleidung. Er legte den Schmiedehammer aus der Hand und tauchte seinen Kopf in einen Zuber mit kaltem Wasser. Dann ging er aus der Schmiede um zu sehen wer angekommen war. Seine ernste Miene erhellte sich als er Hades erkannte. „Hades von Rosemundt, sei gegrüßt mein Waffenbruder!" Sie kreuzten die Unterarme, dann ließ Kafahlors für sich und die Soldaten Bier holen. Kafahlors und Hades stießen die Humpen aneinander und leerten sie in einem Zug. Während die Humpen nachgefüllt wurden, gingen die beiden Freunde zum Dorfbrunnen und setzten sich auf den Rand.

Hades musterte Kafahlors, der nicht in der Rüstung eines Dragoon gekleidet war. Dann schaute er zu dem großen blauen Drachen, der auf einem flachen Hausdach zusammengerollt wie ein Hund schlief. Drachen waren die Kampfgefährten der Dragoon und es bedurfte viel Ausdauer und Willenskraft die Ausbildung zu meistern, um solch ein Krieger zu werden.

Hades nahm den Humpen der ihm gereicht wurde und trank einen großen Schluck, dann begann er zu reden: „Was ist geschehen? Wo ist die Rüstung auf die so Stolz warst?" Kafahlors strich sich durch die Haare in denen sich graue Strähnen versteckten. „Ich werde alt und bin des Kampfes müde. Khira ist von uns gegangen und mein Drache ist lieber am schlafen als in der Luft. Ich bin hier glücklich und werde bei diesen Leuten unvergessen bleiben." Hades leerte seinen Humpen. „Das ist schade, denn ich hoffte auf deine Hilfe." Der Paladin begann zu erzählen: von dem Galka und von Nettes Gefangennahme. Doch während Hades dem Dragoon alles berichtete näherte sich eine Gefahr.


Wanda lag bäuchlings auf  einem der Hügel und beobachtete  durch eine Ahriman Linse, die Augen eines Monsters, das Treiben in der Siedlung. Mit solch einer Linse war es möglich Personen in sehr weiter Entfernung aus zu spionieren. Die Blaumagierin konnte die beiden Elvaan, die sich auf dem Rand des Brunnens nieder gelassen hatten gut sehen. Doch wer von den beiden war nun Kafahlors?
Beide hatten schulterlanges weißes Haar, doch nur einer trug eine Rüstung die weiß schimmerte. Doch ihrer Information zufolge trug der Dragoon einen Harnisch der in Magenta gefärbt war. Wanda verstaute die Linse in ihrer Tasche und dachte darüber nach was sie tun sollte. Hinter ihr warteten die blauen Geister, die Leibgarde der Kaiserin, auf Befehle. Wanda schaute zurück und blickte in die vermummten Gesichter, es waren ungefähr fünfundvierzig Köpfe.

 Im Dorf hatte sie meist alte Leute und Kinder gesehen, der Rest war sicher auf den Feldern. Nun musste sie entscheiden welchen der beiden Elvaan sie gefangen nehmen sollte. *Ich nehme einfach beide mit und der Falsche wird einfach entsorgt.* dachte sie leise. Es ging um ihren Herrn Itaban und es war ihr egal wie viele Unschuldige sie dafür töten musste. „Macht euch bereit!!" befahl sie. Die Blaumagier begannen mit den Armen schwungvolle Kreise in die Luft zu zeichnen. Augenblicklich begannen die Körper der Leibwache zu glühen. Die Magier waren nun gefeit gegen jeden Zauber oder Stahl mit dem man sie angreifen würde.


Kafahlors hatte schweigend zugehört, dann sagte er: „Ich weiß nicht. Ich habe hier so viele Pflichten und…" Ein lautes Trappeln von Hufen unterbrach den Dragoon. Ein Knabe mit wehenden schwarzen Haaren, stand auf dem Rücken eines Stieres der in die Siedlung ein galoppierte. Eine Herde von Kühen und Schafen folgten dem Knaben. Kafahlors rollte mit den Augen und schrie laut: „Flain! Lass den Unsinn und bring die Tiere in ihre Ställe!!" 

„Was ist das denn?" lachte Hades und klatschte in die Hände. „Ich weiß auch nicht." sagte Kafahlors. „Er ist von Altana gesegnet oder verflucht. Der Junge kann Tieren seinen Willen aufzwingen und sie tun lassen was er will. Einmal kam er mit einem Riesenskorpion ins Dorf und fragte ob er das Monster behalten dürfe." Die beiden Elvaan brachen in lautes Lachen aus bis ein Schrei die Fröhlichkeit erstickte.

Einer der Knappen fiel zu Boden, in seinem Rücken steckte ein Pfeil. „Wir werden angegriffen!!" rief eine alte Frau, die gestützt auf ihrer Krücke zum Haupthaus flüchtete. Hades zog sein Schwert und gab kurze, aber genaue Befehle an seine Ritter und Knappen. Kafahlors sah die Angreifer den Hügel herab stürmen. Er erkannte dass es keine Beastman waren und das machte es gefährlich. Bei Yagudo hätte er einfach seinen Drachen geschickt, doch diese vermummten Gestalten in der blau-weißen Uniform waren ihm unbekannt und damit unberechenbar. Der Dragoon wusste das keine Zeit war die Rüstung an zu legen oder seine Lanze zu holen. Deshalb griff er sich eine Heugabel und nahm seine Kampfhaltung ein. Die Knappen schossen mit ihren Langbogen Pfeile auf die Angreifer, jedoch ohne Erfolg. Hades hob sein Schild und rief: „Macht sie nieder!!" Dann erfolgte der Zusammenprall.

Kafahlors warf sich gegen zwei Gegner. Er versuchte einen mit der Forke auf zu spießen, doch die hölzernen Spitzen zerbarsten an dem magischen Schutz. Immer wieder griff der Dragoon an doch die anderen waren blitzschnell. Immer wieder hörte er die Schreie der Knappen die verletzt wurden. Nun fiel ihm auf, das seine Gegner nur mit ihm spielten. Nun gab Kafahlors was er hatte, er pfiff leise und ein Schatten legte sich über ihn. Der Drachen schnappte zu und einer der Angreifer war verschwunden. Ein neuer Gegner erschien und griff den Dragoon an. Kafahlors konnte an den Bewegungen erkennen, dass es sich um eine Frau handeln musste. „Ich prügel dich zurück an den Kochtopf, wo du hingehörst!!" rief er und griff an.

Die Frau schwang die Arme und aus dem Nichts erschien ein Knüppel. Der Dragoon musste drei harte Schläge einstecken, die ihn durch die Luft schleuderten. Er schlug hart auf, spuckte Blut und einen Zahn aus, dann sah er aus dem Augenwinkel dass sie ihre Arme erneut schwang. Kafahlors rollte zur Seite, die Pfeile die aus dem nichts kamen, verfehlten ihn nur knapp. Er rappelte sich schnell auf die Beine und hielt sich in Bewegung. Das war eine Art von Magie die er nicht kannte. Die einzige Möglichkeit das ganze halbwegs heil zu überstehen war, sie am Zaubern zu hindern. „Haltet ihre Arme vom Zaubern ab!!" Kafahlors brach den Stiel der Heugabel entzwei und schlug zu so schnell er konnte. Den Armen der Gegner durfte keine Pause gegönnt werden.

Der kleine Flain hatte sich in den Ställen versteckt. Nun sah er Hades mit drei Feinden kämpfen. Er wollte dem Paladin helfen und zog seine Schleuder aus der Tasche. Der Junge legte einen Stein auf den Lederfleck und schwang die Schlinge über seinem Kopf. Als er eines der Bänder los ließ, flog der Stein in die Richtung eines Gegners. Der Stein traf den Blaumagier an der Schläfe und eine tiefe Wunde klaffte an seinem Schädel. Der Magier sank benommen zu Boden und blieb liegen. Flain traute seinen Augen nicht. Warum konnte er den Feind mit einem Stein treffen und das Schwert aus Stahl des Paladin war nutzlos? 

Ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden nahm der Junge einen weiteren Stein und traf den nächsten Gegner. Nun wurden sie auf ihn aufmerksam. Ein Blaumagier zertrümmerte die Stalltür und stürmte auf Flain zu. Er baute sich vor dem Jungen auf und holte zum Schlag aus. In seiner Angst begann Flain zu schreien und plötzlich zuckte der Mann zusammen. Das Schwert fiel ihm aus der Hand, das Tuch das sein Gesicht bedeckte färbte sich rot und aus der Brust ragten lange Stierhörner. Der Bulle hatte den Magier mit den Hörnern aufgespießt. Das mächtige Tier hob den Kopf und schleuderte den toten Torso durch die Luft. Flain verstand es nun, der magische Schutz konnte nur geschmiedeten Stahl abhalten. Er rannte aus dem Stall, legte die Zunge an die Zähne und imitierte das Summen einer Biene.

Hades, Kafahlors und die Ritter kämpften so hart sie konnten und die magische Rüstungen schienen ihre Wirkung zu verlieren, jedoch wurden sie mehr und mehr in die Minderheit gezwungen. Ein Magier hatte den Drachen paralysiert und das Reptil lag bewegungsunfähig am Boden. 

Wanda versuchte immer wieder ein Zauber zu wirken, doch der Elvaan ließ ihr keine Möglichkeit dazu. Plötzlich vernahm sie ein seltsames Geräusch, ein Summen lag in der Luft. Sie nutzte einen kurzen Augenblick und schaute sich um. Eine riesige Wolke aus Insekten bewegte sich auf sie zu. Und nun griffen die Biester auch noch an. Bienen so groß wie eine Männerhand stürzten sich auf sie. Doch sie stachen nur die Blaumagier. Wanda sah einen schwarzhaarigen Jungen der den Kopf hin und her bewegte und summte.
Kafahlors drosch weiter auf seine Gegner ein, doch dann entdeckte er die Bienen. *Flain ich danke dir.* dachte er bei sich und sah wie die Blaumagier sich auf dem Boden rollten um den Stichen zu entgehen. Doch vergebens, viele der Angreifer lagen aufgedunsen und bis zur Unkenntlichkeit zerstochen am Boden. „Rückzug!!" rief eine Stimme und die Gegner flüchteten, verfolgt von einem Schwarm Bienen.

Die Dorfbewohner kamen aus ihren Verstecken und kümmerten sich um die Verletzten. Während Hades sich den Arm verbinden ließ, drehte er einen toten mit seinem Stiefel um. „Das sind Blaumagier aus Aht-Urgan. Was tun sie hier? Und warum greifen sie uns an?" Kafahlors schaute schweigend auf den toten Blaumagier, dann sagte er: „Sie wollten uns sicher daran hindern uns in Dinge ein zu mischen die uns nichts angehen. Wenn sie von uns wissen sind die anderen auch in Gefahr." Der Dragoon wischte sich das Blut aus dem Gesicht, ging in seine Hütte und kam gerüstet wieder. „Lass uns denen zeigen, dass wir uns nicht einschüchtern lassen." Hades nickte und bat die Dörfler sich um seine Leute zu kümmern.
Bevor Kafahlors sich auf den Weg machte, ging er zu Flain. „Das war gut Junge. Aber während ich weg bin lasse die Skorpione wo sie sind." Der Junge nickte. Hades und Kafahlors stiegen auf ihre Reitvögel und ritten los.

Wanda hatte aus der Ferne alles mit angesehen. Sie schaute auf ihren geschundenen Körper und war sicher, dass die beiden nicht noch einmal so viel Glück haben würden.  
Raziael/Überarbeitung: Rina Smaragdauge   

Samstag, 19. Januar 2013

Das Söldnerimperium Kapitel 10

                                                              Kapitel 10

Der Ork schaute Morrigan schweigend an und nickte mit dem Kopf. „Du hattest sehr viel Beistand von Altana. Wenn Flickblix nicht in der Nähe gewesen wäre hätte es ein schlimmes Ende genommen." Morrigan fehlten erst die Worte, doch dann fing sie sich wieder. „Du, du kannst Sprechen?" Der Ork, der gerade heißes Wasser in eine aus Ton gearbeitete Kanne füllte, erwiderte: „Natürlich kann ich sprechen oder hast schon mal einen stummen Ork gesehen?" Er nahm einen Holzlöffel und begann in der Kanne zu rühren, augenblicklich schwebte ein Teegeruch in der Höhle. „Nein, ich meine von wem hast du unsere Sprache gelernt?" „Na von einem wie du bist, nur größer." Morrigan knirschte mit den Zähnen. Dieser Ork hatte Ähnlichkeit mit dem Tarutaru der mit ihr zusammen wohnte. „Kannst du es mir nicht sagen? Oder willst du es nicht?" Der Ork hatte den Tee in zwei Holzbecher gefüllt und reichte einen an Morrigan. „Ich kann und will es dir nicht sagen, denn ich fürchte um meinen Frieden. Das letzte Mal bin ich nur mit knapper Not den Kopfjägern entkommen." Morrigan roch an dem Tee, ein Aroma von Ahornsirup und Fenchel drang in ihre Nase. *Wenn er mich hätte töten wollen, hätte er es schon längst getan.* dachte sie sich und trank den Tee. In diesem Moment betrat Flickblix die Höhle und setzte sich ans Feuer. 

Es war der beste Tee den sie je gekostet hatte, so mild und doch brachte das Gebräu neue Kraft in ihre Glieder. Plötzlich schoss ihr ein Gedanke durch den Kopf *Es war der beste Tee den ich je getrunken habe und niemals mehr trinken werde.* Das waren die Worte von Saxon gewesen als er von der Flucht aus Jeuno erzählt hatte. „Bluschnok, du bist Bluschnok. Aber Saxon sagte du seist Tod, wie bist du entkommen?"

Der Ork hätte sich beinahe an seinem Tee verschluckt, als sie den Namen erwähnte. „Du kennst Saxon?" Morrigan nickte. „Ich bin sogar mit ihm vermählt." sagte sie aufgeregt. „Dann kennst du sicher auch den Rotmagier. Saxon hatte eine Schatulle mit Zaubersprüchen vergessen. Als die Kopfjäger meine Hütte in Brand steckten, habe ich mich mit Hilfe eines Zaubers weg teleportiert.  Doch sag, wie geht es den beiden?" Morrigan erzählte ihm wie sie Saxon kennen gelernt hatte, wie sie Promathia besiegt hatten und von dem Fischrestaurant. „Aber was ich nicht verstehe, was wollten die Banditen von mir? Und was meinten sie als sie sagten ich könnte die Falsche sein?"

 Bluschnok trank seinen Becher leer, dann sagte er: „Als Flickblix mir sagte eine Freundin von ihm wäre verletzt, bin ich sofort mitgegangen. Als wir dich erreichten war die Mithra noch am Leben. Auf meine Fragen  antwortete sie nicht, so begann der Goblin sie zu Foltern. Obwohl ich versucht habe Flickblix Gutmütigkeit zu lehren, bleibt er doch ein Goblin. Auf jeden Fall sagte die Mithra, das sie im Auftrag vom Graf Fabilinus von Bastok arbeiteten und eine entlaufene Sklavin wieder einfangen sollten. Zudem sagte sie, dass der Graf einen Angriff auf die Burg von Rosemundt plane. Wer mit dem kleinen Graf gemeint ist weiß ich auch nicht."

Morrigan stockte der Atem bei dem Namen. Die Burg von Rosemundt, das war das Zuhause von Hades. Doch er und die anderen waren auf dem Weg nach Aht-Urgan. „Ich muss sofort dorthin und Cissie warnen!!" Sie sprang von der Pritsche und warf sich ihren Reisemantel über. „Wie komme ich aus der Höhle?" Bluschnok erhob sich und schüttelte den Kopf. „Du kannst nicht allein auf die Reise gehen. Überall lauern Gefahren!" Morrigan zog einen Sack zur Seite und hatte den Ausgang gefunden. „Wenn du dir so viel Sorgen machst kannst du ja mitkommen!!" sagte sie und lief in den Tunnel. Bluschnok schaute ihr hinterher und rief: „Dann geh, ich werde mich nicht in Gefahr bringen!!" Der Goblin knurrte den Ork an und folgte der Tarutarufrau. Bluschnok brummte etwas auf orkisch, nahm seinen Stab und folgte den beiden.

Viele Meilen entfernt unter dem Dschungel in Aht-Urgan 

Nette hatte angefangen mit Klopfzeichen sich mit den anderen Gefangenen zu verständigen. Auf diese Art hatte sie erfahren das nicht alle in diesem Verließ Soldaten waren. Bauern, Glücksritter und Frauen mit ihren Kindern, die von dem Kontinent Quon hier her verschleppt worden waren. Was Nette nicht erfahren hatte war, warum sie hier waren. Niemand wurde zur Arbeit gezwungen oder zu sonstigen Zwecken missbraucht, außer das von Zeit zu Zeit junge Männer und Kinder weg geholt wurden und nicht zurückkehrten. Die Mithra hatte einen Verdacht, wollte ihn aber gegenüber den Mitgefangenen nicht erwähnen. Sie vermutete, dass die Gefangenen als Nahrung für die Trolle dienten. Doch wie kamen Mithras oder Tarutaru nach Aht-Urgan? Diese Rassen gab es auf diesem Kontinent nicht. 

Doch sie hatte auch nützliches erfahren. Einer der Mitgefangenen hatte ihr von Magiern erzählt, die ohne Worte Magie wirken konnten. Sie benutzten nur ihre Hände dazu. Nette konnte sich nicht vorstellen wie das funktionieren sollte. Aber am meisten Angst machte ihr die Art diese Zauber zu lernen. Ihr wurde berichtet, das diese Magier die Fähigkeiten von den Gegnern stahlen und durch die einfachen Handbewegungen konnten sie schnelle Zauber wirken ohne langes Flüstern. Waren das etwa die vermummten Krieger gewesen die sie bei ihrer Ankunft im Palast gesehen hatte? Itaban hatte sie Blaumagier genannt, sie waren die Leibwache der Kaiserin und Itaban wollte sie aus der Nähe der Herrscherin haben.  
  
Das Knarren der Tür riss sie aus den Gedanken und versetzte sie in Furcht, denn sie hatte den Schweigetrank schon bekommen. Vier Trolle kamen in die Zelle und drängten sie mit erhobenen Lanzen in eine Ecke. Ein Gestank von kaltem Schweiß und Exkrementen schlug ihr entgegen und verursachte bei ihr Übelkeit. Nun erschien zwischen den Trollen ein Junge. Seine Haut wirkte ungesund weiß und seine Augen waren tiefrot, die schmutzig blonden Haare schimmerten im Schein der Fackeln. „Ich entschuldige mich für diese primitive Unterkunft." sagte er und seine Stimme klang sanft, aber doch lag etwas boshaftes darin. Er warf ihr ein Stück Kohle und Pergament zu. „ Nun können wir reden."

Nette nahm die Kohle und schrieb etwas auf das Pergament, dann reichte sie es dem Jungen. „Wer ich bin willst du wissen?" fragte er nach dem er das Pergament gelesen hatte. „Ich bin sicher dass du schon von mir gehört hast. Ich selbst nenne mich: der kleine Graf." 

Nette musterte den Jungen, auf eine Art kam er ihr bekannt vor. Seine Züge erinnerten sie an den Herzog von Jeuno. Doch noch nie hatte sie gehört dass es einen Sohn oder Bruder geben solle. Der kleine Graf schien ihre Gedanken erraten zu haben. „Du bringst mich mit dem Herzog von Jeuno in Verbindung? Nun du hast Recht. Ich bin sein Bruder, doch teile ich seine Ansichten nicht. Ich und mein schwächlicher Bruder stammen aus einem alten Geschlecht. Wir sind die letzten Zilart." 
Raziael/Überarbeitung: Rina Smaragdauge