Sonntag, 10. Februar 2013

Das Söldnerimperium Kapitel 13


  
                                                                   Kapitel 13

Zurück im Palast berichteten Cevh und Shir was sie erfahren hatten. Bullwey und Saxon hatten ähnliches gehört und in beiden Fällen waren es Menschen, die ihnen das Gerücht zugespielt hatten. Itaban ging schweigend auf und ab, dabei schien er angestrengt nach zu denken. Nach einer Weile sagte er:  „Es ist eine Falle und wir sollen hineintreten." Er ging zu einem Schrank und holte eine Karte hervor. Er breitete das Papier auf dem Tisch aus und winkte alle zu sich. „Dort sind die Pferdehufe. Lodrik, Bullwey und ich werden die Vorhut bilden." Er zeigte auf Shir und die beiden Magier. „Ihr drei werdet euch im Hintergrund halten und uns mit eurer Magie Rückendeckung geben. Ich wünschte Kafahlors wäre hier, seinen Drachen könnten wir nun gut gebrauchen." Er nahm sein Schwert und ging zur Tür. „Ich werde alles vorbereiten damit wir schnell aufbrechen können. Ihr werdet euch die Karte einprägen für den Fall, dass wir getrennt werden."

Am Nachmittag war alles organisiert. Itaban hatte für alles gesorgt. Chokobos, Öl der Stille um lautlos laufen zu können und Prismapulver das einen vor den Augen der Gegner verbirgt. Sie verließen die Stadt und betraten den Dschungel. Zu Beginn schien es einfach zu werden, doch schon bald begegneten sie den ersten Bestien. Riesige Spinnen, die in der Abendsonne golden schimmerten und schweineähnliche Wesen, die in den Tümpeln lebten und ihre Beute mit einer langen Zunge töteten. Bald gab Itaban das Zeichen das die Magier und der Dunkelritter Abstand halten sollten.

Die Krieger und der Mönch stiegen von den Reitvögeln ab, sie gossen Öl der Stille über ihre Stiefel und setzten den Rest des Weges zu Fuß fort. Itaban hob die Hand und alle blieben stehen. Zwischen den Bäumen kroch ein Wesen an ihnen vorbei. Der Unterleib glich dem einer Schlange, der Oberkörper dem einer barbusigen Frau. Die roten Augen funkelten, doch schien sie nicht gut damit zu sehen. Die Lamia, so wie Itaban es nannte, bewegte den Kopf hin und her als wolle es Geräusche einfangen. Plötzlich hielt das Wesen inne, die Augen schienen zu leuchten und es flüsterte in einer unbekannten Sprache. Eine Raubkatze kam aus dem Gebüsch auf die Lamia zu gelaufen. Doch nicht etwa aggressiv, eher wie eine Hauskatze die gestreichelt werden will. Das Wesen strich der Katze durch das Fell, dann ging alles rasend schnell. Die Lamia schlug dem Raubtier ihre messerscharfen Zähne ihn das Fell und saugte ihm das Blut aus. Die Katze ließ es geschehen, als hätte sie sich mit ihrem Schicksal abgefunden. Als alles Leben aus dem Tier entschwunden war, wirkte die Lamia euphorisch und erregt. Sie stieß einen schrillen Schrei aus und verschwand. 

Itaban gab das Zeichen zum Weitergehen. Er hoffte dort irgendein Anzeichen der Gefangenen zu finden. Die drei Krieger schlichen durch den Wald, in vier Schritt Abstand folgten der Dunkelritter und die Magier. Die Luft war feucht und drückend. Sie fühlten sich von hundert Augen beobachtet und waren immer auf einen Angriff vorbereitet.

Plötzlich schien Lodrik erstarrt zu sein. Bullwey sprach ihn im Flüsterton an: „Hey Lodrik, was ist los?" Doch der Krieger reagierte nicht. Seine Augen schienen ins Leere zu schauen, dann ohne Warnung zog er seine Axt und griff den Galka an.

Bullwey war nicht darauf gefasst und sah die Schneide der Axt auf sich zu kommen. Doch der Schlag wurde geblockt. Itaban hatte schnell reagiert und den Angriff mit seinem Schwert verhindert. Lodrik ging auf die beiden los wie ein wütender Ork. „Sucht die Lamia!!" rief Itaban den Magiern zu.
Shir griff zu seiner Sense. „ Cevh mach dich bereit zu Heilen, Saxon du gibst mir Rückendeckung!" Die Magier rannten durch das Gebüsch, während Bullwey und Itaban versuchten Lodrik im Zaum zu halten, was sehr schwer war ohne ihn zu verletzen. Denn auch wenn er unter einem Bann stand war er ein passabler und tödlicher Kämpfer. 

Cevh hörte ein Wispern und gab den anderen ein Zeichen. Hinter einem Baum sahen sie das Schlangenwesen mit glühenden Augen und die Arme ausgestreckt. Shir wartete nicht und griff das Wesen an. Was ein Fehler war, denn das Wesen war nicht allein. Eine zweite Lamia kam aus dem Gebüsch gekrochen und stieg in den Kampf ein. Saxon bemerkte das die Zweite versuchte den Dunkelritter zu bannen versuchte. Er hob seinen Stock und sandte einen Blitz gegen sie. Gleich danach baute er einen Schutzzauber um sich herum auf. 

Shir attackierte seinen Gegner mit harten Schlägen, konnte dem Lamia aber keine großen Verletzungen zufügen. Diese Wesen schienen magischen Ursprungs zu sein und konnten sich gegen physische Angriffe schützen. Cevh hatte nicht die Möglichkeit in den Kampf einzugreifen. Er versorgte den Schwarzmagier mit einem Zauber der die Mana regenerierte und belegte den Dunkelritter mit Schutzzaubern. Zudem musste er dafür sorgen, dass die Verletzungen die beide erlitten sofort geheilt wurden. Als er merkte das beide Lamia von ihm abgelenkt waren, wagte er einen Austausch. Bei dieser angeborenen Fähigkeit, die nur Rotmagier besaßen, wurde die Lebensenergie in Mana umgewandelt, was für den Magier ein gefährliches Unterfangen war, denn für einen kurzen Augenblick war er tödlich geschwächt. Cevh wirkte einen starken Heilzauber auf sich selbst und fuhr fort sich um die anderen zu kümmern.

Shir hatte mit dem Gedanken gespielt seine Absorbmagie zu benutzen, war sich aber nicht sicher ob es klug war Kraft und Intelligenz von unbekannten Wesen auf sich zu übertragen. Doch nun sah er, dass er keine Wahl hatte. Saxons Magie wurde immer schwächer und Cevh hatte schon einen Austausch gewagt. Er machte einige harte Ausfälle und wirkte seine Zauber, das Leuchten der roten Augen wurde schwächer. Er wirkte den Zauber noch zweimal und der Blick der Kreatur wurde matt.

Ein lautes und Ohrenbetäubendes Kreischen war zu hören. Die Lamia mit der Saxon kämpfte sank verletzt zu Boden, Itaban hatte ihr sein Schwert in den Rücken gerammt. Bullwey kam Shir zu Hilfe, Lodrik torkelte benommen zu ihnen und schien nicht mehr unter dem Bann der Lamia zu stehen. Nun waren die Wesen schnell besiegt und lagen erschlagen auf der Erde. „Los weg, hier finden wir nur den Tod." keuchte Itaban. Sie bahnten sich einen Weg zurück zu den Chokobos und kehrten in die Stadt..

Itaban besorgte Zimmer in einer Schenke am Hafen, der Palast war ihm nicht mehr sicher genug. Tief in seinem Herzen wusste er nun, das er nur den Gefährten an seiner Seite vertrauen konnte. 
Raziael/Überarbeyung: Rina Smaragdauge
Kommentar veröffentlichen