Sonntag, 9. September 2012

Die Prophezeiung Kapitel27 ( Derwie bei den Jägern)

Urgandel im Hundertviertzigsten Mondzyklus nach der Besetzung: Festung der Jäger

Derwie spazierte durch die Stollen auf der Suche nach Anhaltspunkten. Doch die Heimat der Jäger war völlig anders als die der Schmiede oder ihre eigne. Die Stollen waren grob in den Felsen gehauen und es gab keine Wegweiser. *Wie finden sich die Bewohner des Östlichen Gebirges hier nur zurecht?* fragte sie sich in Gedanken. Immer wenn sie glaubte, den richtigen Weg gefunden zu haben, der die sie zum Thronsaal bringen würde, fand sie sich in der großen Halle oder am Eingang wieder. Sie versuchte es erneut und versuchte einen anderen Stollen. Sie folgte dem Gang und schaute angespannt auf Hinweise, viel zu spät bemerkte sie den Zwerg der auf sie zu kam.

Sie stieß mit dem jungen Mann zusammen, der sie auch nicht gesehen hatte weil er ein Fass trug in dem Leder zum Weichen in einer Salzlake lag. Es polterte als der Bottich auf den Boden krachte und der Zwerg fiel Derwie direkt in die Arme. „Das tut mir aber leid!!" rief die Zwergin während sie dem Zwerg wieder auf die Beine half. Der Zwerg errötete. „Das ist schon in Ordnung ,ich hätte ja auch aufpassen können."  Gemeinsam legten sie das Leder wieder in das Fass. „Komm, ich helfe dir tragen und werde deinem Clan das Unglück erklären." 

Der junge Zwerg führte sie durch verschiedene Stollen, jetzt schon hätte Derwie nicht mehr sagen können in welchem Teil des Gebirges sie sich nun befand. Vor einer großen Tür setzten sie das Fass ab und der Zwerg klopfte an. Es wurde ihnen aufgetan, eine breite Zwergin mit braunem Umhang und blonden Zöpfen stand vor den Beiden. Sie schaute erst Derwie an und dann den Zwerg. „Wer ist diese Zwergin? Und warum ist keine Lake in dem Fass?" Ohne ab zu warten ergriff Derwie das Wort. „Ich bin Derwie Goldfaust aus dem Südlichen Gebirge, durch meine Unachtsamkeit stieß ich mit dem Jungzwerg zusammen. Ich stehe hier um meine Schuld zu bekennen, damit er nicht zu Unrecht gestraft wird." Die Zwergin trat zur Seite und ließ Beide eintreten. Derwie  folgte der Zwergin und gelangte in einen kleinen Saal.

 Die stämmige Zwergin ging zu einem Zwerg der an dem Kopfende einer Tafel saß und flüsterte ihm etwas zu. Derwie wurde an den Tisch gewunken und man brachte ihr zu essen. „Willkommen in der Festung der Jäger, mein Name ist Osander Breitrücken. Was führt euch zu uns?" Der Zwerg der sie begrüßt hatte war sicher zweihundert Sonnen alt, aber doch wirkte er immer noch kräftig. „Ich komme um eine Audienz  bei König Burkhas Bärenschlag zu erbitten. Doch ich finde den Weg zum Thronsaal nicht." Der alte Zwerg lachte. „So geht es allen Fremden, wir Jäger brauchen keine Wegweiser. Selbst im dichten Wald finden wir immer wieder nach Hause. Jared unser Gott würde nie eines seiner Kinder im Stich lassen." Derwie genoss die Mahlzeit, schon lange hatte sie kein richtiges Zwergenmahl mehr in den Magen bekommen. 

„Was willst du von unserem  König?" fragte Osander mit vollem Mund. Derwie dachte nach was sie antworten solle und entschied, den Zwerg im Dunkeln zu lassen. „Ich bringe eine Nachricht, aber auch wenn ich nun unhöflich wirke, es geht nur den König etwas an." Osander lachte. „Das ist mal eine direkte Antwort, du würdest gut zu meinem Sohn Widglif passen." Derwie lächelte und winkte ab. „Tut mir leid, aber ohne Zustimmung meiner Familie nehme ich keinen Antrag an." Osander lachte wieder. „Du gefällst mir Mädchen, doch nun wird Widglif dich zum König bringen."

Burkhas Bärenschlag empfing die Zwergin, sofort erzählte sie ihm was geschehen war und von Bringas Grossohr. Der König dachte schweigend nach, dann sagte er: „Was du gegen Bringas vorbringst ist eine schwere Anschuldigung, jedoch ergibt das was du berichtest einen Sinn. Die Grossohren waren nie gute Jäger, doch seit einiger Zeit kaufen sie ihr Fleisch anstatt selbst zu jagen." Burkhas schickte eine Wache los um Bringas zu holen. „Wenn es wahr ist was du sagst Zwergin, dann werde ich mich mit den anderen Königen treffen."

Bringas Grossohr betrat den Thronsaal, einige Clanmitglieder folgten ihm. Der König erzählte dem Zwerg was ihm vorgeworfen wurde, doch Bringas hob nur die Schultern. „Ich habe Waffen gekauft und mit Gewinn an die Edelsteinschleifer verkauft. Ist das verboten? Mein Clan muss auch leben."
„Aber die Waffen, die für Zwerge viel zu groß waren sind nie im Südlichen Gebirge angekommen. Und es wurde ein Zwerg gefangen genommen der gestand in deinem Auftrag die Waffen an Söldner verkauft zu haben." Bringas wurde unruhig, er schaute sich um und schien die Wachen zu zählen. „Das ist eine Lüge, das muss sich dieser Breitrücken ausgedacht haben. Er sinnt auf Rache für die Verbannung seines Sohnes." Der König ließ Derwie vortreten. „Sie kommt aus dem Südlichen Gebirge und keiner der Edelsteinschleifer hat je Waffen bei dir bestellt." 

Bringas zog seinen Kriegshammer und seine Clanmitglieder taten es ihm nach. Sofort waren sie von Wachen umzingelt. „Bringas Grossohr, du hast deine Ehre verloren, lasse die Waffe sinken oder dein ganzer Clan wird darunter leiden." Der Zwerg ließ seinen Hammer auf den Boden fallen." Ich allein habe dafür die Verantwortung, die anderen meines Clans haben nichts damit zu tun." Bringas wurden in die Verliese gebracht und die anderen aus dem Thronsaal verwiesen. Der König wandte sich an Derwie. "Ich werde mit dir kommen, morgen verlassen wir das Gebirge."
Raziael/Überarbeitung: Rina Smaragdauge





  


        




   

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