Sonntag, 16. September 2012

Die Prophezeiung Kapitel 28 ( Entscheidungen)

Urgandel im Hundertundviertzigsten Mondzyklus nach der Besetzung: Sümpfe von Zwingar

Unter der Führung von Ephaistra erreichten Fortingas, die Schattenelben und die Zwerge das Lager der Rebellen. Calseha lief ihnen entgegen und umarmte den Halbalben. „Ich bin so froh dass euch nichts geschehen ist." Tenebris, die Mutter von Fortingas, beobachtete die Begrüßung und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Als Tenebris Wallungur sah ließ sie ihn gleich in ihr Zelt bringen, Tyrella ging mit und wich nicht von seiner Seite. 

Die Nachtalbin beschaute die Stichwunde und wirkte besorgt. „Die Wunde ist gut behandelt worden, doch er hätte sich nicht bewegen dürfen." Sie nahm einen Becher und füllte verschiedene, übel riechende Flüssigkeiten hinein. Tenebris bemerkte den kritischen Blick der Zwergin. „Mache dir keine Sorgen, das wird die Entzündung aus der Wunde treiben." um Tyrella zu beruhigen, trank die Nachtalbin selbst aus dem Becher bevor sie es dem Zwerg einflößte. 

Kurz nachdem der Becher geleert war fiel Wallungur in einen tiefen Schlaf und begann zu Schnarchen. Ephaistra und die anderen Schattenelben wunderten sich, dass jemand so laut atmen konnte. „Daran gewöhnt man sich." lachte Fortingas und legte seinen Arm um Tyrella. „ Komm, er braucht Ruhe und du auch. Du wirst ein Zelt mit Calseha und Ephaistra teilen."

Er brachte sie zu ihrer Unterkunft und suchte sein eignes Zelt auf. Im Zelt traf Tyrella auf die Magd. Calseha war grade damit beschäftigt ihre Kleidung ab zu legen. „Hallo, komm und ruhe dich aus. Hier ist ein Feldbett für dich." sagte die junge Frau  und führte sie zu der Liege. „ Kann ich dich etwas fragen?" begann Calseha erneut, Tyrella nickte. „Wie ist Fortingas so? Du warst doch lange Zeit mit ihm auf Reisen." Die Zwergin rollte mit den Augen. „Er ist ein verwöhnter Trottel und ein Tollpatsch. Einmal hat er mich tagelang darum an gebettelt ihm eine Gabel zu schmieden, weil er nicht mit den Fingern Essen wollte. Aber er ist ein guter Freund auf den man sich verlassen kann." Calseha lachte. „Ist er wirklich so schlimm? Weißt du ob er schon versprochen ist oder eine Verlobte hat?" Nun lachte Tyrella. „Ich weiß nicht, aber ich empfehle dir zu warten bis er erwachsen ist." 

Tenebris ließ eine Schattenelbin bei Wallungur zurück als sie das Zelt verließ. Sie ging zu den Anführern der Rebellen. Elmrok und Panrek waren zwei raubeinige Krieger mit langen Haaren und grimmiger Miene, doch in ihren Leibern schlug ein starkes Herz. Tenebris setzte sich zu ihnen ans Feuer und nahm sich einen Becher Tee. „Wie steht es mit den Zwergen? Werden sie sich erholen?" fragte Elmrok. Die Albin nickte. „Ja, der Zwerg ist stark und sehr widerstandsfähig."

Am nächsten Morgen traf Arwenie mit dem König der Zwerge des Südlichen Gebirges ein, Begleitet wurden sie von zweihundert Kriegern und Kriegerinnen. Tenebris trat dem Herrscher allein und ohne Waffen entgegen. „Ich grüße dich König Hogusch. Du weißt was geschehen soll. Wir wollen den Frieden und die Einigkeit dem Land zurückgeben, doch dazu benötigen wir die Hilfe der Zwerge." Der König schaute der Nachtalbin in die roten Augen. „Du bist mutig Langohr. Doch wer sagt uns dass es keine Falle ist. Ich muss mich erst mit den anderen Herrschern beraten, dann werden wir euch Rede und Antwort stehen."
Die Zwerge folgten Tenebris ins Lager. Mit griffbereiter Waffe stiegen sie von den Ponys, doch als sie sahen wie schlecht die Bewaffnung der Rebellen war, entspannten sie sich etwas. Am Abend erreichten die Zwerge aus dem Östlichen und dem Nördlichen Gebirge das Versteck. Auch sie kamen mit Kriegern, die als Schutz dienten. Die Zwerge begrüßten einander, dann gingen die Könige in ein eigens für sie aufgestelltes Zelt um zu beraten wie es weiter gehen sollte.

Tyrella lief zu ihrem Vater und begrüßte ihn herzlich. „Vater ich habe einen Gefährten gefunden. Ich liebe ihn und er liebt mich." überbrachte sie die freudige Nachricht. Der Zwerg entließ die Zwergin aus seinen Armen. „Und wer ist der Glückszwerg, dem ich meine Tochter zur Frau geben darf?" fragte er voller Neugier. Tyrella hob den Kopf, dann sagte sie stolz: „Er ist ein tapferer Jäger, sein Name ist Wallungur Fuchstöter…" Sie wurde jäh unterbrochen von einem anderen Jäger. „Wallungur? Sagtest du Wallungur? Wo ist er?" Tyrella schaute ihn beleidigt an. „ Nun? Jäger ohne Namen, sage mir erst was du von meinem zukünftigen Ehemann willst?" Der Zwerg machte eine Geste der Entschuldigung in dem er sich auf den Mund schlug. „Ich bin Osander Breitrücken, Führer der Breitrücken und Vater von Wallungur." 

Die Zwergin schaute ihn vorwurfsvoll an. „Du verlangst von mir, jemandem wie dir zu sagen wo er ist? Jemand der zugelassen hat, das er gestraft und verbannt wurde?" Osander senkte schuldig den Kopf. „Ich hatte keine Wahl, die Gesetzte der Jäger verlangten es. Wäre ich damals schon der Führer gewesen, hätte ich es nicht zugelassen. Bitte lasse mich zu ihm, es verlangt mich meinen Sohn zu sehen."
Tyrella führte den Zwerg zu dem Zelt in dem Wallungur schlief und ließ ihn allein eintreten. Osander trat an das Bett auf dem sein Sohn schlief. Liebevoll streichelte er den Kopf seines Sohnes. „Wallungur mein Sohn, wie sehr habe ich dich vermisst. Jeden Tag habe ich zu Jared gebetet, er möge dich nicht mit auf seine Reise nehmen." Er zog dem Zwerg die Decke bis ans Kinn. „Schlafe mein Junge und werde wieder gesund."

Als der Mond am höchsten stand verließen die Könige das Zelt. Hogusch trat auf die wartenden Schattenelben, Menschen und Zwerge zu. „Wir haben uns beraten und sind zu einem Ergebnis gekommen." Alle schauten wie gebannt auf den König. „Wir werden dem Streit gegen die Nachtalben beitreten." Ein lautes Jubeln ging durch das Lager. Tyrella die neben Tenebris stand sagte mit einem Lächeln: „Nun kann der Kampf beginnen." Tenebris lachte. „Nur wirst du nicht an den Kämpfen teilnehmen." Die Zwergin schaute sie mit fragender Miene an. Wieder lächelte die Nachtalbin. „Als ich dich Untersuchte, spürte ich unter deiner Brust ein zweites Herz schlagen, bei euch Zwergen scheint sich neues Leben sehr schnell zu entwickeln." Die Zwergin warf sich gegen Tenebris, umarmte sie so gut es bei dem Größenunterschied ging und mit einem glücklichen Lächeln flüsterte sie: „Danke, danke, danke."
Raziael/Überarbeitung: Rina Smaragdauge  
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