Sonntag, 18. März 2012

Die Prophezeiung Kapitel 2 ( Streit zwischen den Clans)

Urgandel im Hundertvierunddreißigsten Mondzyklus nach der Besetzung, Nähe des Östlichen Gebirges: Drei Tage vor Neumond

Die Gruppe von fünfzehn Zwergen sagten nicht viel während sie ihre Arbeit verrichtete. Junge Äste und Bäume wurden geschlagen und mit Stricken an die mächtigen Tannen gebunden so dass eine Gasse entstand. Am Ende des von Hand angelegte Pfades wartete ein, in die Höhe gezogener, Holzrahmen mit querstreben an denen Eisenspitzen befestigt waren. Dieser Rahmen sollte herab fallen sobald ein Mechanismus ausgelöst werden würde. Die Zwerge Arbeiteten im Auftrag eines Dorfes das dem Fürstentum Urlandis angehörte. Ein Raubtier trieb in den Wäldern sein Unwesen und bedrohte das Dorf und seine Bewohner.

Bei dem Raubtier handelte es sich um einen Mudrok, In Fell und Form glich es einem Wolf jedoch diese Mudrok gingen aufrecht, das Furchteinflößende Maul war besetzt mit langen Zähnen und die Krallen so scharf wie Fleischermesser. Die Nachtalben hatten das Tier ins Land gebracht um  darauf zu Jagen. Die Mudrok hatten sich in den Sümpfen von Zwingar eingenistet und vermehrten sich schnell. Die Albe machten regelmäßig Treibjagten und hatten ihr Vergnügen daran, jedoch wegen einem Exemplar würden sie nicht ihre Bögen spannen.

Deshalb Nahmen die Menschen die Hilfe der Zwerge in Anspruch auch wenn es teuer war. Das Kleine Volk, wie es von den Menschen genannt wurde waren die letzten freien Völker auf Urgandel. Oft waren die Nachtalben gegen die Wehrtürme der Zwerge angerannt doch ohne Erfolg.
Calister Pouè pas, Der Oberste Alb hatte es Irgendwann aufgegeben doch die Zwerge waren immer auf der Hut. 

Ein Zwerg mit Axt und Schild kam den Weg entlang gelaufen und meldete das der Köder ausgelegt sei. Um den Mudrok an zu locken hatte man eine Ziege geschlachtet und eine Blutspur gelegt. War die Bestie nah genug heran gekommen würde einer der Jäger die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und den Mudrok in die Gasse locken, wichtig war nicht selbst auf die Falle zu Treten sondern darüber hinweg zu springen.
Wallungur  Fuchstöter aus dem Clan der Breitrücken, Kontrollierte den Auslösemechanismus um sicher zu gehen das er auch nicht zu stabil gemacht war. Immer wieder schaute er zu der Zwergin mit den braunen Zöpfen. Als sein Vater das bemerkte gab er ihm einen tritt. „Hör auf das Weib an zu Glotzen, mit den Grossohren wollen wir nichts zu tun haben!" grummelte der Alte Zwerg und schaute wütend zu Bringas Grossohr, dem Clanführer der Grossohren. „Und warum nicht?" fragte er seinen Vater. Der Alte legte die Hände in die Hüften. „Sie haben in der Vergangenheit unserem Clan etwas angetan!" Schnaubte er. Wiederum fragte Wallungur: „Was haben sie uns den angetan?"

 Der alte  Mann begann zu beben. „ Etwas Schlimmes und nun hör auf so viel zu fragen und mach deine Arbeit" Wallungurs Vater ging wieder und murmelte dabei etwas in seinen Bart.
Wallungur war nun vierzig Sommer alt, er kannte den Wald, das Östliche  Gebirge und viele der Zwerge die dort lebten. Er hatte die Angriffe der Nachtalben mit erlebt, aber heute hörte er erstmals davon dass sein Clan im Streit mit den Großohren lebte. 

Der Wind brachte den fauligen Geruch des Mudrok mit sich, es war soweit. Die beiden Führer beider Clans bauten sich voreinander auf, es musste entschieden werden wer der Lockvogel sein sollte. Osander Breitrücken schlug sich auf die Brust. „Mein Sohn Wallungur wird die Bestie herbringen, er ist Jung, Kräftig und ist dafür am besten geeignet!" Bringas wurde rot vor Zorn. „Bei Jared! Das ist eine vermaledeite Beleidigung, ich werde dir beweisen das die Kinder meines Clans den deinen Ebenbürtig und besser sind!"er zeigte auf die Zwergin mit den braunen Zöpfen. „Meine Tochter Swanthe wird den Mudrok herbringen!" das Mädchen verlor alle Farbe aus ihrem Gesicht.

Osander schüttelte energisch den Kopf das der lange Bart nur so flog. „Deine Tochter ist gerade fünfunddreißig Sommer Alt,  noch nie hat sie an solch einer Jagd teilgenommen!" Bringas wollte nichts davon hören, selbst seine Clanangehörigen konnten ihn nicht davon abbringen Swanthe den Lockvogel spielen zu lassen. Den Ruhm des heutigen Tages würden die Großohren in das Östliche Gebirge tragen oder niemand.
Die Zwergin legte Kettenhemd, Waffen und alles andere das sie beim rennen behindern konnte ab. Sie schritt mehrmals die Gasse entlang um sich zu merken wo die Trittfalle war. Wallungur beobachtete sie dabei, deutlich konnte er die Angst in ihren braunen Augen sehen.
Swanthe verließ die Gasse aus Holz und lief dem Mudrok entgegen. Wallungur und die anderen versteckten sich am Ende der Gasse, die Äxte kampfbereit in den Händen. Vier der Zwerge, zwei von jedem Clan, hatten sich mit Armbrüsten in den Bäumen Positioniert.

Ein lautes und bedrohliches Brüllen war zu hören. Dann näherten sich schritte. Der Mudrok war Swanthe dicht auf den Fersen. Die Zwergin steuerte in die Gasse gefolgt von der Bestie. Der Mudrok war von dem Blutgeruch berauscht, fixiert auf seine Beute bemerkte er nicht dass er in eine Falle lief. Die Zwerge am Ende der Gasse begannen laut zu rufen um den Mudrok noch mehr in Wut zu bringen. Swanthe  begann ihre Schritte zu zählen um rechtzeitig über die Trittfalle zu springen. Sie war in der Mitte der Gasse als sich etwas um ihren Fuß legte. Sie hatte sich in einer Wurzel verfangen und stolperte. Die Zwergin fiel der Länge nach hin, sofort war der Mudrok über ihr. Die Armbrustschützen schickten ihre Bolzen auf die Reise, Verletzten ihn aber nur.

Wallungur sah was gesehen war und rannte los. Die Rufe seines Vaters Ignorierend sprang er mit einem Hechtsprung über die Trittfalle, rollte sich ab und zog das Jagdmesser aus seinem Stiefel. Der Zwerg peilte sein Ziel kurz an und schleuderte das Messer nach den Mudrok.
Die Klinge drang in den Unterleib der Bestie ein und ließ sie aufbrüllen. Wallungur dachte nicht daran sich auf die Schützen in den Bäumen zu verlassen. Das spannen der Armbrüste dauerte, mit einer kurbel musste die Sehne zurück gezogen werden. Er setzte zu einem Entscheidenden Sprint an, denn lange würde der Mudrok sich nicht von den Schmerzen ablenken lassen. Swanthe lag wie erstarrt auf dem Rücken ihre Augen auf das Raubtier gerichtet. Plötzlich ging ein betäubender schmerz durch ihren Kopf. Wallungur hatte einen ihrer Zöpfe gepackt und schleifte sie von dem Mudrok weg.

Das Untier versuchte sich von dem Messer zu befreien. Die dabei entstehenden Schmerzen versetzten das Raubtier in noch mehr Wut. Als der Mudrok bemerkte dass sich jemand mit seiner Beute aus dem Staub machte griff er sofort an.
Wallungur duckte sich unter den Angriffen weg bis er hinter der Bestie stand. Mit seiner Axt schlug er in den Oberschenkel der Bestie, dunkelrotes Blut schoss aus der Wunde. Die darauf folgende Attacke wehrte er mit dem Griff seine Zweihandaxt ab und Konterte. Die Axt durchtrennte das Knie, der Mudrok knickte ein und ging zu Boden. Ohne zu Zaudern setzte Wallungur nach und trieb die Axt in den Schädel der Bestie. Nun waren auch die Schützen soweit, vier Bolzen drangen durch den Rücken in das Herz des Mudrok. Die Bestie war erlegt.

Alle Jubelten und reckten Wallungur die Axt entgegen. Swanthe hielt sich ihren schmerzenden Kopf und wollte sich bei dem Zwerg für sein Handeln bedanken, doch sie wurde  aufgehalten. Bringas stellte sich zwischen Wallungur und seine Tochter. „Das ist wieder Typisch für euch Breitrücken, sich den Ruhm anderer ein zu heimsen!" diese Worte spuckte er dem jungen Zwerg gerade in sein Gesicht. Nun war es Swanthe Zuviel und sie meldete sich zu Wort. „ Aber Vater ich war ohne Waffen! Ohne die Hilfe von Wallungur wäre ich nun Tod!" Bringas fuhr herum und verpasste seiner Tochter eine heftige Ohrfeige. „ Schweig du hast mich und deinen Clan enttäuscht!" dann schaute er zu Osander. „Ich und alle anderen im Gebirge wissen dass die Großohren die Besseren Jäger sind und halte deinen Bastard von meiner Tochter fern."
Die Clans trennten sich. Die Bezahlung würde gerecht aufgeteilt werden, doch im Östlichen Gebirge würde der Clan der Breitrücken als die Bezwinger der Bestie bekannt werden. 
Raziael, Überarbeitung Rina smaragdauge


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