Sonntag, 25. September 2011

Chroniken von Vana'Diel Kapitel 31 ( Auf zu neuen Abenteuern)

 Der Sieg über die Vogelhaften Yagudo hatte seinen Tribut gefordert, es gab viele Tote zu beklagen, viele Frauen waren nun Witwen und Kinder Waisen. Doch die Gemeinschafft kümmerte sich um die zurückgebliebenen. Bald hatte man  die einfache Umzäunung in einen Schutzwall verändert und die Häuser wieder aufgebaut. Kafahlors und Lodrik hatten sich von ihren Verletzungen erholt und der Tag der weiterreise war gekommen.


Hades von Rosemundt hatte ein gesatteltes Chokobo neben sich, ihn drängte es abzureisen, da er seine Ländereien schon zu lange allein gelassen hatte. Er verabschiedete sich und verließ das Dorf. Khira und Kafahlors hatten sich entschieden noch im Dorf zu verweilen, wenn die Yagudo zurückkehrten, sollten die Dörfler darauf vorbereitet sein. Bullwey und Lodrik hängten sich ihre Taschen um, die Leute im Dorf hatten sie ausreichend mit Proviant versorgt, als Doreen sich ihnen näherte, in ihrem Arm schlief das neugeborene Kind ihrer Schwester.

Lyrana nickte allen zu. Bullwey himmelte das Kleine Baby an „ Er sieht Kräftig aus, sicher werden ihm eines Tages die Frauen hinterherlaufen, hat er schon einen Namen?" Doreen nickte und sagte: „Ich werde ihn nach seiner Mutter benennen, er soll Flain heißen" sie gab dem Säugling einen Kuss „und er wird einmal ein guter Landwirt, die Tiere sind nun schon ganz vernarrt in ihn" alle lachten, nur Khira schaute nachdenklich auf das Kind.
Sie reichten einander die Hände, dann machten Bullwey und Lodrik sich auf den Weg in Richtung Tahrongie- Schlucht.

                                                                 ***
Nette, Shir und Lyrana hatten bei einem Bauern Arbeit gefunden, damit wollten sie Geld für die Weiterreise verdienen. Shir schnitt den Weizen, während Nette und Lyrana hinter ihm herliefen und das Getreide zu Garben bündelten. Die Arbeit war hart und anstrengend, Shir hatte sich eine Sense des Bauern geliehen, seine Waffe war im zu schade dafür. Der Ritter begann Muskeln zu spüren, von denen er nicht einmal wusste dass er sie besaß. Er studierte jede Bewegung die er ausführte, auch verglich er die das Erntegerät mit seiner Waffe.


Die Sense des Bauern hatte zwei griffe, während seine Waffe nur ein glatter Stab war. Er dachte darüber nach Handschlaufen an seiner Waffe an zu bringen, dann wäre er imstande damit genauso kraftvolle Schläge aus zu führen, ohne fürchten zu müssen das ihm die Waffe aus den Händen glitt. Lyrana hatte Blasen an ihren Händen, dass sie diese Arbeit nicht gewohnt war konnte man deutlich sehen. Sie hatte Nette erzählt, dass ihr Vater ein Kleidergeschäft in Windurst hatte und dass ihr Zukünftiger Ehemann, dieses Geschäft einmal übernehmen würde. Auf die Frage ob sie denn auch Kinder haben wolle, nickte sie und meinte ihr erstes Kind würde ein Mädchen sein und der Name solle Chicka sein, etwas anders käme gar nicht in Frage. Doch Lyrana klagte nicht, sie beteiligte sich an der Arbeit und versuchte Schritt zu halten.


Wie jeden Abend nach getaner Arbeit, saßen die drei in der Taverne bei einem Krug Bier. Im der Schankstube herrschte reges Geplapper und es wurden Lieder gesungen, als die Tür geöffnet wurde, war es mit einem Schlag still, im Eingang standen drei gestalten, jeder trug einen schwarzen Umhang, die Kapuze tief in das Gesicht gezogen. Mit Schweren und lauten schritten steuerten die drei auf Shir und die beiden Frauen zu. Shir schob mit dem Fuß seine Sense, die neben ihm auf dem Boden lag, in eine griffbereite Position, Nette gab mit einer Kopfbewegung, Lyrana zu verstehen sie solle wegrücken, damit Nette freie Sicht auf die Fremden hatte. Sichtkontakt war wichtig um einen Zauber sinnvoll einsetzen zu können. Die Drei blieben in zwei schritt Entfernung stehen und verbeugten sich, einer nahm seine Kapuze ab und zeigte sein Gesicht, es war Itaban Yomada.  


Der Samurai setzte sich zu den dreien an den Tisch „ich musste lange suchen bis ich euch gefunden habe, letzten endlich bin ich einfach den abgetrennten köpfen gefolgt" sagte er mit ruhiger Stimme, dann schlug er mit der Faust auf den Tisch „habt ihr eine Ahnung, was ihr angerichtet habt?" fragte er wütend „ die Piraten haben den Hafenstädten den Krieg erklärt, jedes Schiff, und sei es noch so unbedeutend und ohne Fracht, wird angegriffen und gekapert" die drei schauten Itaban sprachlos an.


Es war Nette die als erste das Schweigen ablegte „ Aber sie haben uns angegriffen, wir mussten uns verteidigen" Itaban schaute die Mithra Kopfschüttelnd an „ hättet ihr euch nicht eingemischt, wäre das alles nicht geschehen" Nette war empört über die Reaktion von Itaban „wir mussten etwas tun, wir konnten das arme Mädchen nicht diesen unholden überlassen" Itaban zeigte keine Emotion als er sagte: „die 28 anderen Mädchen hast du ihnen aber überlassen" Nette schwieg, sie fand diesen Elvaan, einfach nur Herzlos, sie hatte ein Unschuldiges Mädchen vor Piraten gerettet, dies war ein Sieg wenn auch nur ein Kleiner.


Als wenn Itaban ihre Gedanken lesen konnte fragte er: „du Mädchen, was war eure Fracht als dein Schiff gekapert wurde" Lyrana schoss das Blut ins Gesicht, sie senkte den Kopf und schwieg. Nun erhob Shir die Stimme „Lyrana, was war eure Fracht" mit hängenden Schultern und gesenktem Kopf sagte das Mädchen „ Zwangsarbeiter, Namenlose Galkas" Nette riss den Kopf herum und schaute Lyrana zornig an, „was sind Namenlose?"fragte Shir, Itaban sagte: „ ein Galka der nicht vorweisen kann wer er vor seiner Reinkarnation gewesen ist, wird zu einem Namenlosen erklärt und ist damit in Bastok nicht mehr wert als ein Quadav oder jeder andere Beastman" Itaban schaute wieder zu Nette „Glaubt mir junge Mithra, unter den Edlen Leuten die ihr Retten wollt gibt es genug die weitaus schlimmer sind als Orks und Yagudo" Itaban zog seine Kapuze wieder über den Kopf und stand auf.


Er ging zu seinen beiden Begleitern und Flüsterte ihnen etwas zu, dann sagte er zu Shir und den Frauen „die Seewege nach Mauhra sind nicht mehr sicher, ich bin nach Aht-Urgan zurück befohlen worden, ich werde euch mitnehmen und in der Nähe der Batallia- Ebene absetzen" alle nickten zustimmend. Itaban schritt zur Tür hinaus als Nette ihm nachrief: „ wie viel kostet uns das?"  Itaban drehte sich und sagte: „Nichts, ihr werdet als Teil der Mannschafft mitreisen und Arbeiten, meldet euch auf der Silbermöwe, wenn ihr soweit seid" Shir schaute die Frauen an und Zuckte mit den Schultern.


                                                              ***
Cevh hatte sich gut erholt, in den vergangenen zwei Tagen hatte Bluschnok ununterbrochen in seinen Büchern, nach einem Heilmittel für Saxon gesucht. Cevh war auf der Lichtung und Trainierte seine Zauber, dabei übte er sich auch in dem Austausch von Lebensenergie und Mana. Der Ork hatte versucht, Cevh zu Lehren die Zauber durch das sprechen in verschiedenen Tonlagen, die Wirkung der Sprüche zu verstärken, doch hatte sich Cevh als unmusikalisch erwiesen. Aber nach vielen üben, erreichte Cevh bei einigen Zaubern die Stufe zwei.


Cevh hatte gerade den Austausch vollführt, als Bluschnok ihn rief und in die Hütte winkte. Der Ork stand vor einem großen Buch, das aufgeschlagen auf dem Tisch lag. Das Buch schien sehr alt zu sein, die Worte geschrieben in einer alten und unbekannten Sprache. Bluschnok zeigte auf eine Stelle in dem Buch „ Hier steht, das Mana im Gleichgewicht mit der Lebensenergie steht, wird dieses Gleichgewicht gestört, ist eine Erholung der Mana nicht mehr möglich, es gibt eine Pflanze die deinem Freund heilen kann" Bluschnok schlug eine Seite um und zeigte auf ein gezeichnetes Bild.


Cevh betrachtete die die Pflanze „ das sieht aus wie Knobelauch" sagte Cevh „ das ist die Anselmaknolle" sagte Bluschnok und legte das Buch zurück in eine Kiste, dann setzte er sich wieder zu Saxon und flößte ihm Tee ein. Cevh setzte sich ebenfalls „wo bekommen wir diesen Knobelauch her?"  fragte er und trank einen Schluck Wasser „ Anselmaknolle" berichtigte Bluschnok ihn grummelnd, dann sagte er: „ich habe diese Pflanze einmal gesehen, in einer Höhle der Orkfestung" Cevh staunte „du meinst Ghelsba? „ Bluschnok schüttelte den Kopf „ Ghelsba ist nur ein Außenposten, von dort aus behalten sie die Elvaan im Auge, ich spreche von Davoi, die Festung liegt tief im Westen des Jugner-Waldes" sagte er und ging zu einer anderen Kiste, die mit einem Vorhängeschloss verriegelt war.


Er öffnete das Schloss und hob den schweren Deckel an, er holte einen Stab heraus. Der Stab bestand aus Schwarzpoliertem Kastanienholz, an einem Ende war eine Fassung aus Messing, in dieser Fassung lag eine, aus weißem Elfenbein, geschnitzte Kugel.

Bluschnok reichte Cevh den Gegenstand „Dieser Stab gehörte dem Priester, der mich gerettet hat, in dieser Festung wird dir dein Rapier nicht viel nützen, versuche ungesehen hinein und wieder heraus zu kommen" Cevh nahm das Geschenk Dankend an und betrachtete den Stab genau, an stab befand sich ein Seidenband, so konnte man sich den Stab über die Schulter hängen. Der Ork wischte Saxon den Kalten Schweiß von der Stirn, ohne Cevh anzuschauen sagte er: „ Du solltest aufbrechen, die Zeit drängt, wenn es nicht schon zu Spät ist" Cevh schaute zu dem Tarutaru, der vom Fiber geschüttelt wurde „Saxon halte durch, ich komme so schnell ich kann wieder zurück" dann verließ er Saxon und den Ork.


Cevh Folgte einem Fluss, überquerte eine Brücke und hielt sich Richtung Süden. Oft musste er wilden Tieren ausweichen, bei diesen Gelegenheiten nutzte er die Zauber, die im Griff des Rapiers verborgen gewesen waren, er machte sich unsichtbar und den Zauber der Erfrischung, diesen Zauber mochte er ganz besonders gerne weil er die Mana regenerierte und er sich nicht ausruhen musste. Die Sonne war bereits untergegangen, als der Wald immer dichter wurde. In der Ferne konnte Cevh ein Feuerschein ausmachen, als er sich näherte konnte er, Elvaan und Menschen erkennen. Doch es waren keine Soldaten, zwar waren sie Bewaffnet, doch hatten sie keine Uniform oder Stadtsiegel an ihren Rüstungen, es waren Söldner. Cevh schlich sich zu den Chokobos, die an einem umgestürzten Baum, angebunden waren. Er löste eines der zügel, hob einen Sattel auf seine Schulter und entfernte sich schnell. Als er die Söldner nicht mehr sehen konnte, sattelte er den Reitvogel, stieg auf und stieß dem Tier die Hacken in die Flanken. Bald lichtete sich der Wald und der Mond beleuchtete seinen Weg.


Cevh schaute dem Himmelskörper und suchte darin Trost, er wusste was vor ihm lag, doch war er sich nicht sicher ob er dieser Aufgabe gewachsen war „ Raziael, wie sehr bräuchte ich nun deine Hilfe, Ich fürchte mich vor dem was mich erwartet" sagte er leise zu sich selbst. Instinktiv faste er den Griff des Rapiers, die Augen des Bussardkopfes, der das Griffende des Rapiers zierte, begannen zu glühen. Der Schatten von Cevh, den der Mond auf den Waldboden warf, gewann an Größe und unter dem Dreispitz mit der Feder, zeigten sich lange Haare die zu einem Zopf gebunden waren.
Raziael

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