Samstag, 6. August 2011

Chroniken von Vanadiel Kapitel 24 ( Orks und Geister)

Ergreift sie" das war das letzte woran Cevh sich erinnern konnte. Nun lag er zusammengekrümmt auf der Erde, ihm war kalt und er zitterte am ganzen Leib. Er wusste nicht recht was geschehen war, sie wurden von den Wachen des Grafen  Gejagt und als Saxon diesen Seltsamen Zauber gewirkt hatte, erschien dieses blaue Licht. Plötzlich schoss es ihm durch den Kopf, Saxon, wo war Saxon. 

Cevh versuchte sich zu strecken, jede Bewegung zerrte an seiner Kraft. Er drehte sich auf den Rücken, Cevh wusste nicht wie lange er dafür gebraucht hatte, doch es kam ihm vor wie eine Ewigkeit. Cevh versuchte die Augen zu öffnen, aber selbst das verursachte höllische Schmerzen.

Nach mehreren Versuchen schaffte er es die Lider einen Spaltbreit zu öffnen. Cevh sah alles durch einen Wässrigen Schleier, es war dunkel und nur mit Mühe konnte er die Umrisse von Bäumen erkennen. Nach einigen Minuten konnte er alles erkennen und die Schmerzen ließen nach. Cevh befand sich in einem Wald, doch in welchem das wusste er nicht. Als er sich aufsetzte, wurde ihm übel und er musste sich übergeben. 

Eine rot-braune Flüssigkeit ergoss über den Waldboden. Cevh glaubte seine Eingeweide würden zerrissen werden. Dann war alles vorbei. Er richtete sich auf, mit einer Hand hielt er sich seinen schmerzenden Leib, mit der anderen stützte er sich auf sein Rapier. Es war tiefe Nacht und schwarze Wolken ließen kein Mondlicht durchdringen. Wegen den fehlenden Sternen und den Mond, konnte er weder Richtung noch zeit bestimmen, er musste einen Fluss oder einen Bachlauf finden, wenn er dem Wasser folgte, Würde er automatisch an eine Siedlung gelangen.

Nach weinigen hundert Metern hörte er das Plätschern von Wasser, so schneller konnte folgte er dem Geräusch. Bald hatte er einen Fluss gefunden, er ließ sich auf die Knie fallen und trank Gierig. Mit jedem Schluck fühlte er sich besser und Spürte neue Kraft in sich aufsteigen.
Cevh erholte sich und entschied sich für eine Richtung, obwohl die Schmerzen nicht mehr so heftig waren, war das Laufen eine große Anstrengung und er musste sich zwischendurch setzen.

Als Cevh sich wieder ausruhte, bemerkte er in einiger Entfernung eine Riesige Gestalt, die sich über etwas beugte. Cevh stand auf und schlich sich so lautlos wie er konnte heran. Bald konnte erkennen was sich dort  abspielte. Ein Ork kniete vor einem bewegungslosen Körper, einem Tarutaru, es war Saxon.
Cevh dachte angestrengt nach, was sollte er tun, wie sollte er vorgehen. Er war nicht in der körperlichen Verfassung um sich mit dem Beastman zu messen und seine magischen Kräfte waren alles andere als stark in diesem Moment. Cevh war dabei sich eine List einfallen zu lassen, als der Ork seinen Kopf drehte und Cevh mit Glühenden Augen anstarrte „ Wenn du den kleinen Mann kennst dann komme her, solltest du aber vorhaben mich zu überfallen, rate ich dir weiter zu ziehen und am Leben zu bleiben" sprach der Ork mit klangloser stimme. 

Cevh wäre beinah das Herz stehen geblieben als er die Worte des Beastman hörte, konnte es sein das dieser Ork friedlich war? Es gab nur eine Möglichkeit das heraus zu finden.
Mit dem Rapier in der Hand ging Cevh langsam auf den Ork zu. Zu seiner Verwunderung, trug der Ork weder Rüstung noch Waffen, nur einen Wanderstock. Cevh war neben Saxon stehen geblieben und sah mit Sorge was seinem Freund wiederfahren war.

Saxon war völlig durchnässt und aus seinem Mundwinkel lief gelblicher Speichel. Der Ork prüfte Cevh mit strengem Blick, doch als er sah in welchem Zustand Cevh war, legte er seinen Stock neben sich auf den Waldboden, er holte eine Decke aus Schafsfellen aus seiner Tasche und wickelte Saxon darin ein „Dein Freund ist sehr Krank und du scheinst auch ganz knapp den Eingang zu Altanas Hallen verfehlt zu haben" sagte der Ork und nahm Saxon auf den Arm wie eine Mutter ihr Kind „Ihr kommt am besten mit zu mir, hier in der Wildnis ist es nicht sicher, du kannst mich Bluschnok nennen" Cevh folgte dem Beastman, was blieb ihm auch anderes übrig, würde er sich entscheiden mit Saxon im Freien zu bleiben, Schwach und Krank wie sie beide waren, wäre ihnen der Tod gewiss.

Der Beastman führte Cevh zu einer einsamen Hütte, im Innern war es warm und im Kamin Prasselte ein Feuer, darüber hing ein Kessel mit heißem Wasser. Bluschnok legte Saxon auf eine Pritsche und deckte ihn mit Tannenzweigen zu, dann mischte er verschiedene pulver in einen Becher und goss heißes Wasser dazu. Er Rührte in dem Becher, roch daran und nahm einen Schluck davon. Er nickte zustimmen und reichte es an Cevh „ Hier trink das, dann wird es dir besser gehen" sagte Bluschnok, doch Cevh traute dem ganzen nicht „Nun trink schon, du hast gesehen das ich selbst davon gekostet habe" Langsam setzte Cevh den Becher an die Lippen und nippte daran. Es schmeckte grauenvoll  „Nun aber runter damit" sagte der Ork, Pakte Cevh mit seinen Riesigen Händen und flößte ihm den Inhalt des Bechers ein. In Cevhs kehle brannte es, er wollte sich losreißen, doch der Ork hatte ihn fest im Griff. Cevh spürte wie seine Arme und Beine lahm wurden, ihm wurde schwindelig, dann wurde ihm schwarz vor den Augen und er verlor das Bewusstsein.

Bullwey hämmerte mit seinen Fäusten gegen das riesige Steintor, doch wie sehr er sich bemühte, es bewegte sich nicht. Erschöpft ließ er seine Arme sinken und schaute zu Lodrik, der einige alte Holzstücke mit einem Feuerkristall in Brand gesetzt hatte „ Wo sind wir nur hingeraten" fragte Bullwey und setzte sich an das Feuer. Kafahlors und Khira standen etwas abseits und sprachen mit dem Fremden Ritter, dessen Gefolge die Umgebung absuchte. Lodrik strich mit seiner Hand über die Mauer der Ruine, schaute zu Bullwey und sagte: „Ich habe die Geschichten der Barden gehört, von Burgen in denen schreckliches Geschehen sein soll, in diesen Mauern ist gekämpft worden und es wurde Blut vergossen" Bullwey schüttelte sich und schaute sich  wachsam um.

Das Feuer begann zu flackern und drohte zu erlöschen, schnell suchte Lodrik holz zusammen und legte es auf die Glut, im nu loderten die Flammen empor und warfen irre schatten an die Wände. „Was denkst du, was ist hier Passiert?" fragte Bullwey. Lodrik zog die Schultern hoch und sagte: „ Ich weiß nicht, diese Zitadelle scheint sehr alt zu sein, vielleicht sogar aus der Zeit des Kristallkrieges oder noch davor" mit einem Stein kehrte Lodrik die Glut zusammen und legte Holz nach „ Ich habe von Kriegern und Magiern gehört, sie haben in einer Schlacht ihr Leben verloren, doch wussten sie nicht das sie Tod sind und haben die Reise in die Hallen von Altana verweigert, seit dem Streifen sie umher und greifen jeden an der ihren weg kreuzt, weil sie glauben immer noch im Krieg zu sein" Bullwey lauschte den Erzählungen von Lodrik und kaute ängstlich auf seinen Fingernägeln.

Kafahlors nickte Khira zu und ging zu Bullwey und Lodrik. Als er sah wie Bullwey auf seine Hand sabberte zog er die Brauen hoch, sagte aber nichts. Kafahlors setzte sich zu den beiden und hielt seine kalten Hände über die Flammen „So wie es aussieht sitzen wir hier fest, etwas oder Jemand hat das Tor auf Magische  Weise geschlossen, wir müssen einen anderen Ausgang finden" sagte er und schaute in die Tanzenden Flammen. Lodrik machte den Vorschlag das Kafahlors seinen Drachen rufen solle, doch Kafahlors winkte ab „mein Drache ist stark, doch meterdickes Felsgestein kann er nicht durchbrechen" die drei schwiegen eine Weile und wärmten sich am Feuer.  Khira riss die drei Männer aus ihren Gedanken „ Hades sagt wir müssen weiter, die Patrouillen  haben nichts verdächtiges entdeckt" der Mensch und die beiden Elvaan erhoben sich und gingen zu dem Ritter, der gerade mit einem seiner Knechte sprach. Er winkte Lodrik und Bullwey zu und sagte: „Nun dann lasst uns mal den Ausgang suchen". 
Raziael
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