Sonntag, 19. August 2012

Die Prophzeiung Kapitel 24 ( Der erste Kontakt)



Urgandel im Hundertundviertzigsten Mondzyklus nach der Besetzung: Festung der Schmiede.
Derwie und Arwenie, die beiden Schwestern aus dem Südlichen Gebirge, durchstreiften die Stollen auf der Suche nach Hinweisen. Doch die meisten Schmiede die sie fanden fertigten Äxte und Werkzeuge. Auf die Frage ob sie für Menschen Waffen herstellten, ernteten sie nur ein Nein. Als sie wieder an einer Schmiede vorbei kamen, sahen sie einen Zwerg der an einem Schwert arbeitete, das fast so lang war wie er selbst. Die Schwestern traten ein und sprachen den Zwerg an.
„Sei gegrüßt Schmied, für wen ist denn das Schwert? Für einen Zwerg ist es doch viel zu groß.“ Der Schmied stoppte mit seiner Arbeit. „Wer will das wissen?“ fragte er und füllte einen Becher mit Wasser um sich ab zu kühlen. „Ich bin Derwie und das ist meine Schwester Arwenie.“ gab eine der Zwerginnen zur Antwort. „Wir sind auf der Durchreise und suchen einen Gemahl für unsere jüngere Schwester.“ log Derwie. „Nun wenn sie so hübsch ist wie ihr beide! Ich bin noch frei. Ingwalt Stahlbrecher ist mein Name, die Waffen sind für einen Käufer aus dem östlichen Gebirge und der Verkauft sie an die Rebellen.“ Nun wurden die Schwestern aufmerksam. „Wir haben Verwandte im östlichen Gebirge.“ log Derwie weiter. „Wie ist sein Name?“ fragte Arwenie und machte dem Schmied schöne Augen. „Bringas Grossohr!“ sagte der Schmied und wirkte wie hypnotisiert.
Die Schwestern bedankten sich und gingen weiter. Als nächstes mussten sie den König finden und herausfinden ob er auch darin verwickelt war. Es kostete den Schwestern viel Überredungskunst um in den Thronsaal zu gelangen. Doch dann standen sie vor Bredosch Kupferblut, dem König der Schmiede.
Derwie und ihre Schwester verbeugten sich vor dem Herrscher. „König Bredosch, wir grüßen euch.“ sprach Derwie. „Was wisst ihr über die Waffen die dein Reich verlassen?“  kam Derwie sofort ohne Umschweife auf den Grund ihres Besuches zu sprechen. Der König strich sich über den Bart. „Nun soweit ich darüber weiß, werden die Waffen an die Feinde der Nachtalben verkauft und solange sie bezahlen soll mich das nicht weiter scheren.“
Arwenie ergriff das Wort: „Und wenn durch  diese Waffen Unschuldige ihr Leben verlieren? Würde es dich dann auch weiterhin nicht scheren?“ Ihr Ton machte deutlich das sie es ernst meinte. Der König richtete sich in seinem Thron auf. „Was willst du damit sagen, Zwergin? Willst du damit sagen das unsere Schmiedekunst missbraucht wird?“ Arwenie nickte. „Wir haben Söldner gesehen die im Dienst der Nachtalben standen. Mit Schwertern die von Zwergenhand geschmiedet waren, erschlugen sie wehrlose Männer, Frauen und Kinder.“
Bredosch erhob sich von seinem Platz und ging auf die Schwestern zu. „Das sind schwere Anschuldigungen, könnt ihr diese auch beweisen?“ Derwie hielt dem Blick des Königs stand und ließ sich nicht einschüchtern. „Nicht weit von dem Gebirge sind Söldner postiert, schickt eine Patrouille aus die unsere Worte bestätigt.“ Der König rief eine Wache zu sich und gab ihm einen Befehl, der Zwerg entfernte sich. „Nun wollen wir warten und sehen ob ihr die Wahrheit gesprochen habt.“ Ein Diener brachte Speisen, die Schwestern langten zu und ließen es sich schmecken.
Die Zwerginnen wussten nicht wie viel Zeit vergangen war als die Wache in den Thronsaal zurückkehrte. Mit rotem Kopf und außer Atem flüsterte er seinem Herrn etwas ins Ohr. Bredosch schaute zu den Schwestern. „Ihr habt die Wahrheit gesagt, doch erklärt mir wer ihr seid und wie ihr an den Söldner vorbei gekommen seid.“ Arwenie erzählte dem König von dem ermordeten Gemüsehändler und dem Waffenschmuggler. Das sie auf Geheiß ihres Königs ausgesandt worden waren um die Quelle der Waffen zu finden und wie sie in die Hände der Söldner gefallen waren. „Doch um zu erklären wie wir in dein Reich gekommen sind, muss ich dich bitten uns zu begleiten. Und damit meine ich nur dich, Bredosch Kupferblut. Zeige das du ebenso mutig wie weise bist.“
Diesen Angriff auf seine Ehre ließ der Zwerg nicht auf sich beruhen. Alle Mahnungen seines Beraters in den Wind schlagend folgte der König den Schwestern vor die Festung. Sie gingen den Weg den die Zwerginnen gekommen waren, vorbei an der Nische wo sie ihre Taschen versteckt hatten. Derwie rief leise nach Silèda und Vàngarl, wie aus dem nichts standen die beiden Schattenelben vor den Zwergen. Bredosch fluchte und zog seine Axt, Silèda hob die Arme und rief: „Wir sind keine Nachtalben und unbewaffnet, wir dienen den Zwerginnen an eurer Seite.“
Nur zögerlich ließ Bredosch sein Beil sinken. Die Schattenelbin erzählte dem Herrscher von dem Plan ein Bündnis mit den Zwergen und Menschen zu schaffen um gegen die Nachtalben zu ziehen. Bredosch schaute die Schattenelben und die Schwestern kritisch an. „Wer sagt dass ihr die Wahrheit sprecht? Genauso gut könnte es eine Falle sein um in die Festungen der Zwerge zu gelangen.“ Silêda sah den Zwerg mit ihren blauen Augen durchdringend an. „Es gibt keine Garantie. Doch die Nachtalben planen etwas und wenn sie Erfolg haben gibt es keine Rebellen mehr die zwischen euch und den Nachtalben stehen.“
Bredosch dachte einen Moment nach, dann sagte er: „Ich muss mich mit den Königen des Südlichen und des Östlichen Gebirges beraten.“ Er zog zwei Ringe von seiner Hand und gab sie den Schwestern. „ Überbringt ihnen meine Botschaft, die Ringe werden beweisen dass ihr in meinem Auftrag handelt.“ Sie brachten Bredosch zurück zur Festung, dann warfen sie sich die schwarzen Lederrüstungen über und machten sich zusammen mit den Schattenelben auf den Weg. 
Raziael/Überarbeitung: Rina Smaragdauge
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