Sonntag, 8. Januar 2012

Chroniken von Vana'Diel Kapitel 44 ( Die velorenen Schlagringe)

Bullwey stand an einem Arbeitsplatz der Kochgilde und stellte Zutaten für ein Festmahl her. Er war allein dort. Saxon hielt sich oft bei seiner Freundin Morrigan auf und vergaß deshalb einige Aufträge. Bullwey sagte nichts dazu, nein, er gönnte seinem kleinen Freund die Ablenkung von all den traurigen Erlebnissen. Außerdem  fiel es Bullwey leichter nach zu denken wenn er allein Arbeitete. Er dachte an Margot und bat sie still sich noch etwas zu gedulden und ihm einen Platz an den Tafeln in Altanas hallen frei zu halten. Auch dachte er an den Mönch der ihn gefunden hatte. Der Mönch war auch zugleich Abt gewesen in dem Kloster in dem Bullwey aufgewachsen war und die Kunst des Faustkampfes gelernt hatte. 

Bullwey stellte die Schalen mit den Zutaten auf einen Tisch, damit sie abkühlen konnten. Er setzte sich auf einen Stuhl und holte das Amulett hervor das er dem Ork in San'Doria abgenommen hatte. Lange schaute er auf das eingravierte Bild. Es zeigte das Kloster umgeben von Bergen. In diesem Moment von einem Gefühl erfasst das man Heimweh nannte. Er dachte an die Zeit als er noch ein Junge war und zusammen mit dem Abt Trainierte, damals hatte der Abt gesagt: „Wenn die Zeit gekommen ist, sollst du, Bullwey, meine Schlagringe haben"  doch der Abt musste dringend auf Reisen gehen und ist nie wieder Heim gekehrt.

Bullwey erinnerte sich wie er die Faustwaffen bewundert hatte. Es waren Fingerlose mit Metall beschlagene Handschuhe. Auf dem Handrücken waren vier lange und sehr scharfe klingen befestigt. Der Abt nannte diese Waffen „Die Krallen des Tigers"  und vor seinem geistigen sah er seinen geistlichen Vater Trainieren. Dabei kamen ihm Zwei fragen. Erstens, wie konnte sein Abt, ein hervorragender und perfekter Kämpfer, von gewöhnlichen Orks überwältigt und getötet werden?
Und zweitens, wo waren die Waffen? Ein Ork hätte sich mit einem einfachen Amulett aus Bronze nicht allein Zufrieden gegeben. Plötzlich erklang eine Stimme und ließ Bullwey aufschrecken „ Hallo, ich komme mit Unterstützung"  Saxon und Morrigan betraten die Gilde. Der Galka war so erschrocken dass er die Arme hochriss und das Amulett verlor, es flog durch den Raum und landete in der Schokocreme. 

Bullwey schaute die beiden Streng an „das habt ihr gut hinbekommen" brummte er und holte das Amulett aus der Creme. Morrigan nahm es an sich und wischte es sauber.  Dann zupfte sie Bullwey am Ärmel „ Hier Großer" sie hielt ihm das Amulett mit der Rückseite entgegen. Bullwey stutze, eigentlich sollte diese Seite Glatt und unbearbeitet sein, doch nach dem Säubern hatte sich Creme in eingeritzten Vertiefungen gesammelt.
Bei genauem hinschauen ergaben die Linien einen Sinn, es zeigte eine Karte, es war die Höhlen wo Bullwey gefunden wurde. Bullwey dachte angestrengt nach. Was hatte das alles zu bedeuten. Eines stand fest, die Zeichnung musste von dem Abt stammen, doch warum? was wollte er mitteilen? Bullwey wusste es nicht.
Shir betrat die Gilde „ach hier hängt ihr alle rum" sagte er und naschte an der Creme. Neugierig trat er zu den anderen und ließ sich erzählen was sie entdeckt hatten.

Shir nahm das Amulett, tauchte es Komplett in die Creme und wischte sie ab. Nun wurde der Rest, der Karte sichtbar.  Morrigan zeigte auf etwas das einem Kreuz glich „seht mal, das sieht wie eine Markierung aus" alle schauten Neugierig auf das Amulett. Bullwey kratzte sich am Kopf „was kann das nur sein?" fragte er in die Runde. Shir sprach direkt heraus was er dachte „ dann schau du weiter auf das blinke ding, ich geh es mir ansehen, wer will kann mitkommen"  ohne lang zu überlegen verließen sie die Gilde. Sie packten einige Sachen, mieteten Chokobos und machten sich auf den Weg.

Sie erreichten zum Abend die Tahrongie ebene und machten vor dem Höhleneingang halt. Sie Prüften ihr Gepäck und betraten mit Fackeln den dunklen Eingang. Sie hatten das erste dunkel hinter sich als jemand mit lauter Stimme nach Shir rief. Shir ging wieder hinaus und erkannte Liliane. „Was machst du hier?" fragte er mit ernster stimme, doch Liliane legte die Hände in die Hüften und sagte: „ man kann dich nicht allein lassen, darum komme ich mit, ich bin euren Spuren gefolgt" alle grinsten außer Shir. Er trat auf Liliane zu „hör zu, das wird kein Crafting und kein Ausflug an den Strand, wenn ich es sage bleibst du hinter mir" Liliane schaute ihm in die Augen und sah das er es ernst meinte.

Sie versprach Shir das sie auf ihn hören würde, dann gingen sie weiter. Morrigan hielt sich dicht bei Saxon. Sie beherrschte zwar einige Sprüche der Schwarzen Magie und manchmal schaffte sie es sogar einen Heilzauber zu wirken doch fehlte es ihr an Übung.

Morrigan hatte Früh ihre Eltern verloren. Dadurch war sie gezwungen worden schnell Erwachsen zu werden und für ihre Schwester zu sorgen. Während andere in den Genuss einer Schulausbildung zu kommen waren, musste Morrigan hart arbeiten. Sie hatte viel entbehren müssen und dafür gesorgt das ihre jüngere Schwester alles bekam das sie nie hatte. Trotz der vielen Niederlagen die sie hatte erleben müssen, war sie doch stets aufrecht geblieben und hatte gelernt aus zu teilen. Es hatten viele Männer um ihre Hand angehalten, doch hatte sie Stets abgelehnt. Sie war es gewohnt Frei zu sein in ihrem Handeln und Ihren Entscheidungen. Ein Leben als Küchensklavin und schweigsame Ehefrau hätte sie nie ertragen. Das war es vielleicht was ihre Neugierde an Saxon geweckt hatte. Er hatte sich mit ihr in einem Trinkwettstreit gemessen, hatte keine Heldentaten verlauten lassen und vor allem er hatte sie nicht als ein besitzgut betrachtet. Sie hatte Saxon als einfühlsamen und aufrichtigen Tarutaru kennengelernt der fest zu seinen Freunden steht.

Morrigan nahm eine Fackel und sprach eine Formel, doch anstatt des gewünschten lichtes formte sich ein eisklumpen um die Fackel. Saxon trat zu ihr und flüsterte ihr die richtige Formel zu, so dass die anderen es nicht hörten. Morrigan dankte ihm mit einem Lächeln. Wieder hatte sie eine gute, aber auch seltene Eigenschafft an ihm gefunden, es lag ihm fern sich auf Kosten anderer in den Mittelpunkt zu stellen. Als jeder mit einer Brennenden Fackel ausgerüstet war, gingen sie tiefer in die Höhle. Was sie dort sahen ließ sie erstarren.
Raziael



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