Dienstag, 1. Februar 2011

Der Schlachter Lerhling

Ich komme morgens um Fünf Uhr Dreißig in die Firma, gehe zu meinem Schrank und kleide mich um, den Weißen Overall, die stiefel und die Mütze. Ich nehme meine Messer und den Wetzstahl und gehe in die Kantine, noch schnell ein Kaffe und eine Zigarette vor der Arbeit. In der Schleifkammer herrscht Andrang, alle Schleifmaschinen sind besetzt, jemand klopft mir auf die Schulter, ich schaue mich um und sehe meinen Chef. „ Guten Morgen, alles klar?" fragt er in einem gutgelaunten Ton „was gibt es" frage ich und er sagt mir das ein neuer Lehrling sich beworben hat und das ich ihn rundführen solle. Ich bin nicht böse denn die Schleifmaschinen sind noch nicht frei. Ich nehme meine Sachen und gehe zurück in die Kantine, an einem der Tische sitzt ein junger Mann, vielleicht Achtzehn oder Neunzehn Jahre alt, ich nehme mir einen Kaffee und gehe zu ihm an den Tisch. Ich schaue mir den Jungen an, Kahler Kopf, Jeans, Turnschuhe, seine Jacke ist Grün, Geziert mit einem Adler mir bleibt auch nichts erspart denke ich mir und stelle mich ihm vor. Der Junge schaut mich mit trotzigen Augen an, Mustert mich von oben bis unten, seine Augen bleiben an meinen Tattoos hängen „auch schon im Knast gewesen Alter?"fragt er mit spöttischem Ton, ich verneine die Frage und setze mich. „Der Chef sagte du willst Schlachter werden?" frage ich ihn und er beginnt zu grinsen „ na klar, die Jungs verdienen ein Haufen Kohle und wenn einer hört das du Schlachter bist hält er gleich die Klappe". Ich nehme ein Schluck Kaffee „hast du eine Vorstellung von dem Beruf?" frage ich und wieder grinst er "na klar die Viecher die Kehle aufschlitzen Alter, ist doch Easy". Der Bengel wurde mir immer Unsympathischer mit seiner großen Klappe und ich versuchte ruhig zu bleiben „hast du schon mal echtes Blut gesehen?" frage ich ihn und trinke meinen Kaffee „Ey Alter macht mir Garnichts, hab schon ein Haufen Schlägereien hinter mir" gibt er als Antwort und lacht Dämlich. Ich winke ihm zu und deute an mir zu folgen, ich gebe ihm einen Overall und ein Haarnetz „Alter muss ich das Ding tragen? Dann sehe ich aus wie meine Oma", nun reicht es denke ich und mir platzt der Kragen. Ich greife ihm unter den Hals und drücke ihn gegen die Wand, „hör mir mal gut zu, nennst du mich noch einmal Alter, Fresse ich dich auf und scheiss dich an die Wand" seine Augen werden Gross, ich frage ob er mich verstanden habe worauf er wild nickt. Ich gehe mit ihm hinunter zur Schlachthalle, der Overall ist ihm zu Groß aber das Haarnetz passt perfekt, ein Geruch von frischem Blut und warmen Eingeweiden schlägt uns entgegen, der Junge muss schlucken. Ich erkläre alle Stationen des Schlachtvorganges. Ich muss grinsen während sein Gesicht immer weißer wird „so du Großer Held, nun gehen wir in die Töte box" sage ich und führe ihn in die Ställe. Das Laute blöken der Kühe übertönt unsere stimmen, Hier wird geschossen und Gestochen„ rufe ich laut und zeige auf die Box in die eine Kuh getrieben wird. Die Kuh schaute genau zu dem Jungen, der Stallmeister setzte den Bolzen Schuss Apparat an und drückt ab. Die Kuh sackte in sich zusammen und die Box wurde geöffnet, mit einem Aufzug wurde die Kuh nach Oben gezogen. Ich fasse den Jungen, der schon schwankte, an seinem Arm und zieh ihn mit „komm du willst doch nichts verpassen "schreie ich Wütend. Die Kuh kommt vorbei an einem Kollegen, er singt Fröhlich mit zu einem Lied aus dem Radio, er fasst ein Horn und schneidet den Hals der Kuh auf. Der Junge sackt auf die Knie und beginnt sich zu übergeben „na, Immer noch Easy?"frage ich lachend, ich sehe das der Mann Schokolade bei hat und nehme mir ein Stück, sogleich biete ich dem Jungen auch etwas an. Der Junge schaut mich mit großen Augen an, in denen sich Angst und Abscheu wiederspiegeln. Ich bringe den Jungen wieder in die Kantine und gebe ihm einen Kaffee zur Beruhigung mit ruhiger Stimme sage ich „geh nach Hause und denke darüber besser noch einmal nach". Der junge zieht den Overall aus und läuft weg, ohne das Haarnetz abzulegen den sehe ich nie wieder denke ich mir und nehme noch einen Kaffee.

Raziael

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