Sonntag, 12. Februar 2012

Chroniken von Vana'Diel Kapitel 49 ( Die dunkle Seele ist Erwacht)

Es war tief in der Nacht als Shir in die Stadt zurückkehrte. Er betrat den Großen Platz vor dem heiligen Baum. Auf dem Platz waren Scheiterhaufen errichte worden um die Opfer des Angriffes zu beklagen und ein zu äschern. Weil das Erdreich von Insekten und Würmern bewohnt war, verbrannten die Tarutaru und alle Bewohner von Windurst ihre Toten. Shir trug Liliane auf seinen Armen, schweigend ging er auf einen der Holzhaufen zu und legte Liliane darauf. Er strich ihr Haar glatt und steckte ihr dir Haarspange an.

Die anderen standen dicht beieinander. Saxon hatte eine Harfe in der Hand und spielte ein Abschiedslied. Bullwey saß auf der Erde, seinen Kopf hatte er auf die Muskulösen Arme gelegt und weinte. Ein Fremder Tarutaru schaute ihn streng und fragte: „ Hey du, ein so Großer und starker Galka sollte nicht weinen, das gehört sich nicht" Bullwey zeigte auf Shir der sich von seiner Geliebten verabschiedete „es ist Shir, Elvaan können nicht weinen darum weine ich für ihn" Antwortete Bullwey und gab sich wieder seiner Trauer hin.

Shir schaute Liliane lange an und hielt ihre kalte Hand. Einer der Priester reichte ihm eine Fackel. Er schaute zum Himmel und flüsterte etwas. Auch wenn die anderen es nicht hören konnten, wussten sie dass es ein Racheschwur war. Shir beugte sich zu Liliane herunter und küsste ihre Stirn, dann hielt er die Fackel an den Holzstapel und setzte ihn in Brand. Das Feuer stieg schnell an dem Stapel empor und hüllte die junge Frau ein. Shir blieb vor dem Feuer stehen bis es nur noch Asche übrig war. Er löschte die Fackel und ging zu seinen Freunden die alles schweigend mit angesehen hatten.

Nette schaute Shir in die Augen und erschrak leise. Das war nicht mehr der Junge Elvaan den sie in San'Doria kennengelernt hatte und mit dem sie so viel erlebt hatte. Das Kindliche und Naive Leuchten in seinen Augen war erloschen, sie waren matt und ausgefüllt mit Wut und Trauer.
Niemand sagte etwas während er sich das hölzerne Medaillon um seinen Hals band. Der kleine Loritoto versteckte sich hinter Saxon und Morrigan und versuchte den blicken des Dunkelritters zu entgehen. Nette nahm allen Mut zusammen und fragte: „Wie soll es nun weitergehen" Shir schaute sie an und Nette konnte nicht anders als den Kopf zu senken. Sie fühlte sich mitschuldig an dem Tod von Liliane, hätte sie besser aufgepasst hätte sie Liliane vielleicht retten können.

Nach kurzem schweigen sagte Shir: „Wir ziehen weiter, wir heilen den Kristall und dann wird abgerechnet mit den Beastman" nach diesen Worten drehte er sich um und ging. Lodrik stellte sich vor seine Kameraden „Geht schlafen es wird eine Lange reise, wir müssen ganz zurück nach San'Doria, im östlichen Teil des Ronfaure Waldes beginnen wir den Aufstieg und macht euch auf eisige Kälte gefasst" sagte er und schaute zu den erloschen feuern *Ich hoffe Altana ist mit uns, sonst wird es eine Reise ohne Wiederkehr*  dachte er leise. Dann wendete er sich an Kafahlors, Kira und Itaban und fragte ob sich anschließen wollten. Itaban schaute den Krieger ernst an „ich würde nichts lieber tun doch Plichten rufen mich in mein Land, die Sicherheit der Bevölkerung ist bedroht" Lodrik reichte ihm die Hand zeigte Verständnis. Kafahlors und Khira waren bereit sich der Herausforderung zu stellen, doch erst mussten sie die Vorräte in die Siedlung bringen, doch wollten sie rechtzeitig im Ronfaure Wald  zu ihnen Stoßen.

Früh am Morgen gingen sie zum Chokobostall. Shir Wartete bereits mit gepackten Satteltaschen und mit finsterem Blick. Sie wollten gerade losreiten als jemand laut rief dass sie warten sollen. Es war Morrigan, sie trug einen Rucksack und einen Zauberstab bei sich. Saxon schaute sie böse an „was soll das werden, wenn ich fragen darf?"fragte er mit strenger stimme. Morrigan ließ sich nicht einschüchtern und sagte: „ Ich komme mit euch ihr braucht jede Hilfe und ich kenne mich in der Heilkunst aus" Saxon schüttelte heftig seinen Kopf und machte sie aufmerksam das es sehr gefährlich werden könne. Morrigan blieb stur und bald gab Saxon klein bei. Sie nahm sich ein Chokobo und dann ging es los.

Die Gruppe durchquerte die Saruta-baruta ebne und die Tahrongie Schlucht bis sie die Berge der Merphataut  Region erreichten. Die Nacht meinte es gut mit den reisenden den es blieb Trocken. Nach einem kurzen Frühstück ritten sie weiter. Die Berge wechselten sich mit der Sauromungne ebene ab. Der staub wehte ihnen in die Augen und erschwerte die Reise. In den Rolanbeerenfelder nahmen sie sich einen Vorrat der köstlichen Früchte mit. In den Sümpfen des Marschlandes übernachteten sie an einem Außenposten. Während der Reise wurde nicht viel Geredet, nur das nötigste. Jeder der Abenteurer ging seinen eignen Gedanken nach und betete für einen guten Ausgang der Reise. Die Gruppe machte sich vor Sonnenaufgang wieder auf den Weg und Passierten das Konschathochland und ein jeder erinnerte sich an ihren ersten gemeinsamen Kampf gegen den Untoten. Gegen Abend erreichten sie Valkurm. In einer Schenke in Selbina kehrten sie ein und mieteten ein Zimmer. Alle aßen was der Wirt auftischte. Nur Shir hielt sich abseits, wann immer konnte wollte er allein sein. Er lachte nicht mehr und auch schien seine Lust auf Süßigkeiten versiegt zu sein. Er war nicht mehr derselbe wie zu Beginn der Reise. 

Morrigan machte sich sorgen um den Elvaan und ging hinaus, doch an Hafen, wo sie ihn zu finden hoffte war er nicht. Sie lief den langen und sandigen Pfad der zum dem Stadttor führte. Shir stand vor dem Tor und beobachtete einen Goblin der im heißen Sand nach glitzersteinen suchte. Viele Goblin hatten den Kampf aufgegeben und trieben Handel mit den Kindern von Altana. Shir schaute dem kleinen Beastman eine Zeit zu. Dann hob Shir die Hand und sandte einen Giftzauber auf den Goblin. Das Wesen ließ seine Spitzhacke fallen und verkrampfte sich und von Schmerzen Geschüttelt sank er zu Boden, grünes Blut quoll unter der ledernen Maske hervor und der Goblin wimmerte qualvoll. Shir stand nur da und schaute dem kleinen wesen beim Sterben zu. Es war Morrigan die zu dem kleinen Beastman lief und einem Schlag ihres Stabes den Qualen ein Ende bereitete.

Sie stellte sich vor ihn und legte den Kopf in den Nacken „Was ist los mit dir. Er hatte dir doch nichts getan, noch hatte er dich angegriffen, er war nur ein harmloser Gräber" sagte sie mit Zorn in ihrer Stimme. In Shirs Gesicht war keine Regung zu erkennen „Er war ein Beastman, das war Grund genug für mich" Antwortete er mit fast tonloser Stimme. Morrigan hätte ihm gerne einen Schlag mit ihren Stab verpasst, stattdessen trat sie ihm gegen das Schienbein „du kannst so viele Beastman töten wie du willst, das bringt dir Liliane auch nicht zurück, sie war auch meine Freundin doch ich werde ihr andenken nicht mit dem Blut von Unschuldigen besudeln" sie schlug ihm die Worte geradezu in sein Gesicht. Wortlos drehte Shir sich um und ging „Lasse dich nicht vom Hass leiten, er wird dich zerstören" rief Morrigan dem Elvaan hinterher, doch Shir Ignorierte sie.

Am nächsten Morgen ging es weiter. Sie ließen Valkurm und das La'Thaine Plateau hinter sich und schon bald begrüßte sie der Ronfaure Wald mit seinen grünen Wipfeln. Lodrik fragte Shir ob er noch in San'Doria Freunde oder Verwandte besuchen wolle, doch der Dunkelritter verneinte. Ohne Pause ritten sie weiter und bald hatten den östlichen Teil des Waldes erreicht. Mit den Karten die sie in Windurst bekommen hatten fanden sie schnell den Felseingang der zum Gletscher führte. Sie entluden die Chokobos und nahmen die Sättel ab. Cevh gab jedem Tier ein Büschel Gausebitgrass zu fressen, dieses Kraut würde den reitvögeln helfen den Weg nach Hause zu finden.

Shir wollte sogleich den Aufstieg wagen, doch Lodrik und die anderen bestanden darauf noch einen Tag auf Kafahlors und Khira zu warten. Am Abend des nächsten Tages machte Shir den anderen klar dass er bei Sonnenaufgang losgehen würde, auch allein wenn er müsste.
Lodrik wurde durch einen Schmerz in seinem Rücken aus dem Schlaf gerissen. Shir hatte ihm einen Tritt gegeben „Ich gehe los, kommt mit oder lasst es" sagte Shir und Marschierte auf die Öffnung im Fels zu. Lodrik fluchte und rief dem Elvaan nach das er warten solle. Der Krieger sprang so hastig auf das die Wolldecke an seinem Gürtel hängen blieb und Nette, die sich darin eingerollt hatte mitschleifte. Nette schimpfte so laut das die anderen auch geweckt wurden. Cevh strich die falten aus seinem Hut und rief: „ Hey du Sensenschwinger, erst wird ein Tee getrunken vorher gehe ich nirgendwo hin" Shir, der schon fast den Eingang betreten hatte legte den Kopf in den Nacken und Seufzte missmutig und kehrte zu den anderen zurück.

Nach einem kräftigen Mahl gingen sie los. Das Innere des Berges war in ein mattes Licht getaucht. Die Felswände waren mit Fluoreszierenden Schlingpflanzen bewachsen die fast lebendig wirkten. In einer Höhle fanden sie ein Großes Tor vor dem ein Tisch mit Hebeln befand. Das Tor war offen, sicher hatten die gelehrten aus Windurst das Rätsel gelöst, dachte Cevh leise und er fragte sich wie fortgeschritten die Zilart gewesen sein müssen um solch einen Mechanismus zu bedenken. 

Der Marsch zog sich hin, der Tunnel war das reinste Labyrinth und oft mussten sie kehrt machen weil sie in einem Toten Gang gelandet waren. Doch die steigende kälte machte deutlich das sie ihrem Ziel näher kamen. Bald mussten sie ihre dicken Fellmäntel überziehen um nicht zu sehr zu frieren. Ein Lichtschein verriet dass der Gang zu Ende war. Ein eisiger Wind schlug ihnen entgegen und ließ den Atem und Augenwimpern gefrieren. Der Gletscher wurde von grünen Giganten und seltsamen Fliegenden Wesen mit nur einem Auge bewohnt. Die gruppe versuchte den Wesen aus dem Weg zu gehen was nicht immer möglich war. Hin und wieder kam es zum Kampf mit einem der Fliegenden Augen.

Bald war der Schnee so hoch das Morrigan und Saxon darin versanken. Bullwey setzte die beiden in den Reisehut den er in Windurst gekauft hatte. Saxon und seine Rothaarige Freundin umklammerten sich fest um sich gegenseitig zu wärmen, Die zarten Tarutaru Leiber waren nicht für derartige Anstrengungen gemacht.
Mit Einbruch der Nacht hatten sie ihr Ziel erreicht, in der Ferne erhob sich ein Schwarze Burg in den Himmel und schien die Wolken zu berühren, die eisige Treppe die zum Burgtor führte schien endlos zu sein. Auf den Stufen trieben sich Geflügelte Dämonen herum und es schien als würden sie den Eingang bewachen. Cevh verteilte das Prisma pulver und das Öl der stille, Shir rieb die Gelenke seiner Rüstung mit Schnee ein damit sie nicht zu sehr aneinander scharrten. Dann machten sie sich an den Aufstieg der Treppe.

Als sie das Tor passiert hatten ließ die Wirkung der Essenzen nach „das war knapp" sagte Bullwey leise und setzte Saxon und Morrigan zurück auf den Boden. Das innere der Burg schien verlassen, doch darauf wollten sich die Abenteurer nicht verlassen. Als sie den Brunnen im Burghof erreicht hatten strömten Schwarze gestalten aus den Türöffnungen und griffen an.

„Das müssen Former sein, passt auf" rief Cevh begann seine Zauber zu wirken. Sie kamen von allen Seiten und bald waren die Gefährten eingekreist. Es war eine Übermacht der nur schwer etwas entgegen zu setzen war. Shir und Lodrik waren bereits schwer verletzt, Die Mana von Nette und Saxon war verbraucht und auch der Erfrischungszauber von Cevh ließ nach. Der Rotmagier wollte einen Austausch wagen als ihm ein Former ein Schwert in den Rücken stach, Saxon warf sich vor Morrigan und fing einen Schwert hieb auf, der ihn schwer verletzte. Die Gruppe schien besiegt und die Mission gescheitert. Nette die sich hinten gehalten hatte und heilenden Zauber gespendet hatte, griff die Phiole um ihren Hals und begann zu beten „Altana schenke uns deinen Segen, lasse deine Kinder nicht allein" die Phiole begann zu Leuchten. Immer heller und heller bis es ein Gleißendes Licht war.

Die Streiter Promathias wichen zurück und die Wunden der Abenteurer schlossen sich. Erschöpft sank Nette auf die Knie. Die Former ließen nach lang auf sich warten und bereiteten einen neuen Angriff vor. Lodrik und Cevh eilten zu Nette „Der Inhalt ist verbraucht, ich kann das nicht noch einmal" sagte sie mit schwacher Stimme. Shir machte sich bereit und hielt seine Waffe fest in beiden Händen „Nun denn, ich will aufrecht in die Hallen von Altana reisen, denn ich weiß das jemand dort auf mich wartet" sagte er und sah den schwarzen Pulk von Gegnern auf sich zu kommen.
Raziael

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