Sonntag, 22. Januar 2012

Chroniken von Vana'Diel Kapitel 46 ( Ruhet in Frieden)

 Liliane verteilte die schalen mit dem Öl und schärfte allen ein das die Wirkung nur begrenzte Zeit anhielt. Als alle ihre Füße mit dem Öl begossen hatten machten sie sich auf den Weg, mitten durch die Ungeheuer hindurch. Als sie einige Meter gegangen waren, schauten alle zu Shir. Seine Rüstung knirschte und klapperte an allen Gelenken. Morrigan trat zu ihm und Spuckte auf die Scharniere an seinen Knien, Liliane tat das gleiche mit den Ellenbogen. Auch wenn nun sein Gang geräuschlos war, Kommentierte er leise die Vorgehensweise. Morrigan schaute zu ihm und sagte: „ hör auf zu meckern, sei froh das dein Visier an deinem Helm nicht quietscht" Shir schaute Böse und hielt sich mit seiner Antwort zurück.

Zweimal mussten sie das Öl benutzen bis sie die Höhle durchquert und damit die Monster hinter sich gelassen hatten. Sie entfachten erneut die Fackeln und folgten der Karte, die auf dem Amulett eingeritzt worden war. Bald erreichten sie die Höhle in der sich das Grab von Margot befand. Bullwey blieb an dem Grab stehen und schickte ein Gebet zu Altana. An der Länge des Grabes war leicht zu erkennen dass es sich nicht um das Grab eines Erwachsenen handelte. Morrigan Lehnte sich an sein Bein dessen umfang grösser war als ihr eigner Leib „ Geliebte Freunde verlassen uns nie, sie Leben weiter in unseren Gedanken und sind immer bei uns" sagte sie, Bullwey Lächelte ihr zu und tätschelte ihren roten Schopf.

Shir holte alle aus ihren Gedanken. Er zeigte auf Fußspuren, seiner Meinung nach waren die Abdrücke noch nicht alt denn es hatte sich noch kein Staub darin gesammelt. Es handelte sich um Spuren von Soldaten oder Kriegern und die tiefe der Spuren sagte aus das diejenigen Gerüstet und Bewaffnet waren.
Sie drangen tiefer in die Höhlen ein. Bullwey ging voran, das ende bildeten Shir und Saxon. Nach einer Zeit blieb Bullwey stehen „hier muss es sein" sagte er und suchte die Umgebung ab. Sie fanden die Knochigen Überreste von Elvaan und Menschen. Die Skelette trugen die Rüstungen von Soldaten, jedoch das Wappen das auf den Brustplatten eingraviert war, gehörte zu keinem der bekannten Großmächte.  Bei genaueren hinschauen entdeckten sie auch die Gerippe von Tarutaru, an den Gewändern erkannten sie dass es Magier waren. An diesem Ort musste ein Massaker stattgefunden haben.  Alle schwiegen bei dem Anblick der vielen Toten und es waren unzählige. 

Bullwey blieb vor einem Skelett stehen. Es waren die Knochen eines Elvaan. Die von Pfeilen gespickte Robe wies ihn als Mönch aus. Die Knöcherne Hand hielt einen Stein, damit musste er die Karte in das Amulett geritzt haben. Der Galka sank auf seine Knie. An dem Gürtel des Mönchs hingen die Schlagringe. Bullwey nahm sie an sich „mein Vater, was ist hier nur geschehen" sagte er und hielt die Waffen fest in seinen Händen.
„Er wurde Verraten und überfallen" sagte jemand. Alle drehten sich in die Richtung des Sprechers und zogen die Waffen, Saxon schlug die Fäuste an einander und in seinen Handflächen loderten gelbe Flammen. Der Fremde trat aus dem dunkel und sagte: „sei gegrüßt Dunkelritter" Shir ließ seine Sense sinken „Itaban Yamada?" sagte er überrascht. 

Itaban verbeugte sich und winkte, daraufhin erschienen fünfzehn weitere Krieger aus dem Dunkel. Shir reichte seinem Freund und Waffenbruder die Hand und stellte ihn den anderen vor. Bullwey fragte den Samurai was er gemeint habe, als er sagte der Abt sei verraten worden. Itaban erklärte dass der Mönch Informationen überbringen sollte und dass nur ein paar Leute davon gewusst hatten. Nun, nach all den Jahren gefangenschafft hatte der Verräter gestanden. Jetzt waren Itaban und seine Krieger hier um die verlorenen Informationen zu suchen, doch wie das Amulett in die Hände des Orks gekommen waren, blieb ein Rätsel.

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Lodrik Las die beschriebenen Pergamente. Es war eine Art Tagebuch. Der Verfasser war ein Krieger gewesen. Der Mann verfluchte sich und seine Feigheit. Er hatte in diesem Haus gelebt zusammen mit einer Mithra, er hatte sie geliebt, aber nicht den Mut gehabt sie um ihre Hand an zu halten.  Lodrik wusste nicht recht was er damit anfangen sollte, er legte alles wieder zurück.

Nette hielt die Hand der alten Mithra „ Glaubt mir, sicher waren seine Gedanken immer bei euch" die alte Frau lächelte und sagte: „ du bist ein gutes Kind, aber nun wollen wir deinen Freund suchen" sie erhoben sich und gingen los. Sie kamen wieder an Gemälden vorbei und nun wusste Nette warum ihr die Frau so bekannt vorkam. Sie war die Mithra auf den Bildern „das sind sie?"fragte Nette. Die Alte Mithra nickte „oh ja, doch da war ich noch etwas Jünger" sie zeigte auf ein anderes Bild „siehst du den Jungen Mann neben mir? Das war meine große Liebe" sagte sie mit trauriger stimme. Die Alte öffnete eine Tür und plötzlich stand Lodrik vor ihnen.

Nette sprang ihn an und Umarmte ihn „Lodrik ich habe mir Sorgen gemacht" Der Krieger streichelte ihr die Haare und sagte „ Hey keine Panik, ich würde durch das Schlimmste Labyrinth wieder zu dir finden" Nette stellte die Alte Mithra und Lodrik einander vor und erzählte von dem Mann der mit ihr hier gelebt hatte. Lodrik schüttelte den Kopf „nein er hat dich nicht verlassen, ich denke er hatte vor dich zu heiraten, doch ihm fehlte der Mut dich zu fragen" sagte er und führte beide zu der Kammer. 

Die alte Mithra schaute verwundert „dies war sein reich, ich habe es respektiert und habe diesen Raum nie betreten" Lodrik zeigte ihr die Pergamente und den goldenen Ring. Tränen stiegen ihr in die grünen Augen, mit zitternder Stimme sagte sie: „wenn ich das nur gewusst hätte, wenn er mich gefragt hätte, ich hätte ihn in den Kampf begleitet" Die alte Mithra nahm eine Kette von ihrem Hals und reichte sie an Nette. Die Kette war aus Gold, an einem der Kettenglieder hing eine Phiole. Die Alte sagte: „ die Phiole enthält eine geweihte Flüssigkeit, es ist der Segen von Altana. Einmal benutzt heilt es alle wunden deiner Mitstreiter und verjagt selbst den nahenden Tod. Doch gebrauche es nur im Notfall, es dauert einen Mondzyklus bis sich die Phiole wieder aufgefüllt hat" die alte Mithra streifte sich den Ring über und plötzlich erschien ein Nebel neben ihr.
Der Nebel formte einen jungen Mann in einer Rüstung. Der Geist nahm die Hand der Mithra und sein Mund formte Worte die nur die alte Frau zu verstehen schien. Mit Tränen des Glücks sagte sie „Ja ich will deine Frau werden" nun verwandelte sich auch sie sich in einen Nebel.

Der junge Mann und die Mithra lösten sich auf, zurück blieben Nette und Lodrik. Es war still und es war als habe die alte Frau nie existiert. Nur die Kette erinnerte an sie. Nette und Lodrik verließen das Haus und gingen zurück in die Stadt. Vor den Toren trafen sie auf ihre Freunde die in der Begleitung der Samurai waren. Nette begrüßte Itaban, gerne hätte sie ihm zu gelächelt. Doch auch wie Bullwey musste sie an die Verstorben denken. 
Raziael  

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