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Sonntag, 28. Oktober 2012

Die Prophezeiung Kapitel 34 ( Der Tod des Tyrannen)

Urgandel im Hunderteinundviertzigsten Mondzyklus nach der Besetzung: Das Ende der Tyrannei.

Die Söldner am Tor wurden überrannt. In der Stadtmitte entbrannte ein wilder Kampf zwischen den Nachtalben und den Schattenelben. Die Zwerge und Menschen drängten die Söldner zurück. Tenebris war von ihrem Pferd ab gesprungen und focht mit zwei Schwertern, Rücken an Rücken mit Fortingas. „ Nimm einige Krieger mit dir und stürme die Burg!!" rief sie ihm zu und streckte einen Söldner nieder. Der Halbalbe sagte Wallungur was zu tun sei. Der Zwerg setzte ein Horn an die Lippen und blies ein Signal, sofort sammelten sich Menschen und Zwerge. 

Silèda, die das Signal ebenfalls vernommen hatte, rief die Heiler zu sich. „Wir nehmen die Burg ein!!" Sie bildete eine Eskorte aus Zwergen und Zwerginnen um die Heiler sicher in die Kerker zu bringen. Gegen den Willen ihres Gatten schloss Tyrella sich den Heilern an, sie hatte Klondieke versprochen sie zu beschützen und das würde sie auch tun.
 
Das Tor zum Burghof wurde stark verteidigt, doch hatten die Nachtalben nicht mit der Verwegenheit der Rebellen gerechnet. Während die Menschen mit Steinschleudern die Nachtalben zwangen ihre Köpfe besser zu decken, gruben sich die Zwerge wie Maulwürfe durch die Reihen der Gegner. Als die Nachtalben merkten dass sie den Rebellen nicht gewachsen waren, zogen sie sich in den Burghof zurück. Der Weg in die Burg war nun frei.

Silèda führte die Heiler direkt zu den Kerkern, die wegen des Angriffes unbewacht waren. Tyrella lief durch die feuchten Gänge in denen es nach Blut und Verwesung stank. „Klondieke, wo bist du Klondieke!!" rief die Zwergin immer wieder. Doch von überall kamen Hilferufe. Aus jeder Zelle wurden Verletzte und Gefolterte heraus getragen. Wieder rief die Zwergin, dann hörte sie leise eine vertraute Stimme. „ Ella, Mama Ella!!"
Tyrella lief zu einer schweren Eichentür und schlug mit den Fäusten dagegen. „Klondieke mein Kind. Hier ist Tyrella, ich werde dich da rausholen!!" Eine stämmige Jägerin schob Tyrella zur Seite. „Trete von der Tür weg, Mädchen!!" rief die Zwergin mit einer tiefen Stimme, die nicht ganz zu einer Frau passte. Mit einem Kriegshammer schlug die Jägerin gegen die Tür. Eine weitere Jägerin kam dazu und half mit ihrem Beil die Tür zu zertrümmern.

Bald klaffte ein Loch in der Kerkertür. Tyrella kletterte in den Kerker, in dem es stockdunkel war. „Klondieke?" kaum hatte sie den Namen ausgesprochen, da flog ihr jemand an den Hals und umarmte sie. Tyrella drückte das Mädchen fest an sich. „Ich bin hier mein Kind." flüsterte die Zwergin, dann brachte sie Klondieke nach draußen.

Fortingas und Wallungur hatten mit den Rebellen den Burgfried erreicht. Der Halbalbe und der Zwerg kämpften sich mit einigen Zwergen bis zum Treppenaufgang durch. Er gab den Zwergen den Befehl ihnen den Rücken frei zu halten. Fortingas stürmte die Treppe hinauf, gefolgt von dem Jäger. Plötzlich versperrte ihnen eine Frau den Weg. Es war Mürane. Ihre roten Augen funkelten hasserfüllt und die Hände umklammerten die beiden Kurzschwerter. 

„Ihr werdet nicht an mir vorbeikommen." sagte sie mit ruhiger, aber bedrohlicher Stimme. Genau in diesem Moment erklangen Hornsignale. „Hörst du das Mürane?" fragte Fortingas. „Urlandis ist gefallen. Nicht mehr lange und Burinda wird folgen, gib auf." Mürane lachte schrill. „Niemals, solange Calister lebt wird es Nachtalben geben. Doch du wirst nun sterben, dreckiges Halbblut!!" Mit irrem Funkeln in den Augen griff sie Fortingas und Wallungur an. 

Die Nachtalbin schien überall zu sein, sie blockte und wich den Angriffen aus. „Ihr seid mir nicht gewachsen, Schwächlinge!!" rief sie und machte einen Ausfall. Fortingas stieß einen Schmerzensschrei aus, auf seiner Wange zeigte sich ein langer Schnitt. Wieder lachte Mürane. „Ich habe eine Menge Spaß, ich hoffe ihr auch!!" 

Wallungur versuchte ihre Beine zu attackieren, doch immer wenn er glaubte es zu schaffen, sprang sie über ihn hinweg. „Nun reicht es mir aber!" fluchte der Zwerg und griff erneut an. Wieder setzte die Nachtalbin zum Sprung an. Diesmal ließ Wallungur seine Beile fallen und sprang ebenfalls. Der Zwerg bekam eines ihrer Beine zu fassen. 

Der Sprung der Nachtalbin wurde abrupt gebremst und sie fiel der Länge nach zu Boden. Sie landete auf dem Zwerg. Mürane hatte sich schnell gefasst. „Stirb, widerliche Missgeburt!! schrie sie und zielte mit ihrem Kurzschwert auf den Kopf des Zwerges. Wallungur zog den Kopf zur Seite, doch die Klinge zerschnitt ihm das Ohr. „Verdammtes Langohr!!" rief der Zwerg und schlug mit dem gepanzerten Handschuh zu. Blut spritzte aus ihrem Mund. Endlich war Fortingas heran gekommen, fasste die Nachtalbin an den Haaren, zog sie nach oben und schnitt ihr den Hals auf.

Mürane kippte von dem Zwerg herunter. Sie fasste sich an die Kehle, in ihren Augen spiegelte sich Unglaube. Es war, als würde sie sich weigern das Geschehene zu akzeptieren, zu akzeptieren dass sie nun Sterben würde. Die Nachtalbin wollte etwas sagen, doch es war nur ein Blubbern zu hören und rote Luftblasen zu sehen, die sich an ihrer offenen Kehle bildeten und platzten. Dann verloren die roten Augen ihren Glanz und ihr Körper erschlaffte.

Fortingas und Wallungur setzten ihren Weg fort. Als sie das Ende der Treppe erreicht hatten standen sie vor einer offenen Tür. In der Mitte des Raumes lag ein unförmiger Torso in einer riesigen Lache grünen Blutes, nicht weit davon lag der Schädel. „Verdammt, er ist weg." sagte Fortingas und trat durch die Tür. „Nicht!!" versuchte Wallungur Fortingas zu warnen, doch es war schon zu spät. Eine Lanze bohrte sich durch das Bein des Halbalben. Mit einem Schrei ging Fortingas zu Boden.

Wallungur stürmte in den Raum. Verborgen neben der Tür stand Calister Pouè pas, der oberste Nachtalb. Calister griff den Zwerg mit einem Zweihänder an. Wallungur wich den Schlägen aus, doch einen Gegenangriff konnte er nicht wagen. Der Versuch einen Hieb dieses mächtigen Schwertes zu blocken wäre Selbstmord gewesen. Calister trieb Wallungur durch den Raum und hatte ihn in eine Ecke gedrängt. Der Jäger hatte sich mit seinem Tod abgefunden als Calister aufschrie. In dem Oberschenkel des Nachtalben steckte eine Klinge. Fortingas hatte einen seiner Langdolche geworfen.

Wallungur nutzte die Gelegenheit und schlug mit beiden Beilen auf das Schwert ein. Mit einem lauten Bersten brach die Klinge. „Nun sind wir ebenbürtig!!" rief der Jäger zornig und griff an. Die beiden Kämpfer zeigten keine Gnade gegenüber dem anderen und Wallungur musste einige schwere Treffer einstecken, doch das Kettenhemd hielt stand.

Wallungur war im Rausch, er wusste dass nur der Tod des anderen diesen Kampf beenden würde. Beide standen nun an einer Brüstung und attackierten einander. Fortingas hatte sich den Speer aus dem Bein gezogen und versuchte Wallungur zu Hilfe zu eilen, doch der Blutverlust ließ ihn ohnmächtig werden. Wallungur blockte einen Schlag des Nachtalben, doch hatte er nicht mit der Heftigkeit des Angriffes gerechnet. Die Beile entglitten seinen Händen. „Nun ist es vorbei Zwerg!" schrie Calister und holte zum tödlichen Schlag aus. 

Wallungur sprang auf Calister zu, umklammerte seine Beine und stemmte ihn in die Höhe. Der Nachtalb verlor das Gleichgewicht und kippte über die Brüstung. In der Panik versucht er sich an dem Zwerg fest zu halten und zog ihn mit sich. Der Nachtalb schaffte es den Querbalken der Brüstung zu greifen, Wallungur umklammerte immer noch die Beine des Nachtalben. Calister versuchte den Zwerg ab zu schütteln, doch Wallungur kletterte an ihm hinauf und stieg über die Brüstung. Er schaute in das von Angst gezeichnete Gesicht von Calister." Nun wird es vorbei sein." sagte der Zwerg, zog sein Jagdmesser und stach in die Hände des Nachtalben. Calister fiel in die Tiefe. Zweimal schlug er gegen die Mauer des Burgfrieds und bis er dann auf dem Burghof aufschlug. 

Mit heftigen Ohrfeigen brachte der Zwerg den Halbalben zur Besinnung. Hörner und Trombonen signalisierten dass Pistrana kapituliert hatte. Der Jäger stützte Fortingas so gut er konnte, bis Heiler ihm den Verletzten ab nahmen. Dann begab er sich selbst in die Obhut eines Heilers. Mit Klondieke im Arm betrat Tyrella das Zelt. Als die Zwergin ihn erblickte rannten Klondieke und sie zu ihm und fielen ihm um den Hals. Wallungur küsste beide und Klondieke sagte das Wort, das er sich so sehr gewünscht hatte. „Papa"

Fünfzehn Jahre Später

Klondieke trat auf die Balustrade, gehüllt in einem weißen Gewand und kleinen Eisenringen in den silberweißen Haaren. An ihrer Seite standen Fortingas und Calseha mit ihrer Tochter Miranda. Wallungur und Tyrella wurden von ihrem Sohn Tylungur begleitet. Klondieke hob ihre Arme und sprach zu ihrem Volk. „Menschen, Zwerge und Schattenelben. Wir haben eine schwere Zeit hinter uns. Doch nun haben wir alles wieder aufgebaut und eine Zeit des Friedens soll uns den Weg in die Zukunft bahnen. Wir alle leben in verschiedenen Welten, beten zu verschiedenen Göttern. Ich habe das Privileg gehabt, alle drei Welten kennen zu lernen. Ich will ein Urgandel schaffen in dem für jeden Platz ist. Sollte wieder eine Bedrohung kommen, werden wir sie gemeinsam zerschlagen, als Brüder!!"
Die Menge jubelte, die Prophezeiung hatte sich erfüllt und die Freiheit war zurück gekehrt.
                                                            Ende
Raziael/Überarbeitung: Rina Smaragdauge 
   




  

Sonntag, 21. Oktober 2012

Die Prophezeiung Kapitel 33 ( Das Tor fällt )

Urgandel im Hunderteinundviertzigsten Mondzyklus nach der Besetzung: Die Schlacht um Pistrana

Riesige Steine und Speere landeten hinter der Stadtmauer und richteten Verwüstung an. Mit großen Schilden, die auf Rädern vorwärts bewegt werden konnten, näherten sich die Zwerge der Stadt. Der Pfeilhagel und die Gegenwehr der Nachtalben waren dem der Zwerge ebenbürtig, doch hatten die Zwerge, Menschen und Schattenelben ein Ziel für das sie kämpften. Auf ein Zeichen hin, schickten die Schattenelben ihre Pfeile auf die Palisaden. Diesen Augenblick nutzten die Zwerge um mit tragbaren Brücken und Sturmleitern, den mit Wasser gefüllten Wehrgraben zu überwinden.

„Versucht die Zwerge nicht zu treffen!!" schrie Tenebris, um zu verhindern das die eigenen Mitstreiter verletzt wurden. Die Zwerge und Menschen an den Katapulten luden nach so schnell sie konnten und schickten die tödlichen Geschoße in die Stadtmitte. „ Vorsicht!!!" schrie einer Menschen. Ein prall gefüllter Ledersack kam auf sie zu geflogen, zerriss beim Aufschlag und benetzte sie mit einer Flüssigkeit. „Öl, das ist Öl!!!" rief jemand. Ehe einer begriff was geschehen war, hagelte es Brandpfeile. Zwerge und Menschen schrien um Hilfe und wälzten sich als lebende Fackeln am Boden. Andere kamen mit Decken und Wassereimern um das Feuer zu löschen.

Calister, der im Burgfried stand und durch eine Schiesscharte alles beobachtete, schickte nun auch seine persönliche Leibwache auf die Palisaden. „Niemand darf bis hier her durchdringen!!" schrie er sie an. Dann wandte er sich dem Monster zu, das sein Vorfahre war und bemerkte, dass dieser lachte. „Was ist daran so amüsant? Du wirst der erste sein, den sie abschlachten werden!" Aus dem Lachen wurde ein funkelnder Blick. „Ich lache weil uns das Schicksal letzten Endes doch eingeholt hat. Hast du denn wirklich geglaubt nur weil du vom Alter nicht eingeholt wirst dass du göttlich bist? Du und deine Kinder haben nur unsere Eigenschaften geerbt, doch das Göttliche habt ihr nicht erhalten und selbst das ist nicht ohne Makel." Die Kreatur ging zu dem Waffenständer und nahm eines der Schwerter. „Ich bin der letzte meiner Art. Ich werde beenden was schon vor deiner Geburt hätte geschehen sollen." Es legte sich das Schwert mit der Schneide auf den Nacken und zog mit aller Kraft. Die Klinge durchtrennte die Muskeln und Knochen, der Kopf fiel zu Boden gefolgt von dem Rumpf. Mit aufgerissenen Augen sah Calister zu wie der Torso sich auflöste, bis nur noch eine schwarze Flüssigkeit übrig war, die sich auf dem Boden verteilte.

Die Sonne ging unter und noch immer war die Schlacht im vollen Gange. Silèda gab das Zeichen um vor zu rücken. Fortingas und Wallungur machten sich bereit. Ein Schild, so breit wie vier ausgewachsene Männer, wurde auf das Stadttor zu gerollt. Dahinter waren zwanzig Zwerge und Zwerginnen, jeder hatte eine Axt bei sich. Als das Schild noch zwei Schritt vom Stadtgraben entfernt war stoppten sie.

Dann ging es los. Ein Zwerg sprang hinter der Deckung hervor, lief auf das Tor zu und schleuderte seine Axt. Das Beil drehte sich um die eigene Achse und blieb in dem hölzernen Tor  stecken. Der Zwerg hatte nicht gewartet um zu schauen ob sein Wurf geglückt war, er hatte sich gleich wieder hinter die Deckung geworfen. Ein weiterer Zwerg kam hervor und schleuderte sein Beil. Die Axt erreichte ihr Ziel, doch der Zwerg wurde von einem Pfeil niedergestreckt. Fünfzehn von zwanzig Zwergen schafften es ihre Axt in dem Tor zu versenken.

Nun waren die Teams an der Reihe. Fortingas und Wallungur gingen zuerst. Der Jäger hatte seine langstielige Axt gegen zwei kleine Beile eingetauscht, die er am Gürtel trug. Mit Wallungur auf dem Rücken nahm Fortingas Anlauf. Er lief so dicht an den Graben heran wie er konnte und sprang. Die Augen des Halbalben waren nur auf die Beile gerichtet, die in dem Tor steckten und schließlich bekam er eines zu packen.
Schnell suchte er Halt und kletterte an den Äxten das Tor empor. Die anderen folgten als sie sahen dass es sicher war. Fortingas hatte schnell die Palisaden erreicht. Er ließ Wallungur herunter und sie machten sich auf zum Torhaus. Der Zwerg wütete mit seinen Beilen, Fortingas ließ seine Langdolche sprechen und öffnete eine Kehle nach der anderen. Bald hatten alle Teams die Palisaden erreicht und brachten den Söldnern den Tod.

Tenebris, die an der Spitze des Heeres auf ihrem Pferd sass, schien die Zeit unendlich zu sein. Tyrella stand vor dem Zelt der Heiler und betete zu Ferrum, dem Gott der Schmiede, er möge Wallungur beschützen. Beide fürchteten sie um ihre Lieben. Die Mutter um den Sohn, die Gattin um ihren Mann.

Plötzlich gab es ein gewaltiges Krachen, das Stadttor war herunter geklappt, sie hatten es geschafft. „Zum Angriff!!!!" schrie Tenebris, zog ihr Schwert und gab ihrem Pferd die Sporen. Hörner und Trombonen erklangen, das Heer aus Zwergen, Menschen und Schattenelben stürmte in die Stadt. Nun begann die eigentliche Schlacht. 
Raziael/Überarbeitung: Rina Smaragdauge  
   

Sonntag, 14. Oktober 2012

Die Prophezeiung Kapitel 32 ( Die Schlacht beginnt)

Urgandel im Hunderteinundviertzigsten Mondzyklus nach der Besetzung: Pistrana

Als Calister von der Armee erfuhr die auf die Stadt zu marschierte, begab er sich sofort auf die Palisaden. „Schließt das Tor. Die Bogenschützen und die Söldner auf die Stadtmauer. Alle Katapulte laden!!!" Die Nachtalben stürmten auf die Palisaden und richteten ihre Bogen aus. Einige Söldner zerrten Frauen und Kinder aus den Häusern, um sie zur Not als lebende Schilde zu benutzen.

Tenebris ließ den Tross stoppen. Inzwischen war es schon dunkel geworden und sie befahl die Zelte auf zu bauen. Wachen wurden postiert und die Katapulte und Speerschleudern in Position gebracht. Es wurde kaum geredet, nur die nötigsten Befehle wurden gerufen. Die Stadt lag in Dunkelheit, kein Feuer brannte auf den Mauern um so wenig wie möglich von den Verteidigungsplänen preis zu geben.

Tyrella hatte sich im Lazarettzelt nützlich gemacht. Sie weichte Kräuter in Wasser ein und half den Heilern beim Mixen von Tinkturen und Salben. Ihre Gedanken waren bei der bevorstehenden Schlacht. Sie hatte Angst um Wallungur. Als sie ihre Arbeit beendet hatte ging sie zu ihm. Wallungur stand zusammen mit Fortingas bei den anderen Schattenelben und Zwergen. Alle lauschten der Stimme von Tenebris: „Ihr werdet als erster in die Stadt eindringen. Euer Ziel ist es das Tor zu öffnen, haltet zusammen und passt aufeinander auf. Dann werden die meisten von euch lebend davon kommen."

Tyrella gingen die Worte durch Mark und Bein *Dann werden die meisten von euch lebend davon kommen.* Als Tenebris ihre Ansprache beendet hatte löste sich die Gruppe auf. Sie ging zu Wallungur. Er lächelte ihr zu und nahm sie vorsichtig in seine Arme. „Meine liebe Gattin." Nach diesen Worten küsste er sie sanft auf den Mund. Sie schaute ihn an und er erkannte die Sorgen in ihren Augen. „Was ist los?" fragte er sie.

„Ich habe Angst, Wallungur. Ich bitte dich bleibe heute Nacht bei mir." Er legte seinen Arm um Tyrella und zusammen gingen sie zu ihrem Zelt. Sie tranken Bier und erinnerten sich wie sie sich kennen gelernt hatten, sprachen über Klondieke und hofften dass es ihr gut gehe. Als Tyrella schläfrig wurde, legten sie sich hin. Wallungur lächelte ihr zu und streichelte ihren Bauch. „Hast du schon über einen Namen nachgedacht?" fragte er sie. Mit einem Gähnen sagte Tyrella: „Wenn es ein Junge wird, Tylangur und wenn es ein Mädchen wird, Walrella." 

Noch vor Sonnenaufgang war das Lager erwacht und alles wurde vorbereitet. Tenebris, Silèda und Vàngarl ritten umher und überwachten alles. Ein Alarmsignal ließ alle aufhorchen. Zwei Reiter hatten die Stadt verlassen und kamen auf das Lager zu, einer von ihnen trug eine weiße Fahne bei sich. Die Nachtalbin empfing die Reiter, einer begann sogleich zu sprechen: „Wir kommen auf Geheiß von Calister Pouè Pas, dem Obersten Nachtalb. Er macht dir folgendes Angebot: Löse die Streitmacht auf und übergebe ihm die Könige der Zwergenreiche. Dafür werden du und alle anderen Nachtalben, die sich des Verrats schuldig gemacht haben, begnadigt. Alle Schattenelben dürfen sich entscheiden, sich den Nachtalben zu unterwerfen oder sich einem schnellen Tod hin zu geben."

Tenebris begann zu lachen, Silèda und Vàngarl stimmten mit ein. Tenebris zog blitzschnell zwei Wurfmesser und schleuderte sie nach den Botschaftern. Tödlich getroffen fielen diese von ihren Pferden. Dann jagte sie die Tiere zurück zur Stadt und ließ den toten Nachtalben die Köpfe abschlagen. „Spannt ein Katapult!!" rief sie und legte die Schädel in die Schale. Sie ließ das Katapult entsichern, im hohen Bogen flogen die Köpfe der Botschafter in die Stadt. Tenebris stieg wieder auf ihr Pferd und zog ihr Schwert. „Er hat seine Antwort bekommen. Alle Katapulte und Speerschleudern los!!" Auf ihr Zeichen begannen die Zwerge die Stadt zu beschießen, der Angriff hatte begonnen.
Raziael/Überarbeitung: RinaSmaragdauge

Sonntag, 7. Oktober 2012

Die Prohpezeiung Kapitel 31 (Der Aufmarsch beginnt)

Urgandel im Hunderteinundviertzigsten Mondzyklus nach der Besetzung: Offenes Feld.

Langsam vertrieb die aufgehende Sonne die dunklen Wolken und der neue Tag brach an. Die ganze Nacht war der Tross von Zwergen, Menschen und Schattenelben marschiert. Die Krieger hatten während des Marsches gegessen und die Tiere getränkt.

Wallungur lief neben Tyrella und forderte sie immer wieder auf,  auf einem der Wagen mit zu fahren um das Baby zu schonen. Sie lachte nur und machte ihn darauf aufmerksam, dass es noch sechs Mondzyklen bis zur Geburt seines Kindes dauerte. Fortingas der zwischen Calseha und Ephaistra ritt, lächelte als er den besorgten Zwerg reden hörte. „Nun sieh sich einer den Jäger an." sagte er zu der Schattenelbin. „ Ich habe ihn als raubeinigen Krieger kennen gelernt und nun benimmt er sich wie ein Kätzchen." Calseha schaute zu den frisch Vermählten. „Ich dachte immer das Zwerge nichts anderes als Gold und Edelsteine im Sinn hätten, doch nun habe ich gelernt das es Wesen mit Gefühlen und Sorgen sind."

„Warum sind Menschen und Zwerge sich so fremd? Wo ihr doch ihm selben Land lebt?" fragte Ephaistra die junge Frau, doch Calseha hob nur ihre Schultern und meinte das sie es nicht wüsste. „Weil wir uns nicht den Gesetzen der Menschen beugen wollten!" kam es von Bredosch Kupferblut, dem König des Nördlichen Gebirges. „Einer der frühen Herrscher verlangte Abgaben von den Zwergen und forderte die Absetzung der Könige. Die Völker der Berge wehrten sich und es kam zu Ausschreitungen. Die Zwerge zogen sich zurück und dienten den Menschen nur noch gegen Bezahlung."

Calseha schaute zu dem Herrscher. „Ein gemeinsamer Feind hat uns geeint, alle sollten mitarbeiten das dieses Bündnis immer währt." Jeder der zugehört hatte stimmte zu.

Tenebris war auf eine Erhebung geritten um die Umgebung zu beobachten, begleitet wurde sie von Elmrok dem Anführer der Rebellen und Burkhas Bärenschlag dem König des Östlichen Gebirges. Ihr Blick fiel auf den Tross der sich wie eine riesige Schlange über das Land bewegte. Fünfzigtausend Zwerge, zwölftausend Menschen und Schattenelben, sechs fahrende Essen um Rüstungen und Waffen zu reparieren. Dazu kamen noch Wagen mit Proviant, Zelten und Material, und zum Schluss die Katapulte und Speerschleudern.
Ohne die Augen von diesem Anblick ab zu wenden sagte sie: „Hätten die Menschen und Zwerge von Anfang an zusammen gekämpft, wäre es den Nachtalben niemals gelungen Fuß zu fassen." Elmrok und Burkhas nickten zustimmend. Das Trio verließ die Erhebung und kehrte zum Tross zurück.

Am späten Nachmittag wurden Hörner und Trombonen geblasen. Der Tross teilte sich in drei Armeen auf. Ephaistra führte ihren Trupp nach Urlandis, Eurealè begab sich mit ihrem Trupp in Richtung Burinda. Tenebris zog gegen Pistrana, in ihrem Trupp waren auch Fortingas, Wallungur und Tyrella.

Die Nachtalbin führte den Trupp durch die Wälder, gegen Abend erreichten sie eine Wasserstelle, wo sie die Nacht über rasteten. Bei Sonnenaufgang zogen sie weiter im Schutz der Bäume. Als die Sonne ihren höchsten Stand erreicht hatte, erschienen die Türme von Pistrana am Horizont. Die Stimmen und munteren Gespräche verstummten. Anspannung machte sich breit, jeder wusste das sie am Abend die Stadt erreichen würden und sich ihr Schicksal erfüllen würde.  
Raziael/Überarbeitung/ Rina Smaragdauge   




Sonntag, 30. September 2012

Die Prophezeiung Kapitel 30 ( Die Vorbereitungen sind im Gange )

Urgandel Ende des Hundertundvierzigsten Mondzyklus nach der Besetzung: Lager der Rebellen

Vor Sonnenaufgang erreichte ein Reiter das Lager der Rebellen und berichtete von dem gescheiterten Ritual. Die Nachricht verbreitete sich schnell unter den Menschen und neue Hoffnung flammte in ihren Herzen auf. Mit frischem Mut machten sie sich an die Vorbereitungen auf den bevorstehenden Angriff auf die Nachtalben.
Wallungur hatte sich gut erholt und war wieder bei Kräften. Mit der Zustimmung des Königs hatte sein Vater ihn wieder in den Clan aufgenommen und Tyrella in ihren Kreisen willkommen geheißen. 

Trotz der Unruhen und der lauernden Gefahr durch Nachtalben und Mudroks, wurde der Eherne Bund zwischen Wallungur und Tyrella geschlossen und ein Fest gefeiert. Bei Met und Wildbraten ließen die Anwesenden das Brautpaar und den kommenden Nachwuchs hochleben. Bis in die Morgenstunden wurde gesungen und getanzt. Tenebris sah Fortingas und Calseha in einem Zelt verschwinden, benebelt vom Met wandte sie sich an Osander Breitrücken, Wallungurs Vater. „ Du kannst auf deinen Sohn stolz sein und von meinem Sohn erwarte ich vielleicht ebenfalls bald ein Enkelkind. Auf die Liebenden!!!" rief sie und leerte ihr Trinkhorn.

Am nächsten Tag machten sich alle an die Arbeit, mit großen Augen bestaunten die Menschen und Schattenelben die Fingerfertigkeit der Zwerge. Die Schmiede fertigten Waffen und Brustpanzer. Die Edelsteinschleifer reparierten alte Rüstungen und polierten diese. Dazu legten sie Rüstungsteile und Schilde in Holzfässer und füllten sie mit Sand auf. Dann rollten die Zwerge die Fässer hin und her. Durch den feinen Sand wurden die Rüstungen so auf Hochglanz poliert das man sich darin spiegeln konnte.
Die Jäger sorgten zusammen mit den Schattenelben für Nahrung und bauten Katapulte und Speerschleudern. Die Menschen bewachten die Umgebung, gingen den Zwergen zur Hand, bauten Sturmleitern und tragbare Stege mit denen man die Burggräben überwinden konnte.

Täglich kamen Reiter mit Berichten aus den Fürstentümern. Die Aktivitäten der Zwerge waren nicht unbemerkt geblieben und die Hauptstädte bereiteten sich auf eine Belagerung vor. Tenebris und Eurealè waren besorgt über diese Neuigkeiten. Sie wussten das die Stadthalter keine Skrupel hatten und alles tun würden, um die Menschen ein zu schüchtern. Geiseln von den Zinnen in die Tiefe zu stürzen wäre noch das harmloseste das die Nachtalben tun würden. Doch sie behielten diese Vermutung für sich um den Kämpfern nicht schon vor der Schlacht den Mut zu nehmen.

Silèda und Vàngarl wurde aufgetragen die Nahkämpfer aus zu bilden. Silèda stellte drei Gruppen zu je zwölf Schattenelben und Zwergen auf. Sie wählte Zwerge aus dem Südlichen Gebirge aus, weil diese durch ihre geringe Statur leichter waren. Fortingas, der sich ebenfalls freiwillig gemeldet hatte, entschied sich trotz aller Widersprüche von Silèda, für Wallungur. Tyrella wollte sich auch beteiligen, doch Wallungur war dagegen und er war froh das der Vater seiner Frau ihn unterstützte. Denn allein hätte er sich nicht lange gegen diese willensstarke Zwergin durchsetzen können.

Mit den Zwergen auf ihren Rücken rannten und marschierten die Schattenelben, erklommen Bäume, sprangen über breite Gräben und trainierten den Kampf. Fortingas und Wallungur gingen als Vorbild voran. Die lange gemeinsame Reise hatte sie zusammen geschweißt, sie dachten und handelten wie eine Person.
Tenebris, Eurealè und Ephaistra machten die Krieger der Zwerge mit der Kampfart der Nachtalben vertraut. Eurealè ließ einen kräftigen Jäger gegen sich antreten und bezwang ihn mit wenigen Hieben, sie half ihm auf die Beine und sprach zu den anderen: „Habt ihr das gesehen? Niemand würde sagen dass ich eine gute Kriegerin bin. Nehmt euch in acht, stellt euch nicht allein einem Nachtalben, die einzige Möglichkeit ihn zu besiegen ist ihm seine Beine zu nehmen!!" An einer Puppe aus Holz zeigte sie den Zwergen wo sich die Schwachstellen eines jeden Nachtalben befanden.

Sie holte sich einen Schattenelb, demonstrierte einige Angriffe und wie man diese parierte. „ Bei einem Tritt, fangt ihr den Fuß und durchtrennt die Sehne an der Ferse. Bei einem Angriff mit dem Schwert, taucht unter dem Schlag weg und zertrümmert die Knie!!" Sie zeigte den Zwergen Trockenübungen um diese neu erlernten Angriffe zu üben.

Eines nachts, während alles schlief und die Wachen auf ihrem Posten waren, ging ein Alarmruf durch das Lager. Eine Gruppe von Söldnern hatte versucht sich an die Rebellen heran zu schleichen. Sofort war das ganze Lager auf den Beinen und nach einem kurzen, aber blutigen Scharmützel waren die Angreifer besiegt. Auf einen Befehl von Tenebris wurde einer der Söldner am Leben gelassen und zum Verhör in ihr Zelt gebracht. 

Die Zeit schien langsamer zu vergehen während alle auf das Ergebnis des Verhörs warteten. Immer wieder kamen grausige Schreie aus dem Zelt der Nachtalbin und viele der Menschen hielten sich angewidert die Ohren zu. Bald verstummten die Schreie und Tenebris kam aus dem Zelt. Schweigend wusch sie sich in einem Zuber der zum abkühlen von Metall diente das  Blut von den Händen. Alle Blicke ruhten auf der Nachtalbin, die sich mit einem Leinentuch die Hände trocknete. Mit ruhiger, aber fester Stimme sagte sie: „Wir sind entdeckt worden. Calister Pouè pas organisiert seine Streitmacht. Der Angriff darf nicht mehr verzögert werden!!" Augenblicklich war jeder hellwach. Alles wurde für den Aufbruch vorbereitet.
Raziael/Überarbeitung: Rina Smaragdauge

  
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Sonntag, 23. September 2012

Die Prophezeiung Kapitel 29 ( Das vereiteilte Ritual)

Urgandel im Hundertundviertzigsten Mondzyklus nach der Besetzung: Pistrana

Calister, der Oberste Nachtalb, lief aufgeregt in seinen Gemächern auf und ab. Bald war es soweit, der Vollmond rückte immer näher. Sein Freund und Mentor, der Dämon der im Burgfried hauste, würde das Ritual durchführen, das ihm ermöglichte die Macht über ganz Urgandel zu erringen.

Ein Diener trat in den Raum und überbrachte eine Nachricht aus dem Burgfried. Calister eilte zu dem Turm und bestieg die unendlich scheinende Treppe. Der Dämon hockte in einem Kreis den er mit Kreide auf den Boden gezeichnet hatte, um den Kreis herum waren fremde Symbole gemalt. Der Dämon hielt einen Becher in seinen Händen. „Dieser Trank wird ihr innerstes Reifen lassen. Eine Dekade sollte reichen." Calister nahm den Becher entgegen, der Inhalt qualmte und stank nach verwestem Fleisch. „Gib es ihr heute Nacht. Noch eine Sonne und es ist Vollmond, dann wird die Veränderung einsetzen und du kannst deinen Nachfolger zeugen." Der Dämon hob eine Hand. „Doch wenn sie ihre Aufgabe erfüllt hat, ist das Mädchen mein. Das ist der Preis für meine Hilfe." Mit diesen Worten machte der Dämon eine winkende Handbewegung als Zeichen das der Nachtalb verschwinden Sollte.

Vorsichtig ging Calister die Treppe hinab, darauf bedacht nichts zu verschütten. Auf dem Burghof rief er eine Wache zu sich. Eine Nachtalbin kam zu ihm und er gab ihr den Trunk, angewidert verzog die Kriegerin das Gesicht. „Geh in das Verließ und gib es dem Mädchen zu trinken, wenn es sein muss mit Gewalt!" befahl Calister der Nachtalbin. 

Noch jemand hatte das Gespräch zwischen dem Obersten Nachtalb und der Wache mit angehört. Ein junger Krieger, er war ein Spion der Schattenelben, doch mit den roten Glasslinsen wurde er nicht erkannt. Unauffällig folgte er der Nachtalbin, er musste sie aufhalten.
Klondieke war in ihrer alten Zelle, wieder hatte man sie an die Mauer gekettet. Doch sie war nicht mehr das naive Kind das nicht sprechen konnte. Mit zwei der Eisenringe, die in ihr Haar geflochten waren, schaffte sie es einen rostigen Nagel aus der Holzliege zu ziehen. Erst versuchte sie den Stein um die Ketten herum weg zu kratzen. Doch schnell merkte sie, dass es sinnlos war. Dann schaute sie sich die Eisenmanschetten an ihren Handgelenken an. Sie bohrte mit dem Nagel in dem Schloss hin und her, bald klickte es und die Manschette fiel ab. Das gleiche tat sie an der anderen Hand. Dann versuchte sie die Zellentür auf die gleiche Art zu öffnen, doch der Nagel war zu kurz.

Plötzlich hörte sie Schritte, sofort lief sie zurück auf ihren Platz, legte die Eisenmanschetten um, ließ die Schlösser aber nicht einrasten. Die Riegel knarrten und die schwere Tür schwang auf. Die Nachtalbin mit dem Becher trat ein und ging vor Klondieke in die Hocke. „Komm Kleine, das wird dir schmecken." Doch Klondieke wollte nichts davon wissen und schüttelte heftig den Kopf. Die Albin rückte näher an das Mädchen heran und wollte ihr die Kiefer auseinander pressen. Klondieke fasste die Hand der Albin mit beiden Händen und biss hinein, dann holte sie mit den Beinen aus und trat zu. Die Nachtalbin schrie auf, kippte nach hinten weg und hielt sich den Unterleib. Klondieke nahm die Kette, schwang sie über den Kopf und schlug auf die Nachtalbin ein. Nasenbein und Zähne brachen, das Mädchen schlug wieder und wieder zu. Benommen drehte sich die Albin auf den Bauch und versuchte auf zu stehen. Jedoch war Klondieke schneller, sie sprang auf den Rücken der Nachtalbin und drückte die angeschlagene Kriegerin auf den Boden. Sie fasste die Frau bei den langen Ohren und schlug ihren Kopf auf den harten Steinboden, so wie sie es bei Tyrella gesehen hatte.

Die Wache bewegte sich nicht mehr und der Boden war rot von ihrem Blut, doch Klondieke machte immer weiter. Jemand packte sie und zog sie von der toten Nachtalbin weg, es war der Schattenelb der als Nachtalb verkleidet, der Wache gefolgt war. „Ruhig Mädchen! Ich bin ein Freund." versuchte er Klondieke zu beruhigen, die wild um sich schlug. „Ich kenne Wallungur, Tyrella und Fortingas!" Als das Mädchen das hörte, ließ sie die Arme sinken.

Der junge Mann schaute sich um. Die Nachtalbin lag bäuchlings auf dem Boden, von ihrem Gesicht war nichts mehr zu erkennen. Neben ihr der Becher, dessen Inhalt auf dem Boden verteilt war. Der Schattenelb dachte angestrengt nach. *Sie heraus zu bringen ist zu riskant, man würde uns sofort erkennen. Calister wird ihr kein Haar krümmen und ich muss ihr Wärter werden.* Der Schattenelb ging zu der Leiche und entfernt die Augen, dann sagte er zu Klondieke: „Hab keine Angst, ich werde auf dich aufpassen. Du musst so tun als wärst du noch angekettet und Esse nur was ich dir bringe." Klondieke nickte. Der Schattenelb ging zur Tür und schrie laut: „ Verräter!!! Ich habe einen Verräter gestellt!!"

Sogleich kamen Wachen angerannt, kurz darauf erschien auch Calister. „Was ist geschehen?!" fragte er aufgeregt. „Ich habe sie ertappt wie das Mädchen befreien wollte, dabei habe ich sie getötet." log er. Der Oberste Nachtalb schaute sich die Leiche an. „Da hast du ganze Arbeit geleistet." sagte er, hob den Becher auf und fluchte als er die Pfütze auf dem Boden sah. „Ich habe solange gewartet, dann kann ich auch noch einen weiteren Mondzyklus warten." Dann wandte er sich an den jungen Mann. „Du bist von nun an für das Mädchen verantwortlich. Enttäusche mich nicht oder es ist das Letzte das du tust."

Calister machte sich auf den Weg zum Burgfried um seinem Mentor zu beichten was geschehen war. Er dachte darüber nach was er sagen sollte um die Wut des Dämons niedrig zu halten, als ein Reiter das Tor passierte. Es war ein Söldner, er war schwer verletzt und seine Rüstung wies tiefe Schnitte auf. Der Mann ging vor Calister auf die Knie. „Was ist geschehen? Wer hat dich so zugerichtet?" Mit Schmerzverzerrtem Gesicht begann der Söldner zu reden: „Herr, die Zwerge sie verlassen die Gebirge. Ich war am Südlichen Gebirge stationiert. Sie haben uns einfach überrannt. Sie ziehen nach Westen." Calister schaute den Verletzten wütend an. „Wie viele waren es? Oder habt ihr gesoffen und sie nicht bemerkt?" Ängstlich sprach der Mann: „Es waren tausende." Calister zog sein Schwert und schlug dem Mann den Kopf ab. Nach und nach erreichten den Obersten Nachtalb gleiche Berichte von den zwei anderen Zwergenreichen.
Raziael/Überarbeitung: Rina Smaragdauge

  
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Sonntag, 16. September 2012

Die Prophezeiung Kapitel 28 ( Entscheidungen)

Urgandel im Hundertundviertzigsten Mondzyklus nach der Besetzung: Sümpfe von Zwingar

Unter der Führung von Ephaistra erreichten Fortingas, die Schattenelben und die Zwerge das Lager der Rebellen. Calseha lief ihnen entgegen und umarmte den Halbalben. „Ich bin so froh dass euch nichts geschehen ist." Tenebris, die Mutter von Fortingas, beobachtete die Begrüßung und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Als Tenebris Wallungur sah ließ sie ihn gleich in ihr Zelt bringen, Tyrella ging mit und wich nicht von seiner Seite. 

Die Nachtalbin beschaute die Stichwunde und wirkte besorgt. „Die Wunde ist gut behandelt worden, doch er hätte sich nicht bewegen dürfen." Sie nahm einen Becher und füllte verschiedene, übel riechende Flüssigkeiten hinein. Tenebris bemerkte den kritischen Blick der Zwergin. „Mache dir keine Sorgen, das wird die Entzündung aus der Wunde treiben." um Tyrella zu beruhigen, trank die Nachtalbin selbst aus dem Becher bevor sie es dem Zwerg einflößte. 

Kurz nachdem der Becher geleert war fiel Wallungur in einen tiefen Schlaf und begann zu Schnarchen. Ephaistra und die anderen Schattenelben wunderten sich, dass jemand so laut atmen konnte. „Daran gewöhnt man sich." lachte Fortingas und legte seinen Arm um Tyrella. „ Komm, er braucht Ruhe und du auch. Du wirst ein Zelt mit Calseha und Ephaistra teilen."

Er brachte sie zu ihrer Unterkunft und suchte sein eignes Zelt auf. Im Zelt traf Tyrella auf die Magd. Calseha war grade damit beschäftigt ihre Kleidung ab zu legen. „Hallo, komm und ruhe dich aus. Hier ist ein Feldbett für dich." sagte die junge Frau  und führte sie zu der Liege. „ Kann ich dich etwas fragen?" begann Calseha erneut, Tyrella nickte. „Wie ist Fortingas so? Du warst doch lange Zeit mit ihm auf Reisen." Die Zwergin rollte mit den Augen. „Er ist ein verwöhnter Trottel und ein Tollpatsch. Einmal hat er mich tagelang darum an gebettelt ihm eine Gabel zu schmieden, weil er nicht mit den Fingern Essen wollte. Aber er ist ein guter Freund auf den man sich verlassen kann." Calseha lachte. „Ist er wirklich so schlimm? Weißt du ob er schon versprochen ist oder eine Verlobte hat?" Nun lachte Tyrella. „Ich weiß nicht, aber ich empfehle dir zu warten bis er erwachsen ist." 

Tenebris ließ eine Schattenelbin bei Wallungur zurück als sie das Zelt verließ. Sie ging zu den Anführern der Rebellen. Elmrok und Panrek waren zwei raubeinige Krieger mit langen Haaren und grimmiger Miene, doch in ihren Leibern schlug ein starkes Herz. Tenebris setzte sich zu ihnen ans Feuer und nahm sich einen Becher Tee. „Wie steht es mit den Zwergen? Werden sie sich erholen?" fragte Elmrok. Die Albin nickte. „Ja, der Zwerg ist stark und sehr widerstandsfähig."

Am nächsten Morgen traf Arwenie mit dem König der Zwerge des Südlichen Gebirges ein, Begleitet wurden sie von zweihundert Kriegern und Kriegerinnen. Tenebris trat dem Herrscher allein und ohne Waffen entgegen. „Ich grüße dich König Hogusch. Du weißt was geschehen soll. Wir wollen den Frieden und die Einigkeit dem Land zurückgeben, doch dazu benötigen wir die Hilfe der Zwerge." Der König schaute der Nachtalbin in die roten Augen. „Du bist mutig Langohr. Doch wer sagt uns dass es keine Falle ist. Ich muss mich erst mit den anderen Herrschern beraten, dann werden wir euch Rede und Antwort stehen."
Die Zwerge folgten Tenebris ins Lager. Mit griffbereiter Waffe stiegen sie von den Ponys, doch als sie sahen wie schlecht die Bewaffnung der Rebellen war, entspannten sie sich etwas. Am Abend erreichten die Zwerge aus dem Östlichen und dem Nördlichen Gebirge das Versteck. Auch sie kamen mit Kriegern, die als Schutz dienten. Die Zwerge begrüßten einander, dann gingen die Könige in ein eigens für sie aufgestelltes Zelt um zu beraten wie es weiter gehen sollte.

Tyrella lief zu ihrem Vater und begrüßte ihn herzlich. „Vater ich habe einen Gefährten gefunden. Ich liebe ihn und er liebt mich." überbrachte sie die freudige Nachricht. Der Zwerg entließ die Zwergin aus seinen Armen. „Und wer ist der Glückszwerg, dem ich meine Tochter zur Frau geben darf?" fragte er voller Neugier. Tyrella hob den Kopf, dann sagte sie stolz: „Er ist ein tapferer Jäger, sein Name ist Wallungur Fuchstöter…" Sie wurde jäh unterbrochen von einem anderen Jäger. „Wallungur? Sagtest du Wallungur? Wo ist er?" Tyrella schaute ihn beleidigt an. „ Nun? Jäger ohne Namen, sage mir erst was du von meinem zukünftigen Ehemann willst?" Der Zwerg machte eine Geste der Entschuldigung in dem er sich auf den Mund schlug. „Ich bin Osander Breitrücken, Führer der Breitrücken und Vater von Wallungur." 

Die Zwergin schaute ihn vorwurfsvoll an. „Du verlangst von mir, jemandem wie dir zu sagen wo er ist? Jemand der zugelassen hat, das er gestraft und verbannt wurde?" Osander senkte schuldig den Kopf. „Ich hatte keine Wahl, die Gesetzte der Jäger verlangten es. Wäre ich damals schon der Führer gewesen, hätte ich es nicht zugelassen. Bitte lasse mich zu ihm, es verlangt mich meinen Sohn zu sehen."
Tyrella führte den Zwerg zu dem Zelt in dem Wallungur schlief und ließ ihn allein eintreten. Osander trat an das Bett auf dem sein Sohn schlief. Liebevoll streichelte er den Kopf seines Sohnes. „Wallungur mein Sohn, wie sehr habe ich dich vermisst. Jeden Tag habe ich zu Jared gebetet, er möge dich nicht mit auf seine Reise nehmen." Er zog dem Zwerg die Decke bis ans Kinn. „Schlafe mein Junge und werde wieder gesund."

Als der Mond am höchsten stand verließen die Könige das Zelt. Hogusch trat auf die wartenden Schattenelben, Menschen und Zwerge zu. „Wir haben uns beraten und sind zu einem Ergebnis gekommen." Alle schauten wie gebannt auf den König. „Wir werden dem Streit gegen die Nachtalben beitreten." Ein lautes Jubeln ging durch das Lager. Tyrella die neben Tenebris stand sagte mit einem Lächeln: „Nun kann der Kampf beginnen." Tenebris lachte. „Nur wirst du nicht an den Kämpfen teilnehmen." Die Zwergin schaute sie mit fragender Miene an. Wieder lächelte die Nachtalbin. „Als ich dich Untersuchte, spürte ich unter deiner Brust ein zweites Herz schlagen, bei euch Zwergen scheint sich neues Leben sehr schnell zu entwickeln." Die Zwergin warf sich gegen Tenebris, umarmte sie so gut es bei dem Größenunterschied ging und mit einem glücklichen Lächeln flüsterte sie: „Danke, danke, danke."
Raziael/Überarbeitung: Rina Smaragdauge  
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Sonntag, 9. September 2012

Die Prophezeiung Kapitel27 ( Derwie bei den Jägern)

Urgandel im Hundertviertzigsten Mondzyklus nach der Besetzung: Festung der Jäger

Derwie spazierte durch die Stollen auf der Suche nach Anhaltspunkten. Doch die Heimat der Jäger war völlig anders als die der Schmiede oder ihre eigne. Die Stollen waren grob in den Felsen gehauen und es gab keine Wegweiser. *Wie finden sich die Bewohner des Östlichen Gebirges hier nur zurecht?* fragte sie sich in Gedanken. Immer wenn sie glaubte, den richtigen Weg gefunden zu haben, der die sie zum Thronsaal bringen würde, fand sie sich in der großen Halle oder am Eingang wieder. Sie versuchte es erneut und versuchte einen anderen Stollen. Sie folgte dem Gang und schaute angespannt auf Hinweise, viel zu spät bemerkte sie den Zwerg der auf sie zu kam.

Sie stieß mit dem jungen Mann zusammen, der sie auch nicht gesehen hatte weil er ein Fass trug in dem Leder zum Weichen in einer Salzlake lag. Es polterte als der Bottich auf den Boden krachte und der Zwerg fiel Derwie direkt in die Arme. „Das tut mir aber leid!!" rief die Zwergin während sie dem Zwerg wieder auf die Beine half. Der Zwerg errötete. „Das ist schon in Ordnung ,ich hätte ja auch aufpassen können."  Gemeinsam legten sie das Leder wieder in das Fass. „Komm, ich helfe dir tragen und werde deinem Clan das Unglück erklären." 

Der junge Zwerg führte sie durch verschiedene Stollen, jetzt schon hätte Derwie nicht mehr sagen können in welchem Teil des Gebirges sie sich nun befand. Vor einer großen Tür setzten sie das Fass ab und der Zwerg klopfte an. Es wurde ihnen aufgetan, eine breite Zwergin mit braunem Umhang und blonden Zöpfen stand vor den Beiden. Sie schaute erst Derwie an und dann den Zwerg. „Wer ist diese Zwergin? Und warum ist keine Lake in dem Fass?" Ohne ab zu warten ergriff Derwie das Wort. „Ich bin Derwie Goldfaust aus dem Südlichen Gebirge, durch meine Unachtsamkeit stieß ich mit dem Jungzwerg zusammen. Ich stehe hier um meine Schuld zu bekennen, damit er nicht zu Unrecht gestraft wird." Die Zwergin trat zur Seite und ließ Beide eintreten. Derwie  folgte der Zwergin und gelangte in einen kleinen Saal.

 Die stämmige Zwergin ging zu einem Zwerg der an dem Kopfende einer Tafel saß und flüsterte ihm etwas zu. Derwie wurde an den Tisch gewunken und man brachte ihr zu essen. „Willkommen in der Festung der Jäger, mein Name ist Osander Breitrücken. Was führt euch zu uns?" Der Zwerg der sie begrüßt hatte war sicher zweihundert Sonnen alt, aber doch wirkte er immer noch kräftig. „Ich komme um eine Audienz  bei König Burkhas Bärenschlag zu erbitten. Doch ich finde den Weg zum Thronsaal nicht." Der alte Zwerg lachte. „So geht es allen Fremden, wir Jäger brauchen keine Wegweiser. Selbst im dichten Wald finden wir immer wieder nach Hause. Jared unser Gott würde nie eines seiner Kinder im Stich lassen." Derwie genoss die Mahlzeit, schon lange hatte sie kein richtiges Zwergenmahl mehr in den Magen bekommen. 

„Was willst du von unserem  König?" fragte Osander mit vollem Mund. Derwie dachte nach was sie antworten solle und entschied, den Zwerg im Dunkeln zu lassen. „Ich bringe eine Nachricht, aber auch wenn ich nun unhöflich wirke, es geht nur den König etwas an." Osander lachte. „Das ist mal eine direkte Antwort, du würdest gut zu meinem Sohn Widglif passen." Derwie lächelte und winkte ab. „Tut mir leid, aber ohne Zustimmung meiner Familie nehme ich keinen Antrag an." Osander lachte wieder. „Du gefällst mir Mädchen, doch nun wird Widglif dich zum König bringen."

Burkhas Bärenschlag empfing die Zwergin, sofort erzählte sie ihm was geschehen war und von Bringas Grossohr. Der König dachte schweigend nach, dann sagte er: „Was du gegen Bringas vorbringst ist eine schwere Anschuldigung, jedoch ergibt das was du berichtest einen Sinn. Die Grossohren waren nie gute Jäger, doch seit einiger Zeit kaufen sie ihr Fleisch anstatt selbst zu jagen." Burkhas schickte eine Wache los um Bringas zu holen. „Wenn es wahr ist was du sagst Zwergin, dann werde ich mich mit den anderen Königen treffen."

Bringas Grossohr betrat den Thronsaal, einige Clanmitglieder folgten ihm. Der König erzählte dem Zwerg was ihm vorgeworfen wurde, doch Bringas hob nur die Schultern. „Ich habe Waffen gekauft und mit Gewinn an die Edelsteinschleifer verkauft. Ist das verboten? Mein Clan muss auch leben."
„Aber die Waffen, die für Zwerge viel zu groß waren sind nie im Südlichen Gebirge angekommen. Und es wurde ein Zwerg gefangen genommen der gestand in deinem Auftrag die Waffen an Söldner verkauft zu haben." Bringas wurde unruhig, er schaute sich um und schien die Wachen zu zählen. „Das ist eine Lüge, das muss sich dieser Breitrücken ausgedacht haben. Er sinnt auf Rache für die Verbannung seines Sohnes." Der König ließ Derwie vortreten. „Sie kommt aus dem Südlichen Gebirge und keiner der Edelsteinschleifer hat je Waffen bei dir bestellt." 

Bringas zog seinen Kriegshammer und seine Clanmitglieder taten es ihm nach. Sofort waren sie von Wachen umzingelt. „Bringas Grossohr, du hast deine Ehre verloren, lasse die Waffe sinken oder dein ganzer Clan wird darunter leiden." Der Zwerg ließ seinen Hammer auf den Boden fallen." Ich allein habe dafür die Verantwortung, die anderen meines Clans haben nichts damit zu tun." Bringas wurden in die Verliese gebracht und die anderen aus dem Thronsaal verwiesen. Der König wandte sich an Derwie. "Ich werde mit dir kommen, morgen verlassen wir das Gebirge."
Raziael/Überarbeitung: Rina Smaragdauge





  


        




   

Sonntag, 2. September 2012

Die Prophezeiung Kapitel 26 ( Freunde)

Urgandel im Hundertundviertzigsten Mondzyklus nach der Besetzung: Nähe Burinda

Die Schattenelben hatten ein Lager aufgeschlagen und warteten auf die Nachricht der Zwergenkönige. Oft kam es zu Streitereien unter den Kriegern, denn das nichts tun schlug ihnen aufs Gemüt. Tenebris und Eurealè saßen am Feuer und berieten darüber was zu tun sei. wie lange konnten sie die temperamentvollen Männer und Frauen noch unter Kontrolle halten? Ein Warnruf der Wachen unterbrach das Gespräch, Reiter näherten sich dem Lager, jeder griff zu seinen Waffen und machte sich kampfbereit.

Es war Ephaistra die mit, dem noch immer fluchenden, Fortingas und Calseha endlich ihre Herrin gefunden hatte. Die Schattenelbin war dem Halbalbe und den Zwergen in Burinda  zu Hilfe gekommen. Jedoch wurden sie getrennt und so war es ihr nur möglich gewesen Fortingas und das Mädchen zu retten, auch wenn sie den Alb zwingen musste sich retten zu lassen.

„Ephaistra! Habt ihr Gefangene gemacht?"fragte sie und schaute, wen die Schattenelbin mitgebracht hatte. Dann erkannte sie ihren Sohn. „Fortingas mein Sohn! Aber warum bist du gefesselt? Bindet ihn sofort los!" Auf ihren Befehl hin, wurde der Alb vom Pferd geholt und seine Fesseln durch geschnitten. Als Fortingas sich wieder bewegen konnte rannte er zu Ephaistra, zog sie von ihrem Pferd und verpasste ihr einen rechten Haken. 

Tenebris und einige andere gingen sofort dazwischen. „Was ist in dich gefahren, mein Sohn?" Fortingas riss sich los und zeigte auf Ephaistra. „Sie hat mich gezwungen meine Freunde im Stich zu lassen!" „Du hättest ihren Tod nicht verhindern können ohne selbst zu sterben." sagte die Schattenelbin und wischte sich ihr Blut von der Lippe. Fortingas widersprach ihr und wollte die Frau erneut schlagen, doch seine Mutter hielt ihn auf. „Beruhige dich Junge. Berichte mir erst was geschehen ist." Fortingas erzählte von seiner Reise, von Wallungur und Tyrella, von Klondieke und welches Geheimnis in ihr barg. Er berichtete von dem Plan Calisters und was er mit Klondieke vor hatte. 

Tenebris war erschüttert. „Wir haben nicht mehr viel zeit, wir müssen die Rebellen warnen und sie müssen von der Prinzessin erfahren. Das wird ihnen neuen Mut geben und unsere Spione müssen jede Handlung im Burgfried sabotieren." Sofort wurden die Zelte abgebrochen und Sachen gepackt. Fortingas ging zu seiner Mutter. „Ich werde nicht mit euch kommen, ich muss meine Freunde suchen." Nur widerwillig stimmte Tenebris zu, sie umarmte ihren Sohn und gab ihm zwei Schattenelben als Begleitung mit. „Ich werde auch mitkommen!!" meldete sich Ephaistra. „Ich will erfahren ob Freundschaft wirklich so tief gehen kann." Fortingas stimmte zu.

Wallungur und Tyrella hatten ihr Versteck unter dem Baum verlassen und setzten ihre Flucht fort. Das Ziel der Zwerge war eines der Gebirge. Sie reisten größtenteils in der Nacht und blieben so unentdeckt wie es nur ging, denn Wallungurs Verletzung war noch nicht ganz verheilt. Seit der Nacht, die sie eng aneinander verbracht hatten, war die Beziehung zwischen ihnen fester geworden. Endlich konnte Wallungur zeigen was er für Tyrella empfand. Die Zwergin erwiderte seine Gefühle und zeigte ihm, dass sie seine Gefährtin werden wollte.

Als sie sich in mitten eines dichten Waldes befanden, stoppte die Zwergin und schlug vor ein Lager auf zu schlagen. Wallungur meinte das er noch einige Zeit durchhalten könne, doch Tyrella ließ keinen Widerspruch zu. Sie hatte gesehen wie erschöpft er war und nur noch unter großen Schmerzen laufen konnte. Sie sammelte Holz und machte ein Feuer.  Wallungur machte Spieße um Kastanien zu rösten. Doch er konnte sich nicht wirklich entspannen, die Sinne des Jägers waren immer wach und er wusste dass sie nicht allein waren. 

Der Zwerg erzählte Tyrella von seinem Verdacht, doch sie winkte ab. „Hier wird uns niemand entdecken, die Bäume stehen dicht zusammen und das trockene Holz macht kaum Rauch." Sie tranken ihr Wasser und verspeisten die Waldfrüchte, plötzlich hörten sie Geräusche. Das Knacken von Ästen und das Schlagen von Hufen. Die Zwergin löschte das Feuer und zog Wallungur unter eine Tanne, dann bedeckte sie sich und Wallungur mit Zweigen und Laub. 

Durch die Zweige konnten sie schwarze Stiefel sehen, acht an der Zahl. „Nachtalben." flüsterte Tyrella. Mit Kurzschwertern wurde die Feuerstelle durchsucht. „Sie können noch nicht lange fort sein." sagte eine weibliche Stimme. Nun lief nur einer der Nachtalben umher. Er ging um die Feuerstelle herum, trat das trockene Laub zur Seite und schien die Umgebung zu inspizieren.  Dann kam er direkt auf das Versteck der Zwerge zu und blieb davor stehen. Wallungur umklammerte seine Axt, er konnte Tyrellas Herz schlagen fühlen. Der Alb ließ sich auf ein Knie sinken. „Ich werde mich gegen das Langohr werfen und du fliehst." befahl Wallungur flüsternd, doch Tyrella schüttelte den Kopf.

Plötzlich wurden die Zweige zur Seite geworfen. Die Zwerge sprangen auf und wollten angreifen, doch eine vertraute Stimme ließ sie inne halten. „Tyrella! Wallungur! Endlich habe ich euch gefunden!" Die Zwerge schauten in das Gesicht von Fortingas. Die Zwergin warf sich dem Nachtalb um den Hals und Wallungur atmete erleichtert auf. „Was ist geschehen? Warum hast du uns nicht beigestanden?"fragte die Zwergin. Fortingas erzählte was vorgefallen war. „ Ich wusste dass ihr lebt und euch zu finden war nicht schwer. Ich war lange genug mit euch zusammen um zu wissen wie ein Zwerg denkt." lachte er. Doch dann wurde er ernst. „Wallungur braucht die Hilfe eines Heilers, meine Mutter wird sich um ihn kümmern und betet zu euren Göttern, dass die Zwergenkönige zu einem Bündnis bereit sind. Uns steht eine harte Schlacht bevor."
Ephaistra ging zu Fortingas. „Woher hast du gewusst dass sie noch leben?"fragte sie ihn. Der Nachtalb lächelte und sagte: Weil sie meine Freunde sind."
Raziael/Überarbeitung: Rinasmaragdauge  

Sonntag, 26. August 2012

Die Prophezeiung Kapitel 25 ( Die Reise zu den Jägern)

Urgandel im Hundertundvierzigsten Mondzyklus nach der Besetzung: Nähe Urlandis

Während Arwenie mit Silêda in das Südliche Gebirge reiste, machten sich Derwie und Vàngarl  auf in den Norden. Tenebris hatte ihnen 4 Schattenelben als Eskorte mitgegeben. Auf halber Strecke wurden sie von Mudroks angegriffen, doch die geübten Bogenschützen streckten die Untiere nieder. Vàngarl beschützte seine kleine Schwester, so nannte er Derwie, so gut er konnte. Die Zwergin hatte ihr Misstrauen gegenüber den Schattenelben abgelegt. Im Gegenteil, sie fand ihn niedlich weil er sich so rührend um sie kümmerte.


Als sie wieder ein Lager aufgeschlagen hatten, setzte sich Vàngarl zu Derwie ans Feuer. Er holte eine Dose mit Salbe aus seiner Tasche und begann die Hände der Zwergin ein zu cremen. „Warum machst du das?" fragte sie ihn. „Um die restlichen Warzen auch zu heilen." sagte er und strich über ihren Handrücken. „Nein ich meine, warum nennst du mich kleine Schwester?" Vàngarl lächelte verlegen:"Weil ich keine Schwester mehr habe um die ich mich sorgen kann. Meine Familie wurde von den Nachtalben ermordet weil sie gegenüber Menschen Gnade gezeigt hatten. Ich werde nicht eher ruhen bis die Nachtalben verjagt oder tot sind."

Eine junge Frau kam zu den Beiden. „Hey, Zwergin. Wir haben gut gekämpft doch nun lass uns Spaß haben. Zeig wie gut Zwerge mit dem Beil sind." Die Schattenelbin reichte Derwie eine Axt. „Der tote Baum dort ist das Ziel." sprach die Frau und legte einen Pfeil auf die Sehne.  Der Pfeil traf den Baum genau in der Mitte. Derwie nahm Maß und schleuderte das Beil. Die Axt blieb genau unter dem Pfeil stecken, alle Anwesenden klatschten. „Nun gut." sagte die Frau. „Wollen wir es etwas interessanter machen?"

Sie zog Beil und Pfeil aus dem Baum und schnitzte mit ihrem Messer eine Zielscheibe in den Stamm des Baumes. Die anderen Schattenelben begannen nun Wetten ab zu schließen. Die Frau und die Zwergin schossen abwechselnd, gleichzeitig und sogar mit verbundenen Augen. Dann schlug die Frau vor: „Wir ziehen gleichzeitig. Wer seine Waffe als erstes ins Ziel gebracht hat, ist der Gewinner." Derwie nickte und steckte die Axt in den Gürtel, Vàngarl gab das Zeichen. Beide, Zwergin und Schattenelbin, schickten ihre Waffen auf die Reise. Der Pfeil erreichte den Baum um einen Wimpernschlag früher als die Axt. Alle jubelten, Zwergin und Schattenelbin reichten sich die Hand.

Die Reise zog sich hin, doch blieb ohne Zwischenfälle. Bald erreichten sie den dichten Wald der sich vor dem Gebirge der Jäger auftürmte. Derwie und Vàngarl gingen ab einem bestimmten Punkt allein weiter. Wieder trug er die Zwergin auf seinem Rücken und sie setzten den Rest des Weges über die Bäume fort. Auch dort waren Söldner zu sehen, doch anders als im Norden waren diese Tod. Derwie wusste das die Jäger wild und gute Krieger waren, doch was sie durch die Äste der Tannen sah übertraf alles Gehörte.

Als sie die ersten felsigen Schluchten erreichten, trennten sich Zwergin und Schattenelb. Wieder ging Derwie allein weiter. Sie kleidete sich um und versteckte ihren Rucksack. Sie folgte einem Pfad von dem sie dachte dass er zu der Festung führte. Plötzlich standen zwei Zwerge vor ihr. Derwie erschrak, denn die beiden sahen alles andere als freundlich aus. Die Zwergin fing sich schnell wieder und ihr wurde klar, warum sie die beiden nicht bemerkt hatte. Die Kapuzenumhänge der Jäger hatten die gleiche Farbe wie das Gestein, sie hatten sich dicht an die Felsen gedrückt und waren auf diese Weise getarnt gewesen.

„Wer bist du? Und was hast du hier zu suchen?" fragte einer der Zwerge. Derwie dachte angestrengt nach, sie musste sich etwas sehr glaubhaftes einfallen lassen, denn die Jäger sahen danach aus als hätten sie kein Problem damit einen anderen Zwerg in Stücke zu hauen. „Mein Name ist Derwie und ich komme aus dem Südlichen Gebirge. Unsere Karawane ist von Mudroks angefallen worden, aber ich konnte flüchten. Nun will ich euren König bitten mir zu helfen wieder nach Hause zu kommen." Derwie schaute die Zwerge, die sich flüsternd austauschten, schweigend an und betete zu Adamas das sie ihr glaubten. „Warum hast du nicht gekämpft und deinen Leuten beigestanden?" fragte der andere Jäger, dessen Stimme erheblich heller war als die des anderen. Derwie schaute nun genauer hin. Erst war es ihr nicht aufgefallen, denn die Helme bedeckten das ganze Gesicht, doch der Figur nach schien einer der Zwerge eine Frau zu sein. „ In meiner Heimat kämpfen nur die Krieger, gut erzogene Edelsteinschleiferinnen schlagen nicht wild um sich. Sie sorgen dafür das es ihren Männern an nichts fehlt!!" erwiderte Derwie und versuchte hochnäsig zu klingen. Die Jägerin nickte ihrem Mitstreiter zu. „ Sie kommt aus dem Südlichen Gebirge, nur da gibt es solche Püppchen."

Sie nahmen Derwie in ihre Mitte und führten sie in die Festung. Als sich das Tor hinter Derwie schloss, atmete sie erleichtert auf: nun musste sie nur noch den König überzeugen.
Raziael/Überarbeitung: Rina Smaragdauge





Sonntag, 19. August 2012

Die Prophzeiung Kapitel 24 ( Der erste Kontakt)



Urgandel im Hundertundviertzigsten Mondzyklus nach der Besetzung: Festung der Schmiede.
Derwie und Arwenie, die beiden Schwestern aus dem Südlichen Gebirge, durchstreiften die Stollen auf der Suche nach Hinweisen. Doch die meisten Schmiede die sie fanden fertigten Äxte und Werkzeuge. Auf die Frage ob sie für Menschen Waffen herstellten, ernteten sie nur ein Nein. Als sie wieder an einer Schmiede vorbei kamen, sahen sie einen Zwerg der an einem Schwert arbeitete, das fast so lang war wie er selbst. Die Schwestern traten ein und sprachen den Zwerg an.
„Sei gegrüßt Schmied, für wen ist denn das Schwert? Für einen Zwerg ist es doch viel zu groß.“ Der Schmied stoppte mit seiner Arbeit. „Wer will das wissen?“ fragte er und füllte einen Becher mit Wasser um sich ab zu kühlen. „Ich bin Derwie und das ist meine Schwester Arwenie.“ gab eine der Zwerginnen zur Antwort. „Wir sind auf der Durchreise und suchen einen Gemahl für unsere jüngere Schwester.“ log Derwie. „Nun wenn sie so hübsch ist wie ihr beide! Ich bin noch frei. Ingwalt Stahlbrecher ist mein Name, die Waffen sind für einen Käufer aus dem östlichen Gebirge und der Verkauft sie an die Rebellen.“ Nun wurden die Schwestern aufmerksam. „Wir haben Verwandte im östlichen Gebirge.“ log Derwie weiter. „Wie ist sein Name?“ fragte Arwenie und machte dem Schmied schöne Augen. „Bringas Grossohr!“ sagte der Schmied und wirkte wie hypnotisiert.
Die Schwestern bedankten sich und gingen weiter. Als nächstes mussten sie den König finden und herausfinden ob er auch darin verwickelt war. Es kostete den Schwestern viel Überredungskunst um in den Thronsaal zu gelangen. Doch dann standen sie vor Bredosch Kupferblut, dem König der Schmiede.
Derwie und ihre Schwester verbeugten sich vor dem Herrscher. „König Bredosch, wir grüßen euch.“ sprach Derwie. „Was wisst ihr über die Waffen die dein Reich verlassen?“  kam Derwie sofort ohne Umschweife auf den Grund ihres Besuches zu sprechen. Der König strich sich über den Bart. „Nun soweit ich darüber weiß, werden die Waffen an die Feinde der Nachtalben verkauft und solange sie bezahlen soll mich das nicht weiter scheren.“
Arwenie ergriff das Wort: „Und wenn durch  diese Waffen Unschuldige ihr Leben verlieren? Würde es dich dann auch weiterhin nicht scheren?“ Ihr Ton machte deutlich das sie es ernst meinte. Der König richtete sich in seinem Thron auf. „Was willst du damit sagen, Zwergin? Willst du damit sagen das unsere Schmiedekunst missbraucht wird?“ Arwenie nickte. „Wir haben Söldner gesehen die im Dienst der Nachtalben standen. Mit Schwertern die von Zwergenhand geschmiedet waren, erschlugen sie wehrlose Männer, Frauen und Kinder.“
Bredosch erhob sich von seinem Platz und ging auf die Schwestern zu. „Das sind schwere Anschuldigungen, könnt ihr diese auch beweisen?“ Derwie hielt dem Blick des Königs stand und ließ sich nicht einschüchtern. „Nicht weit von dem Gebirge sind Söldner postiert, schickt eine Patrouille aus die unsere Worte bestätigt.“ Der König rief eine Wache zu sich und gab ihm einen Befehl, der Zwerg entfernte sich. „Nun wollen wir warten und sehen ob ihr die Wahrheit gesprochen habt.“ Ein Diener brachte Speisen, die Schwestern langten zu und ließen es sich schmecken.
Die Zwerginnen wussten nicht wie viel Zeit vergangen war als die Wache in den Thronsaal zurückkehrte. Mit rotem Kopf und außer Atem flüsterte er seinem Herrn etwas ins Ohr. Bredosch schaute zu den Schwestern. „Ihr habt die Wahrheit gesagt, doch erklärt mir wer ihr seid und wie ihr an den Söldner vorbei gekommen seid.“ Arwenie erzählte dem König von dem ermordeten Gemüsehändler und dem Waffenschmuggler. Das sie auf Geheiß ihres Königs ausgesandt worden waren um die Quelle der Waffen zu finden und wie sie in die Hände der Söldner gefallen waren. „Doch um zu erklären wie wir in dein Reich gekommen sind, muss ich dich bitten uns zu begleiten. Und damit meine ich nur dich, Bredosch Kupferblut. Zeige das du ebenso mutig wie weise bist.“
Diesen Angriff auf seine Ehre ließ der Zwerg nicht auf sich beruhen. Alle Mahnungen seines Beraters in den Wind schlagend folgte der König den Schwestern vor die Festung. Sie gingen den Weg den die Zwerginnen gekommen waren, vorbei an der Nische wo sie ihre Taschen versteckt hatten. Derwie rief leise nach Silèda und Vàngarl, wie aus dem nichts standen die beiden Schattenelben vor den Zwergen. Bredosch fluchte und zog seine Axt, Silèda hob die Arme und rief: „Wir sind keine Nachtalben und unbewaffnet, wir dienen den Zwerginnen an eurer Seite.“
Nur zögerlich ließ Bredosch sein Beil sinken. Die Schattenelbin erzählte dem Herrscher von dem Plan ein Bündnis mit den Zwergen und Menschen zu schaffen um gegen die Nachtalben zu ziehen. Bredosch schaute die Schattenelben und die Schwestern kritisch an. „Wer sagt dass ihr die Wahrheit sprecht? Genauso gut könnte es eine Falle sein um in die Festungen der Zwerge zu gelangen.“ Silêda sah den Zwerg mit ihren blauen Augen durchdringend an. „Es gibt keine Garantie. Doch die Nachtalben planen etwas und wenn sie Erfolg haben gibt es keine Rebellen mehr die zwischen euch und den Nachtalben stehen.“
Bredosch dachte einen Moment nach, dann sagte er: „Ich muss mich mit den Königen des Südlichen und des Östlichen Gebirges beraten.“ Er zog zwei Ringe von seiner Hand und gab sie den Schwestern. „ Überbringt ihnen meine Botschaft, die Ringe werden beweisen dass ihr in meinem Auftrag handelt.“ Sie brachten Bredosch zurück zur Festung, dann warfen sie sich die schwarzen Lederrüstungen über und machten sich zusammen mit den Schattenelben auf den Weg. 
Raziael/Überarbeitung: Rina Smaragdauge

Sonntag, 12. August 2012

Die Prophezeiung Kapitel23 ( Flucht aus Urlandis)

Urgandel im Hundertundviertzigsten Mondzyklus" Urlandis

Tyrella und Fortingas folgten der Schattenelbin durch die Gassen bis hin zum Stadttor. "Kommt, dort stehen Pferde bereit." rief Ephaistra. Einer ihrer Begleiter machte sie darauf aufmerksam, dass die Zwergin sich davon machte. „Wo willst du hin? Sie werden dich töten!!" rief sie der Zwergin hinterher. „Wallungur ist nicht mitgekommen, ich muss nach ihm sehen!!" schrie Tyrella während sie in die Stadt zurück eilte.

Fortingas zog seine Kurzschwerter und wollte der Zwergin folgen, doch die Schattenelbin hielt ihn am Arm fest. „Du bleibst, ich will zumindest einen lebend zu Tenebris bringen." sagte Ephaistra in einem Ton der keinen Widerspruch zuließ. „Es sind meine Freunde und ich werde sie nicht im Stich lassen!" erwiderte Fortingas und wollte sich losreißen. Doch ein Schlag auf seinen Kopf ließ ihn bewusstlos werden. Zwei der Schattenelben fesselten ihn und hoben ihn auf ein Pferd. Als Ephaistra das Zeichen zum Aufbruch gab, kam der Nachtalb wieder zu sich. Er begann an seinen Fesseln zu zerren und zu rufen sie sollen ihn los lassen, doch es war zwecklos. Die Schattenelben verschwanden in der Dunkelheit. Aus der Nacht erklang ein einzelner Ruf. „Wallungur, Tyrella vergebt mir!!!"

Tyrella lief so schnell sie konnte. Ihre Beine brannten und sie wurde von Seitenstechen gepeinigt, doch sie gönnte sich keine Pause. Dann glitt sie auf etwas aus, es war Blut. Die Blutspur ließ erahnen das jemand geflüchtet sein musste. Neben dem Blut waren auch Schleifspuren zu sehen. Die erfahrene Schmiedin erkannte sofort das es sich um eine Axt handelte. Sie folgte der Spur, die sie zu einem Stall führte. Langsam und vorsichtig schob sie die Tür auf.

Das Geräusch von zerschneidender Luft, warnte sie vor der ankommenden Axt. Tyrella duckte sich und entging so dem Angriff. Sie hob ihren Kriegshammer um sich zu wehren. Dann erkannte sie Wallungur der erschöpft vor ihr kniete. Sie ließ ihre Waffe sinken und hob ihn hoch. Nun fiel ihr auf, dass er verletzt war. Von draußen erklangen Rufe und das Klirren von Waffen. Sie sattelte eines der Ponys und setzte Wallungur auf das Pferd, sie setzte sich hinter ihn, dann  schlug sie dem Pony ihre Fersen in die Flanken und galoppierte aus dem Stall. Sie ritt mitten durch die Angreifer hindurch und hieb mit ihrem Hammer auf die Gegner ein. Als sie das Stadttor passiert hatte,  hielt sie auf den nahe liegenden Wald zu.

Die Zwergin führte das Pony durch einen Bachlauf um keine sichtbaren Spuren zu hinterlassen. Sie hielt Ausschau nach einem geeigneten Lagerplatz um sich die Wunde des Zwerges genauer ansehen zu können. Tyrella fand eine Buche die von dem Bach ausgespült worden war. Sie holte Wallungur vom Pony und zog ihn in die Höhle unter dem Baum, dann nahm sie dem Tier den Sattel ab und jagte es fort.

In aller Eile sammelte sie Holz und suchte im Bach nach einem Stück Basaltstein. Sie schichtete das trockene Holz aufeinander und schlug den Stein gegen die Schneide von Wallungurs Axt. Die Äste fingen die funken auf und begannen zu brennen. Die Zwergin legte ihr Eisenkorsett und Oberkleidung ab und riss ihr Unterhemd in Streifen. Dann entkleidete sie den Zwerg, zog den Dolch aus der Wunde und drückte einen Fetzen Stoff darauf. Tyrella atmete erleichtert auf, der Dolch hatte keine wichtigen Organe getroffen. Aber sie wusste dass die Wunde versorgt werden musste. So wie sie war eilte sie nach draußen und suchte Heilkräuter. Ihr Lederwams knotete sie am Hals und Ärmel zu und füllte Wasser hinein. 

Als sie die Höhle betrat, brannte das Feuer warm und erhellte die natürliche Kammer. Nun konnte sie den Rücken des Zwerges deutlich sehen und auch die langen Narben, die ein wirres Muster bildeten. Erschrocken schaute sie auf Wallungur, der schwer atmete, denn sie wusste es gab nur eine Sorte Zwerg der solche Narben hatte: Verbannte. Tyrella nahm den blutigen Stoff von der Wunde und reinigte den Stich mit klarem Wasser. Die Zwergin legte Kräuter auf die Wunde und machte einen Verband aus den Fetzen ihres Unterhemdes. *Ich flehe dich an Adamas, lasse ihn kein Mörder sein* dachte sie während sie mit der Hand über den Rücken des Zwerges strich.

Die Zwergin zerschlug ihren Harnisch und machte daraus eine große und eine kleine Schale. In der Großen erhitzte sie Wasser und die kleine schale diente als Trinkgefäß. Sie flößte Wallungur Kräutersud ein und gab ihm Waldfrüchte zu essen. Sie hatte sich auch bei der Jagd versucht doch so erfolgreich wie Wallungur war sie nicht. Der hohe Blutverlust hatte den Jäger stark geschwächt und er bekam Schüttelfrost. Tyrella war ratlos, doch sie wusste das der Zwerg wärme brauchte. Sie  deckte ihn mit seinem Umhang zu und legte sich zu ihm. Sie nahm ihn fest in die Arme. Bald wurde sein Atem gleichmäßiger und sie konnte auch einschlafen.
Nach drei Sonnen hatte der Jäger sich wieder erholt und ließ sich von Tyrella berichten was geschehen war. „Ich kann nicht glauben, dass Fortingas uns im Stich gelassen hat. Es muss einen Grund geben warum er dir nicht gefolgt ist." schlussfolgerte der Jäger und Tyrella nickte. Wallungur wäre am liebsten gleich aufgebrochen, doch die Zwergin widersprach ihm. „Erst musst du ganz zu Kräften kommen." sagte sie und ging mit der Eisenschale zum Bach um Wasser zu holen. Als sie wieder in der Höhle war, nahm sie allen Mut zusammen und sprach ihn auf die Narben auf seinem Rücken an. Wallungur schwieg eine Weile und begann zu erzählen, wie er Swanthe kennengelernt hatte, das sie den Bund eingegangen waren ohne die Zustimmung des Clans und die Ermordung seiner Geliebten durch den Oheim seiner Mutter.

Tyrella hatte ihm schweigend zugehört, als er mit seiner Erzählung fertig war hob sie die Hand und streichelte seine Wange. „Nun verstehe ich warum dir das Messer so wichtig war. Aber glaube mir nach jedem Winter gibt es einen neuen Sommer und auch eine neue Liebe. Du musst es nur zulassen." Sie schlüpfte zu ihm unter den Umhang und küsste ihn lang und innig, dann lächelte sie ihn an. „Tyrella, ich bin noch unberührt und…" Die Zwergin legte ihren Zeigefinger auf seinen Mund. „ Es gibt Momente um zu Reden und Momente um zu schweigen." flüsterte sie ihm in sein Ohr und zog sich und ihm den Umhang über den Kopf.
Raziael/Überarbeitung: Rina Smaragdauge